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Varel

Friebo 3/2017

Varel/Neuenburg.

Im Vareler

Wald hat das Forstamt Neuen-

burg jetzt mit der Pflanzung von

jungen Eichen begonnen. Am

Sumpfweg und auf der Oben-

stroher Seite werden in diesen

Wochen etwa 10.000 Groß-

pflanzen auf zwei Freiflächen

gesetzt, die im letzten und vor-

letzten Jahr entstanden sind. In

einigen Tagen wird außerdem

im Seghorner Wald und an-

schließend auch im Neuenbur-

ger Holz die Neupflanzung von

Eichen starten. „Wir gehen mit

der Pflanzung von etwa andert-

halb Meter großen Eichen mit

Baggerhilfe neue Wege, nach-

dem andernorts damit gute

Erfahrungen gemacht wurden“,

weist Forstamtsleiter Dr. Mar-

tin Dippel auf das ungewohnte

Bild hin, das einen Wildzaun

überflüssig macht und auch

vermeiden soll, dass kleine

Eichensämlinge mühsam von

bedrängendem Bewuchs frei-

geschnitten werden müssen.

Revierförster Tobias Gebers,

der die Aktion in Varel leitet,

freut sich, bereits jetzt pflanzen

zu können: „Wir nutzen die vie-

len frostfreien Wintertage hier

im Nordwesten um zeitig zu

pflanzen und reduzieren damit

das Anwuchsrisiko in einem

womöglich trockenen Frühjahr.“

In denWäldern des Forstamts

Neuenburg werden in diesem

Winter im Ganzen rund 40.000

Eichen gepflanzt. Neben dem

Vareler Wald wird schwerpunkt-

mäßig im Seghorner Wald und

auch im Neuenburger Holz für

Nachwuchs gesorgt. „Die Eiche

ist sehr lichtbedürftig und dazu

die einzige Baumart, die sich in

unseren Breiten kaum natürlich

aussät, daher bleibt das Pflan-

zen auf kleinen Freiflächen die

einzige Möglichkeit, diese öko-

logisch und ökonomisch wich-

tige Baumart dauerhaft zu er-

halten“, erläutert Dr. Dippel die

umfangreichen Pflanzarbeiten.

Aufgrund der seltenen Ei-

chen-Masten waren Eichen-

Jungpflanzen in den letzten

Jahren nicht in ausreichender

Zahl vorhanden. In diesem

Winter und Frühjahr stehen nun

sogenannte Eichen-Heister aus

der eigenen Saatguternte des

Forstamtes Neuenburg im Jah-

re 2013 zur Verfügung, die zu ei-

ner konzentrierten Pflanzaktion

genutzt werden.

Eichen-Großpflanzen

mit

Bagger-Pflanzverfahren haben

sich in früheren Pflanzungen

zum Beispiel im Hasbruch be-

reits bewährt. „Die Großpflan-

zen mit ihren langen Wurzeln

erreichen offenbar ein für die

Eiche zuträgliches pH-Wert-

Milieu in tieferen Bodenschich-

ten und entwickeln sich gut“,

ergänzt der für Neuenburg und

Seghorn zuständige Revierför-

ster Martin Susse.

Im gesamten Bereich des

Forstamtes Neuenburg sollen

in dieser Saison 79.000 Eichen

gesetzt werden. Mit einem Flä-

chenanteil von 26 Prozent sind

die Eichen die am häufigsten

vorkommende Baumart im

Forstamt Neuenburg. Da sehr

viele dieser Eichenwälder als

FFH-Gebiete und auch Na-

turschutzgebiete

ausgewie-

sen sind, ist dort der Erhalt

der

Eichenlebensraumtypen

vorgegeben. Darüber hinaus

werden auch ehemalige Na-

delwaldbestände durch Pflan-

zung von Eichen gerade in den

FFH-Gebieten zur Erweiterung

des Eichenanteils genutzt. In

den Niedersächsischen Lan-

desforsten insgesamt hat die

Eiche lediglich einen Anteil von

11 Prozent, so dass das Forst-

amt Neuenburg als ein Eichen-

Schwerpunktrevier mit entspre-

chender Verantwortung für den

Erhalt dieser Baumart gilt.

(fb)

Bagger hilft beim Bäume pflanzen

Effizientes Pflanzen: Der Bagger öffnet und schließt das

Pflanzloch, Forstwirt Sven Wehlau setzt dazwischen die etwa

1,50 Meter hohen Eichen in den Pflanzspalt.

Foto: Landesforsten

Eichen-Pflanzungen im Vareler Wald haben begonnen – Größere Setzlinge ermöglichen Verzicht auf Zaun

Landkreis erhält Förderung für Bildungskoordinator

Angebote für Integration optimieren – Haupt- und ehrenamtliche Leistungen koordinieren

Friesland.

Der Landkreis

Friesland hat vom Bundesmi-

nisterium für Bildung und For-

schung eine Zuwendung aus

dem Förderprogramm „Kommu-

nale Koordinierung der Bildungs-

angebote für Neuzugewanderte“

zur Finanzierung eines neu ein-

zustellenden

Bildungskoordi-

nators erhalten. Damit kann die

Vernetzung der Bildungsange-

bote zur Integration nach Aus-

kunft des Kreises weiter opti-

miert werden.

UmKreise und kreisfreie Städ-

te bei der Integration der Neu-

zugewanderten zu unterstützen,

finanziert das Bildungsministeri-

um im Rahmen des Förderpro-

gramms die kommunale Koor-

dinierung der Bildungsangebote

für Neuzugewanderte (als Teil

des BMBF-Maßnahmenpakets

zur Integration von Flüchtlin-

gen). Auch in Friesland gibt es

zahlreiche Akteure die für The-

men wie Sprachförderung und

Integrationskurse, Kindergar-

ten- und Schulplätze, Ausbil-

dung und Weiterbildung oder

die Anerkennung von Abschlüs-

sen zuständig sind. Neben dem

Landkreis sind hier unter an-

derem die Städte und Gemein-

den, die Landesschulbehörde,

Schulen, die Bildungsregion

und Kitas sowie innerhalb dieser

Bereiche zahlreiche Organisati-

onseinheiten von Jugendamt,

Schulamt und Jobcenter bis hin

zu freien Jugendhilfeträgern,

Kirchen und Integrationshelfern

tätig. Dieses hauptamtliche und

ehrenamtliche Engagement gilt

es zu koordinieren und zu bün-

deln, denn Integration durch Bil-

dung ist eine Querschnittsauf-

gabe. Der Landkreis Friesland

stellte im Mai 2016 deswegen ei-

nen entsprechenden Antrag zur

Finanzierung eines kommunalen

Koordinators der Bildungsange-

bote für Neuzugewanderte.

Durch die jetzt erhaltene Zu-

wendung und Projektförde-

rung werden im Rahmen einer

Vollfinanzierung durch das Mi-

nisterium die Personalkosten

für einen Bildungskoordinator

für die Dauer von zwei Jahren

übernommen. Vorbehaltlich der

Bewilligung durch das Ministeri-

um wurde die Stelle durch den

Landkreis bereits im November

ausgeschrieben (der Bewer-

bungszeitraum ist abgeschlos-

sen) und die Position wird vo-

raussichtlich im Frühjahr 2017

besetzt.

Die Koordinierung der Bil-

dungsangebote für Neuzu-

gewanderte, die Entwicklung

und der Ausbau bestehender

Netzwerkstrukturen sowie die

Identifizierung und Einbindung

der relevanten Bildungsakteure

gehören zum Aufgabenfeld des

Bildungskoordinators. Auch er-

folgt eine enge Zusammenarbeit

mit der Bildungsregion Friesland

und dem kommunalen Bildungs-

monitoring sowie die Unterstüt-

zung bei der Gestaltung von Bil-

dungskonferenzen.

(eb)