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Kasernengelände bietet viele Chancen

Bürgermeister Gerd-Christian Wagner: „Die Vareler zeigen ein beeindruckendes Engagement“

Varels Bürgermeister Gerd-

Christian Wagner blickt im

Gespräch mit dem Friebo auf

die vergangenen Monate zu-

rück und gibt zugleich einen

Ausblick auf das Jahr 2017.

Herr Wagner was bleibt ih-

nen aus dem vergangenen

Jahr sicher auch noch in wei-

terer Zukunft in Erinnerung?

Das Engagement der Vare-

ler – es ist wirklich beeindru-

ckend, wie viel Ehrenamt es hier

in unserer Stadt gibt. Die Hilfe

für die Flüchtlinge wäre ohne

diese Unterstützung sicher viel

schwieriger zu bewältigen ge-

wesen, das Hospiz wäre sicher

noch nicht so weit gediehen und

Menschen in schwierigen Situa-

tionen sehr viel mehr auf sich al-

lein gestellt – ich denke hier zum

Beispiel an die Vareler Tafel.

Auch ohne unsere Vereine, die

Feuerwehr oder die vielen sozi-

alen Angebote, wäre unser Le-

ben hier in Varel sehr viel ärmer.

Dafür sage ich an dieser Stelle

von Herzen Dank!“

Was hätten Sie in 2016 ger-

ne anders gemacht oder an-

ders erlebt?

„Ich hätte mir gewünscht,

dass wir Terrorakte in der Welt

nicht erleben müssen. Es ist

schlimm, was Menschen ande-

ren Menschen antun können.“

Was sind die drei wich-

tigsten Aufgaben in Varel für

2017?

Wir müssen zwei Kinder-

tagesstätten erbauen. Hierfür

müssen wir planen und nach

den optimalen Rahmenbe-

dingungen suchen. Mit der

Hospizbewegung

und

der

mission:Lebenshaus bauen wir

gemeinsam das Hospiz und in

Dangast wird die Promenade

den Ort weiter qualifizieren.“

Hätten Sie vor einem Jahr

gedacht, dass wir heute auf

dem ehemaligen Kasernen-

gelände schon fast alle Flä-

chen für neue Nutzungen

verplant haben? Die Abrissar-

beiten und die Erschließung

sind weit vorangeschritten,

wie geht es jetzt weiter?

„Ich bin selbst beeindruckt,

wieviel Schwung in der Entwick-

lung ist und wie viele Chancen

uns dieses Gelände ermöglicht.

Hier entsteht ein ganz neuer

Stadtteil, noch dazu in unmittel-

barer Nähe zur Innenstadt, zum

Wald und mit einer sehr guten

verkehrlichen Anbindung.

Wir können erleben, wie die

neuen Straßen im Kasernenge-

lände Grundlage für die Ansied-

lung von Wohnbebauung, sozi-

ale Einrichtungen und Gewerbe-

ansiedlungen werden. Ein tolles

Gefühl, so etwas in so kurzer

Zeit wachsen zu sehen.“

Wann kann der Stadtbetrieb

umziehen und welche Auswir-

kungen hat das?

Der Bebauungsplan für den

Stadtbetrieb wird im ersten

Halbjahr erstellt. Dann können

wir ausschreiben und bauen. Ich

wünsche mir für die Mitarbeiter

des Stadtbetriebes, dass wir

möglichst schnell vom Bauhof

in der Bahnhofstraße und vom

Gartenamt in der Meischen-

straße umziehen können, da die

baulichen Zustände dort nicht

mehr zu akzeptieren sind.“

Ist Varel mit dem Jahresab-

schluss 2016 aus den gröbsten

finanziellen Sorgen heraus?

Werden die Gewerbesteuer-

einnahmen auch 2017 für ei-

nen soliden Haushalt sorgen?

„Hier kann ich keine Entwar-

nung geben. Die Gewerbesteu-

ereinnahmen brechen leider

wieder ein. Wir müssen also

weiter extrem sparen und finan-

zielle Wünsche müssen warten.“

Wie fühlt sich die Zusam-

menarbeit mit dem neuge-

wählten Rat an?

„Nach zwei Monaten lässt sich

hierzu nicht viel sagen. Die 14

neuen Ratsmitglieder gliedern

sich aber gut ein. Es besteht in

den Sitzungen ein freundliches

Klima.“

Was können wir tun, um die

Innenstadt mit mehr Leben zu

füllen?

„Innenstädte haben es schon

seit vielen Jahren schwer.

Menschen kaufen zusehends

in Großstädten oder lassen

sich Einkäufe per Post schi-

cken. Die Gewerbetreibenden

müssen unterstützt werden.

Unser Stadtmarketing hilft bei

den vielen Veranstaltungen.

Das beste Mittel ist: Kaufen

Sie ihre Sachen in den Läden

der Innenstadt. Sie treffen dort

nette Mitmenschen und kön-

nen Ihren Einkauf gleich mit-

nehmen.“

Der Aldi-Markt zieht in Kür-

ze auf das Gelände beim fami-

la-Markt. In dem Gebäude an

der Panzerstraße soll ein neu-

er Raiffeisenmarkt entstehen

– wann geht es da los?

„Der Ball liegt jetzt beim Ei-

gentümer der Immobilie und der

RWG. Ich rechne aber mit einem

baldigen Ergebnis.“

Die Post zieht zum Frühjahr

in die Innenstadt, angrenzend

an den Cityparkplatz. Was

wird aus dem derzeitigen

Postgebäude direkt an der

Bürgermeister-Heidenreich-

Straße?

„Hier ist die Situation unver-

ändert. Ein Durchbruch bei Ver-

handlungen lässt leider auf sich

warten.“

Nehmen die Planungen für

eine neue Ortsdurchfahrt

durch die Aufnahme in den

vordringlichen Bedarf nun

neue Fahrt auf – und will

Varel wirklich eine Umge-

hungsstraße? Wie soll da-

rüber entschieden werden

– und vor allem wo soll sie

entstehen?

„Für viele Vareler war der Bau

der Bundesstraße ein großer

Fehler. Damals wurde die Ent-

scheidung zum Wohle weni-

ger getroffen, ohne die Folgen

abzuschätzen. Die Stadt sollte

sich jetzt mit den verkehrlichen

Problemen auseinandersetzen

und die Bürger Lösungen er-

gebnisoffen und breit diskutie-

ren. Wichtig erscheint mir, einen

Bürgerdialog zu starten.“

Wie sehen die Pläne für ein

Jugendzentrum in Obenstro-

he aus?

„Die Gespräche, die hier ge-

führt werden, sehen sehr viel-

versprechend aus, dauern aber

noch an. Wichtig ist aktuell,

dass wir Personal bekommen,

um die Jugendlichen zu betreu-

en.“

Ist die Sanierung des Han-

sa-Gebäudes endgültig ge-

scheitert?

„Leider hat der Eigentümer

die einmalige Chance, die wir

erarbeitet haben, nicht genutzt.

Ich danke hier Herrn Freese,

der aber schlussendlich auch

feststellen musste, dass es

ohne die Mitwirkung des Eigen-

tümers nicht geht. Uns bleibt

jetzt nur die Möglichkeit, eine

Zwangsversteigerung zu erwir-

ken. Ich empfinde dies als sehr

schade.“

In Dangast ist inzwischen

der erste Bauabschnitt fer-

tiggestellt, das Weltnaturer-

beportal hat seine erste kom-

plette Saison abgeschlossen

– wie beurteilen Sie die Ent-

wicklung?

„Das Weltnaturerbeportal ist

sehr gut angenommen wor-

den. Sehr viele Kritiker sind

verstummt. In Dangast geht es

jetzt mit der Promenade weiter.

Das Nordseebad entwickelt

sich. Das ist doch positiv.“

(ak)

Hofft, dass der Vareler Stadtbetrieb schon bald auf das Ka-

sernengelände umziehen kann: Bürgermeister Gerd-Chri-

stian Wagner.

Foto: Anke Kück

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Varel

Friebo 1/2017