Table of Contents Table of Contents
Previous Page  15 / 40 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 15 / 40 Next Page
Page Background

15. April 2017

Varel

15

+++ FRIEBO-Leserreisen +++ FRIEBO-Leserreisen +++

IsLand - nORdLIchtER und WaLE

Expeditionsreise nach Island vom 21.09. - 27.09.2017

• Transfer zum Flughafen Hamburg und zurück • Flug von Hamburg nach Island

und zurück • alle Flugsteuern und Sicherheitsgebühren inkl. • alle Transfers

in Island inkl. • 3 x Übernachtungen inkl. Vollpension an Bord inkl. Kaffee, Tee

und Wasser • 3 x Übernachtungen im DZ mit DU/WC inkl. Frühstück in 3*** und

4**** Hotels in Island • Reiseleitung und Isländische Reiseleitung • alle Zodiac

Ausflüge inkl. • Busrundreise auf Island • informative Vorträge an Bord

Preis p. P. ab 3290,- € (in DK Bullauge)

Friesländer Bote

Elisabethstr. 13 · 26316 Varel

Telefon 0 44 51 / 91 19 24

E-Mail:

jeannettegalda@friebo.de

Eine

Reise von

NATUR PUR

Reisen

Toll/TrimkowskiGbR

Diedrich Uhlhorn – ein Genie aus Bockhorn

Bodo von Pape berichtet über Leben und Leistung des 1764 geborenen Mathematikers und Erfinders

Varel.

Wenn Bodo von Pape

über Diedrich – oder Diederich? –

Uhlhorn vor den Gästen des

Heimatvereins in Varel berich-

tet, dann spricht ein in Bockhorn

geborener Mathematiker mit

Begeisterung über einen weite-

ren „mathematischen Kopf“ aus

Bockhorn, auch wenn der schon

lange tot ist. Uhlhorn wurde 1764

geboren, ein Jahr nach demEnde

des Siebenjährigen Krieges in

eine Zeit, in der in England mit

der Industriellen Revolution ein

grundlegender, bis in die Gegen-

wart reichender und sich zuneh-

mend beschleunigender Wandel

der ökonomischen, sozialen und

politischen Verhältnisse einge-

leitet wurde.

Der Sohn eines Tischlers

besuchte die für heutige Ver-

hältnisse grotesk überfüllte

Dorfschule; ihr vorwiegend auf

religiösen Drill ausgerichteter

Unterricht konnte ihn nicht zu-

friedenstellen.

Es ist für uns kaum noch nach-

zuvollziehen, wie er sich selbst

mit Hilfe eines Lehrbuches des

Philosophen Christian Wolff über

die „Anfangsgründe aller mathe-

matischen Wissenschaften“ fun-

dierte theoretische Kenntnisse

aneignete. Sie ermöglichten ihm,

Luftpumpen, Sonnenuhren und

vor allem achromatische Fern-

rohre herzustellen, die nach von

Pape den Vergleich mit denen

des Bayern Fraunhofer nicht zu

scheuen brauchten.

Seinem Vater gefiel das gar

nicht, er enterbte den Sohn, der

in Bockhorn statt einer Tischle-

rei eine Werkstatt für optische

und mathematische Instrumente

einrichtete. Aber wer waren die

Kunden, die diese Geräte kauf-

ten? Sie konnten eigentlich nur

zu der aus dem Vortrag von A.

Sander bekannten, von den

Entwicklungen in England und

seinem Umfeld profitierenden,

„international“ ausgerichteten

„bürgerlich-bäuerlichen Elite aus

den Marschgebieten“ gehören.

1796 besuchte der Oldenburger

Jurist und Schriftsteller Gerhard

Anton von Halem den Instru-

mentenbauer in Bockhorn und

war begeistert. Vermutlich war

er es, der Herzog Peter Friedrich

Ludwig dazu brachte, ein Fern-

rohr zu erwerben und ihn 1797

zu seinem „Hofmechanikus“ zu

machen.

1802 übersiedelte Uhlhorn mit

seiner Familie nach Oldenburg,

weil er dort einen besseren Zu-

gang zur Fachliteratur und zu

anregenden

Gesprächspart-

nern fand. Er hatte aber auch da

schon Kontakte ins Rheinland,

entwickelte Maschinen für die

Textil- und Tabakindustrie und

optimierte die Form der Zahn-

räder bei der Kraftübertragung

der Windmühlen, wofür er 1804

einen Preis der „Hamburgischen

Gesellschaft für Kunst und Ge-

werbe“ gewann. Dabei ging

er nicht nur experimentell vor,

sondern fundierte seine Erfin-

dungen mit geometrischen Her-

leitungen.

Vor diesem Hintergrund ent-

stand das Werk „Entdeckungen

in der höheren Geometrie, theo-

retisch und practisch abgehan-

delt“, in dem Uhlhorn aus der

Antike stammende klassische

Probleme wie die „Verdoppe-

lung des Würfels“ aufgriff. Das

Problem selbst ist leicht zu ver-

stehen: Wenn ein Würfel die

Kantenlänge „a“ hat, dann ist

sein Volumen a

·

a

·

a, also a³, das

doppelte Volumen 2a³, die neue

Kantenlänge „b“ also a

3

√2. Es

geht darum, die Kubikwurzel

zu ziehen. Uhlhorn suchte hier

eine geometrische Antwort und

er fand sie in der „Ophiuride“,

der „Schlangenschwanzlinie“.

Seine Leistung bei der Lösung

Jahrtausende alter Probleme ist

mehr als außergewöhnlich.

Bodo von Pape bemühte sich

redlich, sie seinen Zuhörern zu

vermitteln, aber zumindest dem

Rezensenten blieb die genaue

Funktionsweise der „Ophiuride“

trotz aller Skizzen ein Buch mit

sieben Siegeln. Eine nachvoll-

ziehbare Darstellung im Rahmen

eines Vortrags hätte deutlich

mehr – zuviel – Zeit für die Be-

schreibung der mathematischen

Probleme, ihrer Vorausset-

zungen wie der Lösungsschritte

gebraucht. Immerhin gab es

vor 200 Jahren nach der Veröf-

fentlichung 1809 einige Bespre-

chungen in überregionalen Zeit-

schriften, die Uhlhorns Beitrag

würdigten. Dennoch geriet der

„Mathematiker“, der die Ansätze

der Antike vor ihren Kritikern in

der Neuzeit retten wollte, gegen-

über dem Techniker und Erfinder

weitgehend in Vergessenheit.

1810 nutzte Uhlhorn die Vor-

teile, die die französische Be-

setzung des Rheinlandes unter

Napaoleon der aufstrebenden

Textilindustrie bot und zog nach

Grevenbroich – ausgespro-

chen „Grevenbroooch“ – um.

Zunächst war er technischer

Leiter einer Baumwollspinnerei;

bald sorgte er mit eigenen Un-

ternehmen für die Herstellung

und Reparatur der zugehörigen

Maschinen, von denen er einige

– etwa die „Kratzenmaschine“

zur Aufrauhung der Baumwol-

le – neu erfand. Die Hebelge-

setze nutzte er in der Variante

eines „Kniehebels“, wie wir ihn

z.B. von wiederverschließbaren

Bierflaschen kennen, um eine

neuartige und sehr erfolgreiche

Münzpresse herzustellen.

Diedrich Uhlhorn aus Bock-

horn verstand es, seine über-

ragenden praktischen und

theoretischen Fähigkeiten zum

eigenen wie zum gesamtgesell-

schaftlichen Nutzen einzuset-

zen und dabei in Grevenbroich

reich zu werden. Er starb 1837.

Wer seine Biographie genauer

studiert, kann auch den gesell-

schaftlichen Umbruch und den

Anbeginn einer neuen Zeit um

1800 besser verstehen. Bodo

von Pape hat mit Recht unsere

Aufmerksamkeit auf ihn und ins-

besondere seine Oldenburger

Zeit gelenkt.

Rainer Urban

Diedrich Uhlhorn eröffnete

vor gut 200 Jahren in Bock-

horn eine Werkstatt für op-

tische und mathematische

Instrumente.

Hilfe für verwaiste Eltern

Varel.

Wenn ein Kind stirbt,

bricht für Eltern und Geschwi-

ster oft eine Welt zusammen. Es

fehlen einem die Worte. Außen-

stehende Mitmenschen können

diese Situation kaum in vollem

Umfang begreifen und stehen

betroffenen Eltern häufig hilflos

und sprachlos gegenüber. Ge-

meinsam mit anderen Betrof-

fenen wird es oftmals leichter,

über diese Situation zu spre-

chen. In einem geschützten

Rahmen bieten wir die Mög-

lichkeit an, der Trauer Raum zu

geben, gemeinsam über die

Bedeutung des schmerzlichen

Verlustes und über das Leben

nach einer solchen Erfahrung

zu sprechen. Das Angebot fin-

det jeden ersten, dritten und

fünften Mittwoch im Monat von

10 bis 11.30 Uhr in den Räumen

der Hospizbewegung Varel,

Windallee 15 statt.

Der nächste Termin ist am

19. April.

Eine Kinderbetreu-

ung kann angeboten werden,

dann ist eine Anmeldung unter

v

04451/804733 erforderlich.

Zweiradfachgeschäft Hegeler

Wir verkaufen nicht nur –

wir reparieren auch!

Gaststr. 17 ∙ 26316 Varel ∙ 04451-4710