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Varel

Friebo 3/2017

Herausgeputzt: Epitaph enthüllt Vareler Geschichte

Nach langwieriger Restauration erstrahlt Ehrentafel aus dem 17. Jahrhundert in neuem Glanz

Varel.

Viele Jahre lag die To-

tentafel von Reinhard Borchers

im Kellerarchiv der Vareler

Schlosskirche. Das Epitaph –

ein Grabdenkmal, meist künst-

lerisch aufwendig gestaltet,

das an den Verstorbenen erin-

nert – wurde jetzt in einer lang-

wierigen Prozedur von Sybille

Popken aus Elsfleth, restauriert.

Gemeinsam mit der LzO, die

sich mit einer Summe von 1.241

Euro an der Aktion beteiligt hat,

konnte die Kirchengemeinde die

Ehrentafel aus dem 17. Jahrhun-

dert wiederherstellen.

Pastor Tom Brok dankte Klaus

Blum und Malte Winkler von der

LzO herzlich für ihre Unterstüt-

zung. In die Wege geleitet wurde

das Projekt von Karl-Heinz Fri-

sche, Vorstand Bauausschuss

der Kirche und Klaus Weber,

Erster Vorsitzender des Förder-

vereins.

„Es ist ein wichtiges histo-

risches Teilstück und nebenbei

das einzige Dokument, das be-

zeugt, dass Reinhard Borchers

gelebt hat. Andere Quellen be-

ginnen erst zu einem späteren

Zeitpunkt“, berichtet Tom Brok.

Doch wer war Reinhard Bor-

chers? „Zugebenermaßen wis-

sen wir nicht viel über ihn“, fügt

Pastor Brok hinzu. Auf dem Epi-

taph ist festgehalten, dass Rein-

hard Borchers 1613 geboren

wurde – und weil er 1665 in der

Schlosskirche Varel beigesetzt

wurde und seine Grabstelle

mit eben dieser Totentafel ge-

kennzeichnet wurde, sind zwei

Dinge klar: Erstens, dass Rein-

hard Borchers in Varel geboren

wurde – genauer gesagt in Süd-

ende – und zweitens, dass er

von hohem gesellschaftlichen

Rang war. Wie beispielsweise

das prachtvolle Wappen belegt,

welches er vermutlich von Graf

Johann von Oldenburg verlie-

hen bekommen hatte.

Zudem ernannte der Graf

Reinhard Borchers zum „Ca-

pitaein und Commandante auf

Ellens“. Ellens war eine Festung

und Zollstation auf dem Ellenser

Damm. Dieser wurde vor 400

Jahren errichtet und verband

das Jeverland mit dem Olden-

burger Land durch das Watt

des „Schwarzen Bracks“. Durch

diese „Abkürzung“ musste man

damals nicht durch das verfein-

dete Ostfriesenland, um sich in

den befreundeten Herrschafts-

gebieten zu besuchen.

Auch die Ehefrau von Rein-

hard Borchers, Gertud Helen

von Windsheim, wurde 1701 ne-

ben ihm beigesetzt. Dies geht

aus dem historischen Grabregi-

ster der Kirchengemeinde her-

vor.

Ursprünglich hing das Epitaph

vermutlich über der Grabstätte,

später wurde es wegen Umbau-

arbeiten im Kirchenarchiv ein-

gelagert.

Einen neuen Platz hat es bis

jetzt noch nicht gefunden. „Ver-

mutlich wird es seinen Platz in

der Turmloge finden – schließ-

lich wurde der Kirchturm als

Wehrturm gebaut“, so Pastor

Tom Brok.

(jg)

Mit strahlenden Gesichtern wird die erfolgreich restaurierte Totentafel von Reinhard Bor-

chers in der Turmloge der Schlosskirche präsentiert: (v.l.) Malte Winkler (Filialleiter LzO

Varel), Klaus Weber (Vorsitzender Förderverein der Schlosskirche), Klaus Blum (Regional-

direktion Friesland LzO), Pastor Tom Oliver Brok und Karl-Heinz Frische (Vorstand Bauaus-

schuss der Schlosskirche).

Foto: Jaqueline Guthardt

Besuch im Deutschen Bundestag

Politisch Interessierte aus der Region in Berlin – Einladung von Karin Evers-Meyer

Varel/Berlin.

Auf Einladung

der SPD-Bundestagsabgeord-

neten Karin Evers-Meyer be-

suchte in dieser Woche eine

Gruppe politisch interessierter

Bürger, darunter besonders

viele Landfrauen und Frauen-

beauftragte, vier Tage lang die

Bundeshauptstadt Berlin.

Das Programm beinhaltete

unter anderem eine Stadtrund-

fahrt durch das „politische Ber-

lin“, den Besuch des Deutschen

Historischen Museums sowie

eine Besichtigung des Denk-

mals für die ermordeten Juden

Europas.

Zudem konnten sich die Bür-

gerinnen und Bürger einen

Überblick über die Arbeit des

Bundestags verschaffen. Nach

einem Informationsvortrag auf

der Besuchertribüne des Parla-

ments war Gelegenheit, mit der

SPD-Politikerin über aktuelle

Themen zu diskutieren.

Von besonderem Interesse

waren die Themen Inklusion

und Teilhabe, Rente, Hebam-

menversorgung auf dem Land

sowie Frauen in der Politik. Ka-

rin Evers-Meyer freute sich über

den Besuch aus der Heimat:

„Es ist mir immer wieder ein

wichtiges Anliegen den Teilneh-

merinnen und Teilnehmern der

Informationsfahrten einen Ein-

blick in meine Arbeit in Berlin zu

geben“, so die Bundestagsab-

geordnete.

Foto: Privat