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4. März 2017

Varel

15

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‚Eine natürliche Geburt muss uns mehr wert sein‘

Im Landkreis fehlen Hebammen – Pflegeberufe aufwerten – „Überlaufene Notaufnahme“

Varel.

„Für eine Geburt kann

das Krankenhaus 1.250 Euro ab-

rechnen, für einen Kaiserschnitt

das Doppelte und für eine Brust-

implantation rund 4.000 Euro“,

stellte Karolin Marmetschke,

Hebamme am St. Johannes

Hospital, ganz pragmatisch fest.

Erst wenn die Geburt anders be-

wertet würde, werde vielleicht

auch der Beruf der Hebamme

wieder attraktiver: „Eine natür-

liche Geburt muss uns einfach

mehr wert sein.“

Fakt ist, dass es im Land-

kreis Friesland einen eklatanten

Mangel an Hebammen gibt. Das

bestätigte die Bundestagsabge-

ordnete Karin Evers-Meyer bei

ihrem Besuch in Varel. „Das sind

unhaltbare Zustände, wir haben

von den Betroffenen erfahren,

dass es schwierig ist, überhaupt

eine Hebamme zu bekommen.

Wir bitten daher den Landkreis

ein Hebammenzentrum einzu-

richten.“

Gemeinsam mit der stellver-

tretenden SPD-Fraktionsvorsit-

zenden im Bundestag, Carola

Reimann, hatte sie zunächst

einen Rundgang durch das St.

Johannes-Hospital in Varel ge-

macht. Anschließend gab es ei-

nen Austausch mit Hebammen

aus dem Kreis Friesland und der

Wesermarsch, darunter auch

Christina Harms-Janßen, Kreis-

delegierte Hebamme Friesland/

Wilhelmshaven und die Vorsit-

zende des niedersächsischen

Hebammenverbandes Veronika

Bujny.

Die Ursache für den Hebam-

menmangel liegt auch in den

hohen Versicherungsbeiträgen,

die diese aufzubringen haben.

Carola Reimann: „Unter diesen

Bedingungen gibt es immer

weniger Frauen, die Hebamme

werden wollen. Hier haben wir

zwar schon Verbesserungen er-

reicht, aber es gibt auch noch zu

wenige Schulplätze. Wir müssen

den Beruf attraktiver machen,

weil uns der Nachwuchs fehlt.“

Eine erste Lösung könnte viel-

leicht eine Koordinierungsstel-

le sein, die Frauen dabei hilft,

eine Hebamme zu finden, sagte

Landrat Sven Ambrosy. Hierzu

sollen nun im März Gespräche

aufgenommen werden.

Das begrüßte auch Siemtje

Möller ausdrücklich, die selbst

erst vor kurzem Mutter gewor-

den war und als SPD-Kandida-

tin für die Bundestagswahl im

Herbst 2017 ins Rennen geht:

„Ein so urtümlicher Beruf muss

erhalten bleiben, und wie wich-

tig diese Betreuung ist, weiß

ich aus eigener Erfahrung. Wir

stehen an der Seite der Hebam-

men.“

Der Geschäftsführer der

Friesland-Kliniken Frank Ger-

meroth machte weiter deutlich:

„Wir müsen die Pflegeberufe

aufwerten, es kann nicht sein,

dass uns Personal fehlt, aber

junge Menschen ihre Ausbil-

dung selbst finanzieren müssen.

Eine weitere Möglichkeit sei

eine Akademisierung des Be-

rufes, der zugleich eine Aufwer-

tung bedeute: „Wir hoffen dass

wir dadurch dem Pflegenot-

stand begegnen können“, sagte

Ambrosy und macht zugleich

klar: „Pflege wird dann auch

teurer werden. Das muss es uns

wert sein.“

Weiteres Thema des Be-

suches der Bundestagsabge-

ordneten war die „überlaufene

Notaufnahme“, nicht nur an

den Friesland-Kliniken. 30 Pro-

zent aller Fälle „gehören hier

eigentlich nicht hin“, sagte Ge-

schäftsführer Frank Germeroth.

Während sich in Varel die Bereit-

schaftsdienstpraxis der nieder-

gelassenen Ärzte bewährt habe,

liefen in Sanderbusch noch die

Verhandlungen. „Hier muss die

kassenärztliche

Vereinigung

endlich ihren Verpflichtungen

nachkommen“, so Evers-Meyer.

(ak)

Ein so qualifiziertes und umfangreiches Team in Sachen Geburtshilfe würde sich manche

Schwangere im Landkreis sicher öfter wünschen: Karin Evers-Meyer (Bildmitte) hatte Carola

Reimann (links daneben) nach Friesland eingeladen, um auf die schwierige Situation hier vor

Ort nachdrücklich hinzuweisen.

Foto: Anke Kück