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Varel

Friebo 6/2017

Freilichttheater: Teamarbeit auf allen Ebenen

Filmemacher Kia Kiarostami begleitet Vorbereitungen zu „Das Geisterschiff“ – Premiere am 28. Juli

Dangast.

Die Proben für

das Freilichtheater-Stück „Das

Geisterschiff“ sind im vollen

Gange: Fleißig werden Texte

gelernt, Szenen geprobt sowie

Kostüm-, Bühnen- und Klang-

bilder erschaffen. Insgesamt

arbeiten 350 Menschen – die

meisten von ihnen ehrenamtlich

– an dem Projekt für die Auffüh-

rung am Dangaster Seedeich

in diesem Sommer, darunter

39 Schauspieler. Und dabei ist

auch einer, der die ganze Vorbe-

reitungsarbeit mit der Kamera

begleitet: Kia Kiarostami.

Der renommierte Dokumen-

tarfilmer arbeitete lange in Ber-

lin, wohnt in Wilhelmshaven und

betreibt ein kleines Filmstudio

in Dangast. Durch die regionale

Nähe und die Tatsache, dass fast

nur Laiendarsteller beteiligt sind,

wurde er auf das Projekt auf-

merksam. Kiarostami bot an, das

ganze Projekt dokumentarisch

zu begleiten. „Ich arbeite sehr

gern mit Laiendarstellern, wenn

sie etwas von sich geben, ist das

immer zu hundert Prozent echt

– das fasziniert mich“, so der

Filmemacher. Er versteht sich

hier zunächst als unauffälliger

Beobachter, der den Prozess

des „Entstehens“ durch das Ob-

jektiv der Kamera einfängt und

durch eine subjektive Auswahl

aus dem Bildmaterial und ge-

konnten Schnitten den Blick des

Betrachter auf das Wesentliche

lenkt. Der so entstandene Film

soll eine Dauer von 60 Minuten

haben und nach der Premiere am

28. Juli gezeigt werden.

„Wie eine Schwangerschaft“

Kia Kiarostami, im Iran ge-

boren, flüchtete nach der

Machtergreifung

Chomei-

nis 1979 nach Deutschland.

Über die Jahre hat sich in hier ei-

nen Namen als Filmemacher und

Produzent gemacht. Er studierte

an der Filmhochschule Babels-

berg Konrad Wolf. Dort erhielt

er das Rüstzeug eines interdiszi-

plinär-künstlerisch-orientierten

Umgangs mit dem Thema Film.

„Durch die lange und umfas-

sende Entstehungsphase steigt

der dokumentarische Wert die-

ser Produktion“, erklärt Kia Kia-

rostami. Zusammen mit den or-

ganisatorischen Leitern verglich

er das Projekt in seiner Gänze

liebevoll mit einer Schwanger-

schaft und anschließender Ge-

burt. „Wir sind schon unheimlich

gespannt auf das Ergebnis und

freuen uns sehr auf die Premi-

ere“, so die künstlerische Be-

triebsleiterin, Gudrun Oeltjen-

Hinrichs.

Nicht nur von die Geschichte

und der beeindruckenden Kulis-

se in Dangast ist der Filmema-

cher begeistert: Auch das große

Engagement aller Beteilig-

ten beeindruckt ihn: „Es ist wie

in einer Großfamilie. Jeder gibt

etwas dazu und tut was er kann,

damit die Sache läuft.“

Auch Regisseur Frank Düwel

beeindrucke ihn. Er zeige eine

unglaubliche Freude an seiner

Arbeit: „Er ist absolut mensch-

lich, ruhig und entspannt, dabei

viel am Lachen.“

Das können die Mitglieder der

Projektleitung nur bestätigen. Er

sei für alle Schauspieler, die im

Alter von elf bis 83 Jahre viele

Generationen vertreten, da – mal

als Vater, Bruder oder Freund,

dennoch immer als Künstler.

„Dabei werden die Ideen ge-

meinsam mit den Darstellern,

denen die einzelnen Rollen „auf

den Leib geschneidert“ wurden,

stetig weiterentwickelt“, berich-

tet Iko Chmielewski vom Träger-

verein Gaudium Frisia.

Der

Kartenverkauf

über die

bekannten Nordwest-Ticket Vor-

verkaufsstellen und den Online-

Service unter

0421/36 3636

ist schon recht gut angelaufen.

In Varel sind die Karten bei Bril-

len Wandke erhältlich und um

den vielen Nachfragen aus Dan-

gast gerecht zu werden, wurde

eine zusätzliche Verkaufsstelle

bei der Kurverwaltung mit einem

kleinen Kartenkontingent aus-

gestattet. Infos zum Freilichtthe-

ater gibt es unter www.freilicht-

theater-dangast.de.

Zum Inhalt des Stücks:

Die Geschichte des nieder-

ländischen Kapitäns Bernard

Fokke aus dem 17. Jahrhundert

hat schon Richard Wagner zu

seinem „Fliegenden Holländer“

und Hollywood zur Filmreihe

„Fluch der Karibik“ inspiriert.

Sie nimmt ihren Anfang an der

rauen, norddeutschen Küste.

Die Einwohner einer kleinen

Hafenstadt freuen sich auf die

Rückkehr der „Leven“. Senta,

die Tochter des Kapitäns der

„Leven“, wartet sehnsüchtig

auf ihren Verlobten Hendrik am

Hafen. Die große Freude bei

der Ankunft des Seglers ver-

bindet sich mit Neugierde und

Erstaunen. Mit der „Leven“ ka-

men auch Fremde – die Besat-

zung eines Segelschiffs ohne

Namen und ohne Flagge. Der

Kapitän der „Leven“ hatte die

Besatzung des „Geisterschiffs“

und dessen Kapitän“Fokke“,

aus Dankbarkeit für ihre eigene

Rettung aus schwerem Wetter,

in ihren Hafen eingeladen. Wäh-

rend sich Senta magisch von

der geheimnisvollen Gestalt des

fremden Kapitäns angezogen

fühlt, fragen sich die Einwohner

der Stadt, woher das unheim-

liche Schiff stammt. Gerüchte

machen die Runde. Wohin ent-

schwindet die Besatzung des

Geisterschiffes bei Neumond?

Die anfängliche Faszinati-

on weicht Angst und Furcht.

Hendrik bleibt indes nicht ver-

borgen, dass seine Verlobte zu-

nehmend dem mysteriösen Ka-

pitän des „Geisterschiffs“ ver-

fällt. So beginnt ein spannendes

und märchenhaftes Theater

über Seefahrer, die verdammt

sind ewig über die Meere zu

kreuzen. Kann Sentas Liebe

diesen Fluch brechen?

(jg)

Nahezu unbemerkt sammelt der Filmemacher Kia Kiarostami

(vorne) sein Material: „Am wichtigsten ist es, den normalen

Alltag nicht zu stören, um die Authentizität zu erhalten“.

Foto: Jaqueline Guthardt

Perlen des Glaubens

Büppel.

18 in Form und Farbe

verschiedene Perlen an einem

Band stehen für wichtige The-

men des Lebens. Sie machen

den Glauben begreifbar. Am

Beginn des Lebensweges steht

die Gottesperle. Die 18 Perlen

repräsentieren wichtige Stati-

onen im Leben Jesu: z.B. Tau-

fe, Wüste, Liebe, Stille…. Sie

öffnen somit den Blick auf uns

selbst.

Die Pastorin und Spiritualin

Petra Czeppat bietet in Büppel

eine Einführung in die „Perlen

des Glaubens“. Beginn ist am

Donnerstag, 23. Februar,

um

19.30 Uhr im Ev. Gemeindehaus

„Die Arche“ in Büppel.

Information und Anmeldung

bei der Ev. Familien-Bildungs-

stätte Friesland-Wilhelmshaven

unter

04421/32016 oder un-

ter

www.efb-friwhv.de.

Altes Wissen – neues Lernen

Varel.

„Bewegung ist das Tor

zum Lernen“ – so das Motto von

Brain Gym, einer Art „Lerngym-

nastik“, die nicht nur die Aufnah-

mebereitschaft zum Lernen an-

bahnt, sondern auch den leich-

teren Umgang mit Stresssituati-

onen ermöglicht. Die Brain-Gym-

Übungen helfen dabei, frischer

und entspannter Hausaufgaben

zu bewältigen oder Lernblocka-

den zu überwinden. Für Schüler

ab 8 Jahren mit erwachsener Be-

gleitung und Jugendliche ab 12

Jahren ohne Begleitung beginnt

der Workshop am

Samstag, 18.

Februar,

um 9.30 Uhr in der Pra-

xis von Silke Kreikenbohm in der

Bahnhofstraße 8a in Varel.

Information und Anmeldung

bei der Ev. Familien-Bildungs-

stätte Friesland-Wilhelmshaven

unter

04421/32016 oder

www.efb-friwhv.de

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