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Varel

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Abriss für neues Waldviertel geht weiter

Einstige Kaserne verschwindet Stück um Stück – Planung für Wohnbaugebiet, Kindergarten und Hospiz

Varel.

Rege Bautätigkeit wird

in den kommenden Monaten

auf dem Gelände der früheren

Friesland-Kaserne einsetzen:

Gleich mehrere Projekte, die

auf dem einst insgesamt rund

34 Hektar großen Areal geplant

sind, haben inzwischen Bau-

reifer erreicht oder stehen kurz

davor.

Das frühere Militärgelände

wird bekanntlich nunmehr in

eine vielfältige zivile Nachnut-

zung überführt, nachdem die

Stadt Varel seinerzeit einen

Großteil der Flächen angekauft

hatte. Entstehen werden unter

anderem weitere Gewerbeflä-

chen in Anbindung an den Ge-

werbe- und Logistikport im Nor-

den, ein Wohnbaugebiet ganz

im Osten des Geländes sowie

ein Kindergarten, ein Hospiz-

neubau und eine neue Heimstatt

für den Vareler Stadtbetrieb.

Letztgenannte soll ganz im

Südwesten des Geländes ent-

stehen, vorhandene Fahrzeug-

halle können weiter genutzt wer-

den. Es ist ferner ein Neubau in

Anschluss an eines der Gebäu-

de vorgesehen. Direkt neben

dem künftigen Betriebshof soll

darüber hinaus die Möglichkeit

zur Errichtung eines Funkmast-

turmes geschaffen werden. Auf

Wunsch des Investors ist dafür

die maximal zulässige Bauhöhe

auf 55 Meter erweitert worden.

Neuer Kindergarten

im ‚Waldviertel‘

Sowohl für den neuen Stadt-

betrieb als auch für den ge-

planten Kindergarten einen

Steinwurf weiter östlich hat eine

erste Auslegung des jeweiligen

Bebauungsplans

stattgefun-

den, nennenswerte Eingaben

dazu hat es nicht gegeben. Es

werden bei beiden Vorhaben

kaum Belange Dritter berührt,

so ist die erforderliche Änderung

des Flächennutzungsplanes im

Grunde nur eine Formsache.

Für die mögliche Ausgestaltung

des geplanten Kindergartens

im Herzen des neu enstehen-

den Stadtteils, für den Architekt

Johann Boner einst den Begriff

„Waldviertel“ geprägt hatte,

wurden unterdessen verschie-

dene Vorschläge von fünf Ar-

chitekturbüros im Bauauschuss

vorgestellt. Möglichst bis Mitte

April soll der Auftrag zur kon-

kreten Planung dann gleich

beider neuer Kindergärten – ein

weiterer muss in Büppel gebaut

werden – an eines der fünf inte-

ressierten Büros vergeben wer-

den. Entgegen der bisherigen

Planung soll in diesem Jahr zu-

nächst mit dem Bau der neuen

Kita auf dem Kasernengelände

begonnen werden, im nächsten

Jahr soll dann der in Büppel fol-

gen. Nur wenn die Planung nun

rasch angeschoben werde sei

gewährleistet, dass ein Neubau

mit Platz für mindestens drei

Gruppen zeitgerecht bis Som-

mer 2018 fertiggestellt werden

kann, und das unabhängig von

der gewünschten Bauweise,

betonte Fachbereichsleiter Jörg

Kreikenbohm.

Bereits einen Schritt weiter

ist die Planung sowohl für das

stationäre Hospiz als auch für

die vorgesehene Gewerbeflä-

che im nördlichen Bereich der

ehemaligen Frieslandkaserne.

Hier plant bekanntlich die Pa-

pier- und Kartonfabrik Lager-

hallen zu errichten und Teile der

Betriebslogistik aus dem Werk

zu verlagern. Für beide Bebau-

ungspläne steht nunmehr nur

noch der formelle Satzungsbe-

schluss durch den Stadtrat aus,

dann können in Kürze Bauan-

träge eingereicht werden. Die

Planverfahren waren in eine

zweite öffentliche Auslegung

gegangen, weil die Festsetzung

der erlaubten Vollgeschosse

verändert worden war.

Unterdessen hat die IDB, ein

Tochterunternehmen der LzO,

mit dem Abriss der Gebäude

im östlichen Teil der einstigen

Kaserne begonnen: Hier sollen

demnächst neue Einfamilien-,

Doppel- und Mehrfamilienhäu-

ser mit bis zu sechs Wohnein-

heiten gebaut werden. Es müs-

sen zunächst alle vorhandenen

Gebäude abgetragen werden,

bevor in der zweiten Jahres-

hälfte 2017 mit der Erschlie-

ßung des Neubaugebietes

begonnen werden kann. Mit

der Vermarktung der stadtnah

gelegenen Grundstücke will

die Sparkasse zur Jahresmitte

2017 beginnen. Die Bauarbei-

ten für die neuen Wohnhäuser

in dieser attraktiven Wohnlage

könnten voraussichtlich Anfang

kommenden Jahres starten. Die

vorgesehene Erschließungspla-

nung für das Baugebiet auf der

ehemaligen Frieslandkaserne,

das direkt an die vorhandene

Wohnbebauung nördlich des

Steinbrückenwegs anschließen

wird, soll im Bau- und Stra-

ßenausschuss am kommenden

Montag, 20. März,

vorgestellt

werden.

(tz)

Die Kasernengebäude nördlich der früheren Wache an der Waldstraße (vorn rechts im Bild)

werden in Kürze abgerissen, hier entsteht eine neue Wohnbausiedlung.

Foto: M. Tietz