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Varel

Friebo 4/2017

„Leben spenden macht Schule“

Große DKMS-Registrierungsaktion am Lothar-Meyer-Gymnasium – etwa 200 Schüler registriert

Varel.

Alle 16 Minuten er-

krankt in Deutschland ein

Mensch an Blutkrebs, darunter

viele Kinder und Jugendliche.

Vielen von ihnen kann nur durch

eine Stammzelltransplantation

das Leben gerettet werden –

vorausgesetzt man findet den

passenden Spender.

Am 10. Januar hat daher im

Rahmen des Projektes „Leben

spendenmachtSchule“derDeut-

schen Knochenmarkspender-

datei (DKMS) eine Registrie-

rungsaktion für die Schüler und

Lehrer des Lothar-Meyer-Gym-

nasiums stattgefunden.

Die 17-jährige Schülerin Katja

Osewold findet es „total wich-

tig“ bei so etwas mitzumachen

und zu helfen: „Man kann ja

selbst in die Situation kommen

und möchte dann ja auch gehol-

fen bekommen“, sagt sie.

Die Registrierung und Typi-

sierung eines Spenders kostet

normalerweise 40 Euro. An dem

Termin im LMG hatten die Schü-

ler jedoch die Möglichkeit, sich

kostenlos registrieren zu lassen.

Jeder Mensch, der ein Ge-

wicht von mindestens 50 Kilo-

gramm auf die Waage bringt

und das 17. Lebensjahr vollen-

det hat, darf sich für die Kno-

chenmark- und Blutspende re-

gistrieren lassen.

Auch Landrat Sven Ambrosy

lobte das große Engagement

der Schüler: „Ich finde es toll,

dass so viele mitmachen wollen

und sich in so jungen Jahren mit

solch einem schwierigen und

ernsten Thema auseinanderset-

zen – das ist gelebte Solidarität.“

Dem stimmte auch Schulleiterin

Astrid Geisler zu. Sie sei sehr

stolz auf ihre Schüler und be-

tonte: „Wir wissen, was wir an-

einander haben.“

An Blutkrebs erkrankte Pati-

enten können oft nur überleben,

wenn es – irgendwo auf der Welt

– einen Menschen mit nahezu

den gleichen Gewebemerkma-

len im Blut gibt, der zur Stamm-

zellspende bereit ist. Doch wie

findet man einen solchen Spen-

der? Es kommt nur sehr selten

vor, dass zwei Menschen na-

hezu identische Gewebemerk-

male haben. Im günstigsten Fall

liegt die Wahrscheinlichkeit bei

1:20.000, bei seltenen Gewebe-

merkmalen findet sich eventuell

unter mehreren Millionen kein

„genetischer Zwilling“.

Die Suche ist aber auch des-

halb so schwer, weil noch immer

viel zu wenig Menschen als po-

tenzielle Stammzellspender zur

Verfügung stehen. Denn: Wer

sich nicht in eine Spenderdatei

aufnehmen lässt, kann nicht ge-

funden werden.

Die Registrierung erfolgt per

Wangenschleimhautabstrich

mit zwei Wattestäbchen. Die

Gewebemerkmale werden nach

der Aktion in einem Labor analy-

siert und für die weltweite Spen-

dersuche zur Verfügung gestellt.

Den Vortrag hielt Heinrich

Schrand aus Oldenburg. Nach-

dem sein zweijähriger Neffe Jo-

nas im Jahr 2000 an Leukämie

erkrankt war. Nachdem eine

Chemotherapie leider erfolglos

blieb, wurde dann 2003 mithilfe

einer groß angelegten Spenden-

aktion ein Stammzellenspender

gesucht. Doch es war zu spät:

2004 starb Jonas. Seitdem ist

Heinrich Schrander ehrenamt-

lich für die DKMS tätig – 8000

Stammzellen sind dabei bereits

zusammengekommen.

Die DKMS-Familie ist mit

mehr als sechs Millionen re-

gistrierten Stammzellspendern

der weltweit größte Dateienver-

bund. Täglich spenden durch-

schnittlich 18 DKMS-Spender

Stammzellen. Dennoch kann

für zahlreiche Patienten kein

geeigneter Spender gefunden

werden. Deshalb ist es wichtig,

dass sich möglichst viele Men-

schen in die Datei aufnehmen

lassen.

(jg)

Ein großer Ansturm: Bei der Registrierungsaktion der DKMS am Lothar-Meyer-Gymnasium

ließen sich etwa 200 Schüler in die Spenderdatei aufnehmen.

Foto: J. Guthardt

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