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Zetel

Friebo 3/2017

„Du kriegst im Dorf alles von Cannabis bis Koks“

Zeteler Jugendliche klären jüngere Mitschüler über Drogenproblematik auf

Zetel.

„Ich bin sehr stolz auf

euch – ihr habt in dieser Ausbil-

dung monatelang hart gearbei-

tet!“ Das sagte Swenja Joseph,

Leiterin im Zeteler Jugendtreff

„Steps“, bevor zwölf Jugendli-

che aus der Haupt- und Real-

schule ihre Zertifikate in dieHand

bekamen. Sie sind jetzt befähigt

und motiviert, ihre jüngeren Mit-

schüler auf die Gefahren des

Drogenkonsums hinzuweisen,

Vorträge zu halten und Schüler

mit entsprechenden Problemen

an kompetente Ansprechpart-

ner weiterzuvermitteln.

„Peer to Peer Education“ heißt

das Konzept, nach dem Jugend-

liche ihr Wissen und ihre Fähig-

keiten an andere Jugendliche

weitergeben, und entwickelt hat

es hier der Suchtberater Burk-

hard Horn, der an der Hoch-

schule Emden tätig ist: „Ich bin

seit 30 Jahren in der Suchtprä-

vention tätig, und in dieser Zeit

hat sich herausgestellt, dass

mit abschreckenden Veranstal-

tungen und dem erhobenen

Zeigefinger rein gar nichts zu

erreichen ist. Das Weltbild von

Erwachsenen ist einfach nicht

kompatibel mit dem von Ju-

gendlichen. Daher waren neue

Ansätze nötig, denn die Zahl

der jugendlichen Drogenkonsu-

menten ist erschreckend hoch.“

Die zwölf Jugendlichen haben

an der Hochschule Emden Se-

minare belegt, Vortragsabende

des Präventionrates besucht

und in Eigenregie ein Seminar

mit Eugen Schnettler organi-

siert, dem Präventionsbeauf-

tragten der Polizei Varel.

Begleitet haben das Projekt

Swenja Joseph und Nicole Ko-

the vom Steps, die Schulso-

zialarbeiterin Christiane Stark

und der Beratungslehrer Peter

Töben.

Die jungen Experten wissen

ziemlich gut, was in der Zete-

ler Drogenszene so läuft: „Man

kriegt hier im Dorf Koks und na-

türlich Cannabis, Extasy oder

Speed. Auf dem Schulhof wird

hier aber nicht gehandelt.“

Sie waren auch schon in den

Klassen unterwegs und haben

mit den jüngeren Schülern Ge-

spräche geführt: „Da haben wir

gemerkt, dass Zwölfjährige be-

reits sehr gut Bescheid wussten

und auch erste Erfahrungen mit

Cannabis gemacht hatten.“

Die Drogen werden gefähr-

licher, die Konsumenten immer

jünger. Von Nikotin über Alkohol

bis hin zu Chrystal Meth – Ju-

gendliche können heute recht

problemlos und für wenig Geld

Drogen bekommen und sich

damit innerhalb kürzester Zeit

irreparabel zugrunde richten; da

sind solche Kampagnen, wie sie

jetzt in Zetel gestartet wurden,

wirklich dringend notwendig –

findet auch Bürgermeister Hei-

ner Lauxtermann: „Viele von uns

Lebensälteren sind in Sachen

Sucht und Drogen ziemliche

Dumpfbacken – mir ist es jetzt

wie Schuppen von den Augen

gefallen, wie besorgniserre-

gend die Situation ist, und ich

bin beeindruckt von eurem En-

gagement“, zollte er den jungen

Menschen seinen Respekt.

(jf)

Stolz nahmen die zwölf Schüler im Dezember ihre Zertifikate entgegen.

Foto: Jutta Fink

Jugendliche zeigten Einsatz für Sportabzeichen

Zeteler Jugendfeuerwehr beteiligte sich erstmals an der Aktion – gute Leistungen erzielt

Zetel.

Der Sportabzeichenre-

ferent Rudolf Spiegel vom TuS

Zetel war jüngst zu Gast beim

Dienstabend der Jugendfeuer-

wehr Zetel und überreichte den

Kindern und Jugendlichen ihre

Urkunden.

Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit

und Koordination hatten bei den

Disziplinen im Mittelpunkt ge-

standen: „Und hier habt ihr Leis-

tungen erbracht, die sich sehen

lassen können“, lobte Rudolf

Spiegel. Besonders beeindruckt

hätten ihn die Eigeninitiative und

der Ehrgeiz der Jugendlichen.

Auch Ortsjugendwart Oliver

Meyer zeigte sich von der Teil-

nahme am Sportabzeichen be-

geistert und kündigte eine Fort-

setzung der Aktion an.

Insgesamt hatten 20 Jugend-

liche das Sportabzeichen abge-

legt. 13 erhielten das Abzeichen

in Bronze (Dennis Bredehorn,

Jannick Cornelius, Fynn Geiß-

ler, Maximilian Geißler, Pascal

Hilbers, Jonas Hoinke, Finn

Kamps, Deeke Leffers, Tobi-

as Meyer, Kevin Schäfer, Sven

Weidhühner, Jonas Westerhoff,

Lukas Westerhoff). Dreimal

konnte das Sportabzeichen in

Silber übergeben werden (Lena

Henkensiefken, Alexa Plötze,

Felix Raschke). Vier Jugendliche

erreichten das Sportabzeichen

in Gold (Benjamin Prokop, Philip

Prokop, Maximilian Selke, Liam

Steuer). (fb)

Die erfolgreichen Sportabzeichenabsolventen präsentierten sich hier mit dem stellver-

tetenden Ortsjugendwart Björn Wilken (hintere Reihe links), Ortsjugendwart Oliver Meyer

(daneben) und dem Sportabzeichenreferenten Rudolf Spiegel (hintere Reihe rechts).