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11. März 2017

Varel

15

Zu ersteigern: Ein Tag mit Bodo Janssen

Filmpräsentation im Landhotel Friesland – Upstalsboomer Unternehmer unterstützt Hospizbewegung

Varel.

Ein Tag mit Bodo Jans-

sen – dieses außergewöhnliche

Erlebnis kann man beim Hospiz-

tag in Varel ersteigern.

Der Upstalsboomer, wie sich

der Geschäftsführer der gleich-

namigen Unternehmensgrup-

pe und auch seine Mitarbeiter

selbst nennen, erklärte sich

nach der Präsentation seines

Films „Die stille Revolution“ im

firmeneigenen Landhotel Fries-

land spontan bereit, die Vareler

Hospizbewegung zu unterstütz-

ten und freute sich: „Das ist eine

tolle Idee!“ Wer also einen Tag

lang Begleiter des Unterneh-

mers sein und einen Einblick in

den neuen „Upstalsboom Weg“

gewinnen möchte, sollte sich

die Benefizversteigerung am 6.

Mai auf dem Vareler Schloßplatz

nicht entgehen lassen. Und wer

den Upstalsboomer einmal per-

sönlich erlebt hat, weiß welch

besonderes Erlebnis dies wohl

sein wird.

„Die stille Revolution“

„Mein Glück liegt darin, in

die Gesichter glücklicher Men-

schen zu schauen“, bis Bodo

Janssen mit diesem Satz sein

eigenes Lebensglück verbin-

den konnte, lagen eine Menge

auch harter Erfahrungen hinter

ihm.

In dem Film „Die stille Revolu-

tion“ erklären er und viele Weg-

gefährten, Politiker oder Wirt-

schaftsvertreter, warum dieses

Konzept solch einen Erfolg

verspricht: Achtsamheit, Wert-

schätzung, Vertrauen, Herzlich-

keit, Fairness, Lebensfreude,

Verantwortung...

Wer würde diesen Werten

nicht auch gerne in seinem Um-

feld und besonders an seinem

Arbeitsplatz begegnen. Die

Upstalsboomer haben diese

Werte als maßgeblich für ihre

Unternehmenskultur erarbeitet

– und wie Bodo Janssen be-

tonte: „Wir leben sie auch.“

Er hat diesen neuen Weg

nach einer sehr ernüchternden

Mitarbeiterbefragung im Jahre

2010 eingeschlagen: „Die Aus-

sage, wir brauchen einen ande-

ren Chef als Bodo Janssen hat

mich tief getroffen.“

Schließlich ging er ins Klo-

ster zu Pater Anselm Grün. Dort

lernte er die Stille auszuhalten,

zu meditieren und was führen

wirklich bedeutet. Genau das

wird auch im Film – von unter-

schiedlichsten Akteuren des

Arbeitslebens – erklärt.

Die Bandbreite reicht dabei

von Ex-Minister Hans Eichel bis

zu Auszubildenden der Ups-

talsboomgruppe.

Menschen sind das Ver-

mögen des Unternehmens

Hier einige der wesentlichen

Aussagen: „Führen heißt in

Fahrt bringen, wir brauchen

keine Dompteure, sondern Ani-

mateure, die die Menschen zur

Entfaltung bringen, wir müssen

ein Funkensprüher sein. Mitar-

beiter bekommen so oft gesagt,

was sie nicht können und nicht,

was sie können.

Menschen sind das Vermö-

gen eines Unternehmens und so

sollten wir sie auch behandeln.

Die Aufgabe der Führungskräfte

ist es, dem Menschen zu helfen

sein Potential zu entwickeln.

Machtausübung ist ein zen-

traler Misserfolgsfaktor. Wir

müssen nicht durch Macht über-

zeugen, sondern durch Können.

Menschen haben von Natur aus

Interesse ihre Arbeit gut zu ma-

chen, leider werden sie oft daran

gehindert. Viele Führungskräfte

sehen nicht, dass sie, wenn sie

Macht abgeben, viel mehr zu-

rückbekommen.“

Diese und viele weitere ähn-

liche Aussagen haben ganz viel

mit Wertschätzung und Acht-

samkeit zu tun, genau das ist

es, was die Menschen beflügelt.

Der neue Upstalsboomweg

beinhaltet auch, dass jeder Mit-

arbeiter mit entscheiden und

sich einbringen kann – über alle

Hierarchien hinweg, ganz prak-

tisch vom Azubi bis zum Hotel-

direktor.

Betont wird im Film auch im-

mer wieder, dass für den Ma-

terialismus nun die Götterdäm-

merung angebrochen ist. Auch

Bodo Janssen ging es früher im-

mer nur darum, das Unterneh-

men größer zu machen. Aber,

so die Aussagen: Das Unter-

nehmen der Zukunft macht sich

vom Zwang des Wachstums frei.

Wie sagt Bodo Janssen: „Je-

der Mensch lernt auf zwei We-

gen, durch Einsicht oder durch

Katastrophen.“ Er hat gelernt

und einer der zentralen Sätze

ist: „Wir haben aus dem know

how ein know why gemacht.

Unsere Mitarbeiter müssen das

Gefühl haben, dass die Arbeit

die sie tun sinnvoll ist.“

Immer wieder wird den Ups-

talsboomern von Außenstehen-

den etwas ungläubig die Frage

gestellt: Ist das wirklich so? Und

sehr überzeugend sagt eine Mit-

arbeiterin in einer Filmsequenz

dazu: „Ja das ist wirklich so.

Bodo bricht komplett mit den

Regeln.“

Diese veränderte Unterneh-

mensphilosophie zeigt Wirkung:

Ergab die Mitarbeiterbefragung

im September 2010 noch, dass

über 50 Prozent der Mitarbeiter

unzufrieden sind, zeigt sich heu-

te ein völlig anders Bild:

Die Wirtschaftlichkeit des

Unternehmens hat sich verviel-

facht, die Weiterempfehlungs-

quote liegt bei 98 Prozent, die

Bewerberzahlen sind um 500

Prozent gestiegen, die Krank-

heitsrate ist bei einem Prozent

und die Fluktuation geht gen

Null – und das in einer Branche,

die eher unter Nachwuchsman-

gel leidet. Schließlich wurde dies

auch bei einem renommierten

bundesweiten Vergleichswett-

bewerb anerkannt: Upstals-

boom wurde 2014 von „TOP

JOB“ als eines der fünf besten

Unternehmen

Deutschlands

ausgezeichnet. Klare Fakten zu

denen Bodo Janssen anmerkt:

„Wir haben diesen Erfolg nicht

trotz, sondern wegen unserer

Unternehmensphilosopihie.“

Direktor ohne know how

Im Anschluss an die Filmvor-

führung gab es eine kurzweilige

Podiumsdiskussion mit dem

Küchenchef Kevin Lauer und

dessen Hoteldirektor Seba-

stian Schmidt. Das Besondere:

Schmidt übernahm die Führung

des Upstalsboom Hotels Deich-

graf in Wremen – ohne jegliche

Erfahrung aus dem Hotelge-

schäft. Er selbst war damals

sehr unzufrieden mit der Un-

ternehmensphilosopie seines

damaligen Arbeitgebers, lernte

Bodo Janssen kennen und wur-

de eines Tages ganz spontan

von diesem gefragt: „Hättest Du

Lust ein Hotel zu führen.“

Er sagte zu und das mit Erfolg.

Das Rezept dafür hatte sein Kü-

chenchef Kevin Lauer parat:

„Mach einfach das, worauf Du

Bock hast, sei einfach wie Du

bist, dann hast Du auf dieser

Welt nichts mehr zu verlieren.“

Mit der Aufforderung alles im-

mer mit einer richtigen Haltung

zu tun und den Sätzen: „Küm-

mere Dich um die Menschen

in deinem Unternehmen, dann

kümmern sich die Ergebnisse

um sich selbst“ und „wenn Du

Erfolg haben willst, mache an-

dere erfolgreich“, entließen die

Upstaalsboomer ein beein-

drucktes Publikum in den Un-

ternehmensalltag.

Das Buch „Die stille Revo-

lution“ – Führen mit Sinn und

Menschlichkeit – ist im Buch-

handel erhältlich.

Die Hauptstadtpremiere des

gleichnamigen Filmes findet am

29. März in der Astor Filmloun-

ge in Berlin statt. Bodo Janssen

stellt dabei seine Vision des Up-

stalsboom-Weges vor und lässt

Vordenker und Macher zu Wort

kommen, die seit Jahren mit

gutem Beispiel vorangehen und

Menschen im Sinne einer neuen

Arbeitswelt inspirieren und be-

geistern.

(ak)

Kurzweilig und auf Augenhöhe diskutierten Kevin Lauer, Se-

bastian Schmidt und Bodo Janssen im Anschluss an die Film-

vorführung „Die stille Revolution“.

Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Wirt-

schaftsförderungsgesellschaft Varel e.V. und dem Arbeit-

geber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. im Upstalsboom

Landhotel Friesland organisiert.

Foto: Anke Kück