Table of Contents Table of Contents
Previous Page  17 / 48 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 17 / 48 Next Page
Page Background

11. März 2017

Varel

17

Heike Kliegelhöfer ist Kandidatin der Grünen

Landtagswahl 2018: Krankenschwester aus Varel setzte sich bei Nominierung gegen Sigrid Busch durch

Varel.

Es dauerte nur knapp

90 Minuten, da war die Kandi­

datin gekürt: Heike Kliegelhö­

fer aus Varel ist am Dienstag­

abend zur Landtagskandidatin

für Bündnis 90/Die Grünen im

Wahlkreis 70 nominiert worden.

Die 42-Jährige wurde im Vareler

Tivoli von der Mehrheit der 23

stimmberechtigten Mitglieder

aus dem Kreis Friesland und

aus Jade gewählt. Eine Dele­

giertenversammlung gibt es

bei den Grünen nicht, alle ver­

zeichneten Parteimitglieder wa­

ren bei der Wahlversammlung

stimmberechtigt.

Heike Kliegelhöfer setzte sich

schließlich mit 15 zu 8 Stimmen

gegen Sigrid Busch aus Varel

durch. Das war durchaus eine

Überraschung: Während Sigrid

Busch, die seit November 2016

dem Vareler Stadtrat angehört,

ihre Bereitschaft zur Kandidatur

im Vorfeld angekündigt und sich

schriftlich bei den Parteifreun­

den vorgestellt hatte, meldete

Heike Kliegelhöfer ihre Bewer­

bung für die Landtagskandida­

tur erst auf der Versammlung an.

Wolfgang Ottens aus Schor­

tens führte als Versammlungs­

leiter zügig und souverän durch

die Tagesordnung und gab bei­

den Bewerberinnen die Mög­

lichkeit, sich kurz vorzustellen.

„Ich habe mich erst kurz vorher

für die Bewerbung entschie­

den“, erklärte Heike Kliegelhö­

fer eingangs. Eine Kandidatur

für die Grünen habe ihr immer

vorgeschwebt – „und wenn nicht

jetzt, wann dann?!“ Bei der

Kommunalwahl 2016 war sie auf

der Liste der Grünen bereits für

die Wahl zu Stadtrat und Kreis­

tag angetreten.

Seit 2007 gehört sie der Par­

tei an, zunächst aktiv in Aurich.

Die 42-jährige Mutter von zwei

Kindern lebt mit ihrer Familie in

Büppel, ihr Mann Carsten Klie­

gelhöfer ist seit 2016 Mitglied

des Vareler Stadtrats. Gemein­

sam agieren die Kliegelhöfers

derzeit als Sprecher des Grü­

nen-Kreisverbandes Friesland.

Die gelernte Krankenschwester

arbeitet als stellvertretende

Pflegedienstleiterin im Nord­

west-Krankenhaus

Sander­

busch. Auch deshalb liegt ihr die

Pflege- und Gesundheitspolitik

besonders am Herzen, ebenso

die Bildung. Gleiche Chancen

für alle seien ihr ein besonderes

Anliegen, „die Möglichkeit der

Bildung darf nicht standesab­

hängig sein“, so Heike Kliegel­

höfer. Die Senkung oder gar die

Abschaffung von Kitagebühren

sei dabei ein zu betrachtender

Aspekt.

„Ich freuemich auf einen span­

nenden Wahlkampf“, erklärte

Heike Kliegelhöfer, nachdem sie

die Wahl angenommen und sich

für den Vertrauensvorschuss

bedankt hatte. Versammlungs­

leiter Wolfgang Ottens und Uwe

Burgenger, Landtagskandidat

von 2013, gehörten zu den er­

sten Gratulanten.

(tz)

Heike Kliegelhöfer (42) aus Varel wird für die Grünen bei der

Landtagswahl im Januar 2018 antreten. Wolfgang Ottens,

Versammlungsleiter und Mitglied im Grünen-Kreisvorstand,

gratulierte der Kandidatin.

Foto: M. Tietz

CDU startet mit Jens Damm in den Wahlkampf

Wangerländer tritt nach 2013 erneut gegen Olaf Lies an – Björn Thümler geht mit Rot-Grün ins Gericht

Friesland.

Die Landtagswahl

ist erst in rund zehn Monaten,

aber der Wahlkampf hat schon

begonnen. Nach dem Bundes­

tagskandidaten Hans-Werner

Kammer, der sich am 24. Sep­

tember in Friesland-Wilhelms­

haven-Wittmund zur Wahl stellt,

hat die CDU jetzt auch schon

den Landtagskandidaten für die

Wahl am 14. Januar im Wahl­

kreis Friesland-Jade nominiert.

Es ist – wenig überraschend –

der Landwirt Jens Damm aus

der Gemeinde Wangerland, der

es schon 2013 versucht hatte.

Überraschend eher, dass er,

der vor Monaten als damaliges

Kreisvorstandsmitglied

noch

im Brennpunkt einer veritablen

Krise der friesländischen CDU

stand, nun auf 90 Prozent der

Stimmen kam. Mag sein, dass

zweifellos vorhandene Geg­

ner einfach weggeblieben sind.

Doch die Union sucht wohl auch

den Frieden. Jedenfalls wurde

ein einzelner Kritiker, der die

Vergangenheit wieder aufrollen

wollte, von zwei weiblichen Vor­

standsmitgliedern der CDU mit

deutlichen Worten zurückge­

wiesen, wofür die Versammlung

kräftigen Applaus spendete.

Damm hatte sich kurz und

prägnant als Bewerber vorge­

stellt. Zwei Gründe nannte er

für seine Bereitschaft, erneut

anzutreten. Erstens mache ihm

Politik Spaß und er scheue keine

Diskussion und Auseinander­

setzung, um etwas für die Regi­

on zu erreichen. Zweitens liege

ihm die Heimat am Herzen und

es gebe Themen en masse, um

die es sich zu kümmern lohne.

„Ich bin bereit, für Friesland an­

zupacken“, sagte Damm.

Die Themen, die er nannte

– Schulen, Straßen, Landwirt­

schaft – waren dieselben, die

auch Ehrengast Björn Thümler,

Fraktionsvorsitzender der CDU

im Landtag, in seiner kämpfe­

rischen Rede anschnitt. Er habe

zum Beispiel kein Verständnis

dafür, wenn den Bauern immer

wieder Steine in den Weg gelegt

und sie an den Pranger gestellt

würden. Ja, es gebe Probleme

mit der Landwirtschaft und auch

schwarze Schafe. Aber die mei­

sten Landwirte folgten der guten

bäuerlichen Praxis. Nach dem

Landeswassergesetz, der Pla­

kataktion der Bundesumwelt­

ministerin und einer geplanten

Beweisumkehr bei Nutztier-Tö­

tungen durch Wölfe sei mit dem

Pachtpreisgesetz eine weitere

Attacke von Rot-Grün in Vorbe­

reitung, so Thümler. Unterrichts­

versorgung, Inklusion, innere

Sicherheit – die CDU hat an der

Politik der regierenden Koalition

viel auszusetzen.

(hbu)

Zufrieden mit dem Ergebnis: der Landtagskandidat der CDU

im Wahlkreis Friesland-Jade, Jens Damm, und die CDU-Kreis-

vorsitzende Christel Bartelmei nach der Wahl.

Foto: Burlager