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14. Januar 2017

Neuenburg/Zetel

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„Unsere attraktive Gemeinde hat viel zu bieten“

Neujahrsempfang: Bürgermeister würdigt engagierte Landfrau mit Gemeindemedaille

Neuenburg.

Der Neujahrs-

empfang der Gemeinde Zetel

dient – wie andernorts auch –

der Würdigung des Ehrenamtes

in der Kommune.

So nutzte Bürgermeister

Heiner Lauxtermann die Gele-

genheit am vergangenen Sonn-

tag im Neuenburger Hof und

überreichte die Gemeindeme-

daille als sichtbares Zeichen für

besondere Verdienste im Ehren-

amt an

Lisa Löhmannsröben

.

Die Geehrte habe nahezu ihr

ganzes Leben lang durch ihr Tun

unter dem Motto „Begegnung

und Zuwendung“ auf sich auf-

merksam gemacht, sagte Hei-

ner Lauxtermann.

Die Landwirtin gehört zu den

Mitbegründerinnen des Alten-

besuchsdienstes in Zetel, enga-

gierte sich in dieser Sache auch

im Seniorenheim Osterforde,

war im Seelsorge-Team beim

Krankenhaus Sanderbusch ak-

tiv und wirkte im Projekt-Team

„Offene Kirche“ mit.

Neben dem sozialen Bereich

widmet sich Lisa Löhmanns-

röben von ganzem Herzen der

Literatur – im Lesekreis der

Landfrauen stellt sie in Zu-

sammenarbeit mit dem Zeteler

Buchhändler Uwe Lübben seit

vielen Jahren neue Bücher vor,

beteiligt sich am plattdeutschen

Stammtisch und verfasst selbst

Kurzgeschichten.

Bescheiden bedankte sich

Lisa Löhmannsröben, hob aber

hervor, dass auch viele andere

Menschen in der Gemeinde die-

se Medaille verdient hätten und

dass sie durch ihre positive Le-

benseinstellung gern mit ande-

ren Menschen zusammen sei.

In seiner Ansprache zum

Neujahrsempfang hob Heiner

Lauxtermann den engagierten

Einsatz sehr vieler Bürger in der

Gemeinde hervor: „Ohne sie alle

wäre Zetel nur eine kleine un-

bedeutende Gemeinde, in der

nach heutigem Stand knapp

12.000 Einwohner leben.“ Er

sei gern Bürgermeister in Zetel:

„Hier passiert viel, hier wird viel

geboten und durch die unter-

schiedlichsten Mitbürger haben

wir ein tolles Kapital, um genau

so weiter zu machen.“

Im vergangenen Jahr sei der

Internetauftritt der Gemeinde

neu gestaltet worden, denn in

steuerschwachen Gemeinden

wie Zetel sei der Zuzug wichtig:

„Und das funktioniert nur, wenn

bekannt ist, wie attraktiv es hier

ist. Welche Gemeinde dieser

Größe kann schon diesen Um-

fang an sozialen und medizi-

nischen Einrichtungen von der

Krippe bis zur weiterführenden

Schule, von der Sozialstation bis

zur Mediathek, Einkaufsmög-

lichkeiten, etwa 80 Vereine und

sogar ein eigenes Kino vorwei-

sen? Welche Gemeinde dieser

Größe hat so hochkarätige Kon-

zerte und Theatervorführungen

zu bieten oder einen Zeteler

Markt?“

2016 hat die Gemeinde

wieder eine schwarze Null ge-

schrieben: „Darauf bin ich stolz.

Sicher ist allerdings auch, dass

die Situation nicht besser wird.

Meine Aufgabe gemeinsam mit

dem Rat ist es, die schwar-

ze Null zu halten und trotzdem

Sinnvolles und Gutes möglich

zu machen.“ Ein wichtiges Ziel

sei es auch, die Bürger nicht mit

weiteren Steuern und Gebühren

zu belasten.

Als Meilenstein 2016 be-

zeichnete der Bürgermeister

die Einweihung des neuen Feu-

erwehrgerätehauses in Neu-

enburg. „Außerdem konnten

wir der Freiwilligen Feuerwehr

Neuenburg ein neues Fahrzeug

übergeben. Beide Investitionen

von zusammen circa 1,4 Millio-

nen Euro sind ohne Kreditauf-

nahme finanziert worden.“

Nun stehen noch die Be-

schlüsse für das neue Feuer-

wehrgerätehaus in Zetel aus:

„Der Ort ist festgelegt und der

Planungsauftrag erteilt. Es wird

am Markthamm in der Nähe des

bestehenden Feuerwehrhauses

gebaut. Dies entspricht auch

demWunsch der Feuerwehr. Für

das neue Feuerwehrhaus sind

2,2 Millionen Euro im Haushalts-

entwurf geplant. Dafür ist eine

Kreditaufnahme

vorgesehen.

Aber Feuerwehr produziert Si-

cherheit für uns alle und darum

ist sie uns wichtig.“

Die Erneuerung der Haupt-

straße in Zetel nimmt Gestalt

an: „Hier sind zwei Mehrfa-

milienhäuser entstanden, die

Wohnungen sind aktuell bis auf

zwei vermietet. Die Sanierung

und Aufwertung des alten Orts-

kerns von Zetel zwischen der

Kurzen Straße und der Jakob-

Borchers-Straße wird auch 2017

weiter vorangehen: Die Erneue-

rung der Straße mit Nebenan-

lagen ist beauftragt, außerdem

stehen der baldige Bezug des

neuen Ärztehauses, die Erwei-

terung der Apotheke sowie die

Umsiedelung der OLB an.“

Die Unterhaltung sowie der

Ausbau von Straßen und Wegen

bleibe auch in diesem Jahr ein

schwieriges Thema. „Das be-

deutet in einigen Fällen, dass

notwendiges Budget nicht vor-

handen ist. Die Kosten für die

notwendigen Straßenverbesse-

rungen können wir als Gemein-

de nicht alleine aufbringen. Wir

sehen daher keine andere Mög-

lichkeit, als diese Lasten auf

mehrere Schultern zu verteilen,

die Bürger an den Kosten zu be-

teiligen. Im Moment warten wir

auf die gesetzliche Regelung

im Landtag und werden dann

die Einrichtung von wiederkeh-

renden Beiträgen in den Gre-

mien besprechen. Damit würde

die hohe Einzelbelastung der

Anlieger einer Straße entfallen.“

Und dann die Windenergie:

„Wir gehören zu der Modellregi-

on des Projektes „Enera“, das

die EWE initiiert hat. Hierbei

geht es um die Förderung der

Windenergie als zukunftsträch-

tiger Energieträger. Die ausge-

wiesene Fläche am Herrenmoor

wurde geprüft und für geeignet

befunden. Wir möchten unser

Potenzial nutzen. Natürlich ist

die gemeindeeigene Ökostrom

GmbH teilweise an Windener-

gieanlagen beteiligt – ein wich-

tiger Punkt für die Finanzplanung

der Gemeinde, der uns letztlich

allen zugute kommt. Wir müssen

nach vorne schauen und etwas

wagen, um nicht abgeschlagen

hintendran zu bleiben.“

Zur Flüchtlingssituation: „Wir

haben in der Gemeinde seit

Anfang 2015 insgesamt 280

Flüchtlinge aufgenommen, 60

von ihnen sind mittlerweile wie-

der ausgereist. Kurzfristig ist ein

weiterer Zuzug von Asylsuchen-

den nicht zu erwarten. Ich glau-

be fest daran, dass wir, wenn die

Integration weiter vorankommt,

von diesen Menschen und ihren

Kenntnissen profitieren. So viele

der syrischen Familien wollen

sich einbringen, sind dankbar

für alles, was man ihnen ange-

deihen lässt und sie bemühen

sich.“

Als Gastredner sprach Po-

lizeipräsident Joachim Kühme

aus Oldenburg über die Öf-

fentliche Sicherheit in der Regi-

on. Insgesamt sei die Zahl der

Straftaten – auch in Zetel – seit

vielen Jahren rückläufig und die

Aufklärungsrate mit 60 Prozent

hoch: „Dass weniger Rohheits-

delkite zu verzeichnen sind,

hängt ganz sicher auch mit der

krimininalpräventiven Arbeit zu-

sammen, die in den Kommunen

in enger Zusammenarbeit mit

der Polizei geleistet wird“, so

Joachim Kühme. Im Verhältnis

angestiegen sei die Zahl der Ein-

brüche, und auch Betrugsdelikte

würden häufiger verübt: „Früher

mussten die Täter für ihre Straf-

taten raus – heute erledigen sie

die mit dem PC“, umschrieb der

Polizeipräsident eine Trendwen-

de – und sprach auch die ver-

mehrte Bandenkriminalität an,

die vielfach von Bremen aus in

die Region ausstrahle. Eine hö-

here Kriminalitätsrate durch die

Flüchtlingswelle sei nicht zu ver-

zeichnen: „Die Menschen sind

vor Horror und Elend geflüchtet,

und kommen zum allergrößten

Teil nicht hierher, um Straftäter

zu werden.“ Er lobte die Einstel-

lung eines Flüchtlingsbetreuers

sowie die dezentrale Unter-

bringung der Asylsuchenden in

Zetel.

Unterm Strich sei das Ol-

denburger Land eine friedliche

Region, wobei natürlich auch

hier niemand Anschläge, Extre-

mismus oder Amokläufe aus-

schließen könne: „Der staatliche

Polizeischutz ist erhöht worden,

Großveranstaltungen werden

stets von der Polizei begleitet

und die Polizeistationen im länd-

lichen Raum bleiben bestehen.“

Joachim Kühme empfahl, die

persönlichen Kontakte in der

Nachbarschaft und zu den Kol-

legen vor Ort zu nutzen und bei

verdächtigen Beobachtungen

lieber einmal mehr als zu selten

die Polizei zu informieren.

Der Besuch der Sternsinger

sowie musikalische Beiträge

von Franky und Emile Joseph

bereicherten den Neujahrsemp-

fang der Gemeinde Zetel.

(jf)

Heiner Lauxtermann ehrte Lisa Löhmannsröben für ihren

Beitrag zum Gemeinwohl.

Foto: Jutta Fink