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Varel

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„Wir leben in stürmischen Zeiten“

Olaf Lies: „Persönliche Ansprache, direkter Kontakt und die Chance den Frust loszuwerden – das ist wichtig“

Varel/Friesland.

Am vergan-

genen Wochenende wurde Olaf

Lies mit einer hundertprozen-

tigen Zustimmung als Landtags-

kandidat der SPD nominiert.

Eine so deutliche Zustimmung

zur Politik der etablierten Par-

teien ist heute eher die Ausnah-

me. Wir fragten Olaf Lies nach

seiner Einschätzung der Situa-

tion:

Frank-Walter

Steinmeier

hat bei seiner Antrittsrede zur

Wahl des Bundespräsidenten

gesagt ‚Wir leben in stür-

mischen Zeiten’, erleben Sie

das auch so, Herr Lies?

„Ja, ich glaube es gab lange

nicht mehr so unterschiedliche

Stimmungen: auf der einen Sei-

te hat man das Gefühl, der Wirt-

schaft und dem Arbeitsmarkt

geht es gut und es herrscht

eine relative Zufriedenheit. Auf

der anderen Seite wird immer

deutlicher, wie sehr doch auch

eine Spaltung da ist und immer

mehr Menschen haben offenbar

das Gefühl, abgehängt worden

zu sein. Vielleicht ist der Feh-

ler, dass man zu wenig auf die-

se Stimmen hört, wenn es dem

Land im Allgemeinen gut geht.“

Immer wieder begegnen

auch uns Aussagen wie: „Die

da oben können schalten und

walten wie sie wollen – und wir

wurden mit unseren Bedürf-

nissen vergessen.“ Was kann

man tun?

„Zumindest haben viele Bür-

ger den Eindruck, dass es so ist.

Dabei leben wir in einem Land in

dem das eben nicht so ist. Wir

haben viele, viele Möglichkeiten

uns zu äußern, unsere Meinung

kund zu tun, auch ohne, dass

man meint man müsste mal

am rechten Rand wählen. Lei-

der zeigt die Wahlbeteiligung,

sogar bei Kommunalwahlen,

dass viele das Gefühl haben:

‚Das Wählen bringt ja doch alles

nichts.‘ Wir Politiker haben diese

Tatsache lange ausgeblendet.“

Was ist dann zu tun?

„Ich glaube es ist wichtig

durch die persönliche Anspra-

che noch mehr Kontakt zu su-

chen, damit dieses Gefühl erst

gar nicht aufkommt. Die Men-

schen müssen die Chance ha-

ben, ihren Frust los zu werden.

Wir müssen intensiver in den Dia-

log kommen und das passiert

nicht auf parteiinternen Veran-

staltungen, denn da kommt ein

großer Teil der Menschen nicht,

die wir erreichen wollen. Wir

müssen offensiver auf die Men-

schen zu gehen.

Ich bin froh hier vor Ort noch

sehr verankert zu sein, denn in

Freizeitrunden – wenn die Bürger

sprechen wie sie denken – dann

spürt man dieses große Stück

Unzufriedenheit. Vieles kann

man erklären, aber man merkt

dennoch, dass ein Ungerechtig-

keitsgefühl da ist – warum geht

es einigen so gut und anderen

doch eher schlecht.

Immer wieder spüre ich auch

Verlustängste für das, was sich

Menschen in vielen Jahren har-

ter Arbeit aufgebaut haben.

Trotzdem bin ich manchmal

von den klaren Positionierungen

überrascht.

Dann hilft eigentlich nur: Re-

den lassen und zuhören – auch

bei falschen Vorwürfen steckt ja

im Kern etwas dahinter. Diesen

Kern, der für Sorgen und Äng-

ste verantwortlich ist, den muss

man ergründen. Man muss die

Argumente der Kritiker ernst

nehmen, das kostet viel Zeit

aber das ist wichtig und man

muss auch wissen, dass man

alle damit erreicht.“

Warum wird nach ihrer Mei-

nung die Lösung aktuell auch

wieder bei ganz rechts ausge-

richteten Parteien gesucht?

„Das liegt an uns und der Poli-

tik – vielleicht neigen wir auch zu

sehr dazu die Erfolge in den Mit-

telpunkt zu stellen – immer mehr

Menschen haben Arbeit, aber

bei manchen reicht es dennoch

nicht. Von einem 10, 15 oder 20

Stunden Job kann man oft nicht

leben.

Das

Kommunalwahlergeb-

nis war ja nicht ohne – die AFD

Wähler haben sich bei den eta-

blierten Parteien nicht wieder-

gefunden und so ihren Protest

ausgedrückt.

Sie haben ein Instrument ge-

funden damit zu zeigen: ‚das

wollen wir nicht‘. Nach meiner

Einschätzung müssen wir aber

nicht die Sorge haben, dass wir

in ein nationalistisches Deutsch-

land abrutschen. Wir müssen die

Chance nutzen diese Menschen

als unsere Wähler zurück zu ge-

winnen.“

Haben Sie Ängste und Sor-

gen im Zusammenhang mit

der Flüchtlingssituation er-

lebt?

„Manchmal kommt schon Sor-

ge auf – gerade die Ereignisse in

Köln haben da etwas verändert

und die Kritiker auf den Plan ge-

rufen. Ich habe aber persönlich

in viel mehr positive Beispiele

kennengelernt, bei denen Inte-

gration funktioniert, Menschen

erlebt, die die Sprache lernen

und sich integrieren wollen. Das

berührt mich persönlich, und

zeigt, es kann doch funktionie-

ren.

Leider reden wir sehr viel über

Dinge die nicht funktionieren –

das ist menschlich weil uns das

beschäftigt – vergessen aber die

vielen guten Beispiele die wir in

der Nachbarschaft oder in den

Betrieben erleben.

Wir können doch stolz darauf

sein, dass sich Millionen Men-

schen für die Flüchtlinge enga-

giert haben und wir sollten uns

nicht über die tausend oder viel-

leicht auch zehntausende Men-

schen ärgern, die protestiert ha-

ben.“

(ak)

SPD geschlossen für Olaf Lies

Einstimmiges Votum: Landtagsabgeordneter und Minister soll auch 2018 als Kandidat antreten

Friesland/Jade.

Es hat sicher

schon spannendere Wahlkreis-

delegiertenkonferenzen gege-

ben: Die Genossen im Wahlkreis

70 (Friesland/Jade) stehen ge-

schlossen hinter ihrem Olaf: Auf

der Landtagswahlkreisdelegier-

tenkonferenz am Sonnabend-

vormittag im Lokschuppen Je-

ver wählten die 53 anwesenden

Delegierten den 49-Jährigen

einstimmig zum Landtagskan-

didaten. Damit wird Olaf Lies

am 14. Januar 2018 erneut für

den Wahlkreis 70 antreten. Als

Minister für Wirtschaft, Arbeit

und Verkehr des Landes Nie-

dersachsen und als direkt ge-

wählter Landtagsabgeordneter

war der Sozialdemokrat aus

Sande der einzige Kandidat auf

der Liste – kein Wunder, denn

mehr politisches Gewicht hätte

die SPD nicht in die Waagschale

werfen können.

Landrat Sven Ambrosy be-

zeichnete Lies als eine „Bank

für Friesland“, und für die Dele-

gierten war es keine Frage, bei

der von Lies` Landtagskolle-

gen Holger Ansmann straff ge-

führten Wahlkreiskonferenz auf

das zweifellos stärkste Pferd zu

setzen. Lies schwor die Partei-

kollegen in seiner motivierenden

Rede auf einen von Gemein-

samkeit und Selbstbewusstsein

geprägten Wahlkampf ein.

(lia)

Herzliche Umarmung: Bundestagskandidatin Siemtje Möller

gratuliert Olaf Lies direkt nach seiner Wahl zum Landtags-

kandidaten.

Foto: Cornelia Lüers