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Varel

Friebo 2/2017

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„Man wird auch künftig mit Schwankungen leben müssen“

Leichtes Aufatmen nach zwei Jahren Milchkrise – Preise stabilisieren sich

Varel/Friesland.

Fast zwei

Jahre hat es gedauert – jetzt

scheint die Situation ihren Tief-

punkt überwunden zu haben:

Aktuell zahlen die Molkereien

wieder deutlich über 30 Cent

für einen Liter Milch. Für viele

Landwirte endlich Zeit zum

Durchatmen. Zwar können auch

damit noch nicht mal die Hälf-

te aller Betriebe wirtschaftlich

arbeiten, aber „gut aufgestellte

Höfe kommen damit klar“, so

der Kreislandvolkvorsitzende

Hartmut Seetzen: „Ab Oktober

ging es langsam wieder auf-

wärts – Grund dafür ist, dass die

Milchmenge deutlich zurückge-

gangen ist – EU-weit um rund

4,5 Prozent.“

Betriebsaufgaben

Eine Ursache dafür war, dass

Betriebe aufgegeben hätten:

„Erstmals auch auf Initiative der

Banken, die nicht mehr bereit

waren, die Situation mitzutra-

gen.“

Viele Landwirte hätten noch

aus der Milchkrise im Jahre

2009 Überbrückungskredite ab-

zuzahlen gehabt: „Jetzt gab es

schon wieder eine ähnliche Situ-

ation – da haben nicht alle Kre-

ditinstitute mehr mitgemacht.“

Deutlich machte er aber

auch, dass die Hof-Aufgaben

in Friesland eher gering gewe-

sen seien, härter habe es die

Wesermarsch getroffen. In Fol-

ge der Milchkrise, so Seetzen,

seien auch die Preise für land-

wirtschaftlich genutzte Böden

um bis zu 15 Prozent gefallen.

Er gehe davon aus, dass es

solche Situationen auch in Zu-

kunft immer wieder geben wer-

de – wenn auch nicht in dieser

Härte und Länge. „Um die Fol-

gen abzumildern brauchen wir

EU-weite Regelungen.“ Auf die

Nachfrage, ob der Verbraucher

die Landwirte mit seinemVerhal-

ten unterstützen könne antwor-

tet er: „Zwar sagen viele, dass

sie bereit wären etwas mehr

für die Milch zu bezahlen, dies

dann auch tatsächlich zu tun,

ist aber etwas ganz anderes –

letztlich entscheidet der Preis.“

Biomilchangebote im geringen

Umfang und auch Weidemilch

würden nach seiner Erfahrung

allerdings gut angenommen. Bei

der Weidemilch sieht Seetzen

allerdings ein anderes Problem:

„Noch nicht bei uns, aber auf

der anderen Seite der Weser,

gibt es bereits erhebliche Pro-

bleme durch die Wolfspopulati-

on. Das birgt große Probleme für

die Weidehaltung.“

Der Milchmarkt heute sei

weltweit zu betrachten. „Viele

Betriebe sind nach dieser Zeit

angeschlagen, zwar gibt es

steuerliche

Erleichterungen,

aber letztlich müssen die Be-

triebe lernen, vorsichtiger zu

agieren. Man wird auch künftig

mit Schwankungen leben müs-

sen – so wie es in anderen Bran-

chen ja auch passiert. Man kann

den Markt nicht aushebeln.

Allerdings würde ich mir von

der Politik wünschen, ehrlich mit

den Ergebnissen zumTierschutz

umzugehen. Zum Beispiel sagt

unser Landwirtschaftsminister,

dass 95 Prozent der Schwei-

ne ohne kopierten Schwanz

zur Schlachtung kommen, das

heißt für mich aber gleichzeitig,

dass fünf Prozent Probleme ge-

habt haben und nicht mehr ge-

schlachtet werden. Ich finde das

schlimm. Änderungen und Wei-

terentwicklungen muss es ge-

ben, aber es muss für die Tiere

wirklich von Vorteil und für die

Betriebe wirtschaftlich tragbar

sein, sonst steht uns ein Struk-

turbruch bevor, bei dem weder

das Tier noch der Verbraucher

einen Vorteil hat.“

Eines sei noch festzustellen,

die Viehbestände seien seit

1990 insgesamt rückläufig. Der

durchschnittliche Betrieb in

Friesland hat heute etwa 150

Kühe und beschäftigt drei Voll-

arbeitszeitkräfte.

Die Milchviehbetriebe hätten

sich aber auf bestimmte Regi-

onen konzentriert. Ein Schwer-

punkt sei zum Beispiel in Fries-

land: „Hier gibt es genauso

viele Rinder wie Friesen – rund

80.000.“

(ak)

Mit Protestaktionen machten die Landwirte auf ihre schwie-

rige Situation aufmerksam – so wie hier im September 2015

in Jaderberg. Es sollte noch über ein Jahr dauern, bis sich die

Situation wieder etwas entspannt.

Foto: Anke Kück

Düngung im Fokus der Ausbildertagung

Varel.

Zur alljährlichen Lehr-

herrentagung trafen sich in der

Berufsschule Varel etwa 60 Aus-

bilder und Betriebsleiter land-

wirtschaftlicher Ausbildungsbe-

triebe aus der Region Friesland

und der Wesermarsch.

Die Ausbildungsberater Ralf

Minits und Heiko Haschen infor-

mierten die Ausbilder über Neu-

erungen in der landwirtschaft-

lichen Ausbildung.

Die Ausbildungszahlen in der

Landwirtschaft sind nach wie

vor hoch. Dabei deckt sich der

Bedarf in den Betrieben nach

Auszubildenden mit der Nach-

frage der jungen Menschen nach

einem Ausbildungsplatz.

Frank Mühlenstedt als Team-

leiter in der BBS Varel für den

Fachbereich Agrar lieferte wich-

tige Informationen über das

aktuelle Schuljahr. In der Be-

rufsschule in Varel werden un-

gefähr 115 landwirtschaftliche

Auszubildende beschult. In den

Vordergrund gerückt wurde das

Thema Düngung, hauptsächlich

vor dem Hintergrund der neu-

en Düngeverordnung, die 2017

in Kraft treten soll. Ziel ist es,

schon in der Ausbildung einen

Schwerpunkt zu setzen und die

Auszubildenden frühzeitig für

das Thema zu sensibilisieren.

Dazu gab Weert Sweers von

der Landwirtschaftskammer aus

dem Fachbereich Düngerecht

einen Überblick über die zu er-

wartenden Änderungen in der

Verordnung. Im Anschluss erläu-

terte Wasserschutzberater Eelco

Dijkstra, wie landwirtschaftliche

Betriebe durch eine optimierte

Düngeplanung auf die Ände-

rungen reagieren und zusätzlich

auch noch Geld sparen können.

Die Ausbilder, die Berufsschu-

le und die Bezirksstelle Olden-

burg-Nord sind sich einig, dass

ein frühes Auseinandersetzen in

der Ausbildung mit dem Thema

sich sowohl nachhaltig positiv

auf die Umwelt auswirken kann,

als auch den ökonomischen

Blick der Auszubildenden schult.

Es wurde unter anderem ver-

einbart, mit drei Pilotbetrieben

eine angepasste Düngestrategie

zu erarbeiten, die von den jewei-

ligen Auszubildenden begleitet

und dokumentiert werden soll.

(fb)

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