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11. Februar 2017

Varel

15

Zweiradfachgeschäft Hegeler

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„Essen ist zu einer Weltanschauung geworden“

Neujahrsempfang der Kreislandvolkverbände: MdB Gitta Connemann beklagt „unfaire Behandlung“

Varel.

Düngeverordnung,

Tierwohl, Verbraucherschutz

und Veggiesteuer – beim Neu-

jahrsempfang der Kreisland-

volkverbände Friesland und

Wesermarsch in der letzten

Woche in Varel ließ die Bundes-

tagsabgeordnete Gitta Conne-

mann kaum ein agrarpolitisches

Reizthema aus. Vor rund 200

Gästen im Vareler „Tivoli“ be-

klagte die ostfriesische CDU-

Politikerin die aus ihrer Sicht

„zutiefst unfaire“ Behandlung

der Landwirtschaft. Sie rief die

Landwirte dazu auf, bei ihren

Bemühungen in Sachen Ver-

braucheraufklärung in die Of-

fensive zu gehen.

Als „nicht durchführbar“ be-

zeichnete Hartmut Seetzen er-

neut den beschlossenen Ent-

wurf zum Niedersächsischen

Wasserschutzgesetz. Wegen

der Fünf-Meter-Randstreifen-

Regelung ginge den Landwirten

„sehr viel Fläche“ verloren, so

Frieslands Kreislandvolkvorsit-

zender.

Sein Amtskollege aus der

Wesermarsch, Dr. Karsten Pa-

deken, forderte mit Blick auf die

gesetzlichen

Neuregelungen

„verlässliche

Rahmenbedin-

gungen mit langen Übergangs-

zeiten“. „Ansonsten blutet der

ländliche Raum aus und die

landwirtschaftliche Produktion

geht ins Ausland“, prophezeite

der Wesermarscher.

„Ohne uns werdet ihr nicht

satt!“ Fast trotzig trugen Seet-

zen und Padeken einen Button

am Revers, mit dem sie auch

bei der jüngsten „Internationa-

len Grünen Woche“ in Berlin

auf eine Grundwahrheit hinge-

wiesen haben: Deutschlands

Landwirte sorgen für die Ernäh-

rung der Bevölkerung. Weil das

mittlerweile zu einer Selbstver-

ständlichkeit geworden ist, wird

aus Sicht von Gitta Connemann

viel zu wenig über die Leistun-

gen der Ernährungswirtschaft

geredet. Noch schlimmer sei,

dass sich mittlerweile vor allem

viele junge Landwirte als „ge-

ächtet“ sehen. Das gehe so

weit, dass Kinder vom Hof in

der Schule bevorzugt gemobbt

würden.

Das Image des Agrarsek-

tors zog sich wie ein roter Fa-

den durch die gut einstündige

Rede der Ostfriesin, die selbst

auf einem Bauernhof groß ge-

worden ist. Sie befürchtet, dass

das Thema „Landwirtschaft

und Ernährung“ in diesem

Jahr als „Wahlkampfarena“ ge-

nutzt wird. Denn, so die Vize-

Fraktionsvorsitzende der CDU/

CSU-Bundestagsfraktion: Frü-

her habe man mit dem Thema

Atomkraft für Stimmung ge-

sorgt, heute ist es das Thema

Ernährung. „Das Essen ist zu

einer Weltanschauung gewor-

den“, beklagte Connemann.

Nahrungsmittel seien „ständig

verfügbar, günstig und sicher“.

Trotzdem hätten viele Verbrau-

cher das Gefühl, vergiftet zu

werden, ärgerte sich die Gast-

rednerin.

Strikt lehnt Connemann eine

höhere Mehrwertsteuer für

Milch und Fleisch ab. Sie warf

dem Umweltbundesamt als Ide-

engeber für diese sogenannte

„Veggiesteuer“ vor, den Bürger

unter dem Deckmantel des Kli-

maschutzes „umerziehen“ zu

wollen, weil Rinder angeblich

das Klima „kaputtpupen“.

Für den weitaus größten Teil

der Treibhausemissionen seien

Verkehr, Industrie und Ener-

gieerzeugung

verantwortlich

– aber mit der Landwirtschaft,

so die Ostfriesin, hätten Um-

weltpolitiker auch in Sachen

Klimaschutz „ein leichtes Opfer

für den Pranger“ gefunden. Ihr

Fazit: „Der Staat ist keine Nan-

ny, die dem Verbraucher sein

Essen vorschreibt.“

Die Landwirtschaft habe

„zwei katastrophale Jahre mit

den entsprechenden Folgen

hinter sich“, so Connemann mit

Blick auf die extrem niedrigen

Preise für Agrarprodukte in

2016/17. Dabei sprach die Ab-

geordnete von einer wichtigen

Rolle des Einzelhandels, nicht

nur bei der Preisbildung, son-

dern auch bei den Haltungsbe-

dingungen für Nutztiere. „Wer

über Tierwohl spricht, muss an

der Ladenkasse so entschei-

den“, brachte die Politikerin die

Tatsache auf den Punkt, dass

verbesserte

Haltungsbedin-

gungen auch mehr Geld kosten.

Was die geplante Düngever-

ordnung angeht, hofft

Connemann,

„das

eine oder andere ab-

mildern“ zu können.

Trotzdem werde „das

Ergebnis für die Land-

wirtschaft schwierig“

werden, befürchtet

die gebürtige Lee-

ranerin.

Frieslands

Landrat Sven Am-

brosy forderte trotz

aller

Interessenun-

terschiede zwischen

Landwirten und Trink-

wa s se r ve r so r ge r n

dazu auf, „verbal ab-

zurüsten“ und eine

sachliche Diskussion

zu führen. Gleichzei-

tig gab der Landrat

zu bedenken, dass

in Sachen Düngever-

ordnung der Bundes-

tag und die Landtage

entscheiden. „Wir als

Landkreis und die

Landwirte

müssen

dann damit leben“,

so Ambrosy. Trotzdem: Gemäß

Entschließung des Kreistags

soll für Frieslands Landwirte im-

mer dann die „mildeste Lösung“

(Ambrosy) gewählt werden,

wenn es um Entscheidungen

geht, die auch den Agrarbereich

betreffen. Das ist sicherlich

auch im Sinne von Gitta Conne-

mann, die in der Landwirtschaft

„Herz, Motor und Seele des

ländlichen Raums“ sieht.

(js)

FordertenLösungen,mit denendie Landwirte leben können: Dr. Karsten

Padeken, Frieslands Landrat Sven Ambrosy, MdB Gitta Connemann

und Hartmut Seetzen.

Foto: Jörg Stutz

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