Table of Contents Table of Contents
Previous Page  14 / 48 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 14 / 48 Next Page
Page Background

14

Varel

Friebo 17/2017

Frauen sind im Team herzlich willkommen

Feuerwehr Obenstrohe sucht Verstärkung – Aktive Jugendabteilung – Die Kameradschaft zählt

Varel.

„Es macht Spaß, wir

möchten Menschen helfen und

wir schätzen die Kamerad-

schaft“, eigentlich ganz einfach,

die Antwort auf die Frage warum

man sich ehrenamtlich enga-

giert – oder?

In der Feuerwehr ist ehren-

amtliches Engagement die

Grundvoraussetzung

dafür,

dass die Sicherheit der Men-

schen gewährleistet werden

kann – meistens sind hier aller-

dings immer noch Männer fast

allein unterwegs.

In Obenstrohe ist das anders:

Vanessa und Jessica Brinkmann

sind in der Jugendfeuerwehr ak-

tiv, betreut werden sie hier unter

anderem von Rinka Schimansky

und im Einsatzteam verstärken

außerdem Linda Zerner, Bozena

Rusniok und Maren Janßen des

Team. Dass die Männer in der

Überzahl sind, ist für die sechs

aktiven Frauen und Mädchen

übrigens völlig unwichtig.

Für Vanessa und Jessica ist

klar: „Wir machen unsere Arbeit

sehr gerne und freuen uns jetzt

schon darauf, wenn wir ab sech-

zehn auch bei den Großen dabei

sein dürfen.“ Einmal pro Woche

ist Übungsabend und dabei gibt

es einiges zu lernen. „Knoten-

kunde ist toll, Theorie nicht so

und dass wir in den Ferien nicht

üben können auch nicht“, be-

richten die beiden.

Aktuell hat die Jugendfeuer-

wehr Obenstrohe 15 Mitglieder,

geübt wird einmal pro Woche

am Montag und wie Ortsbrand-

meister Mark Röseler betont:

„Jedes Kind zwischen 10 und 16

Jahren ist bei uns willkommen.“

„Familiäre Vorbelastung“

Rinka Schimansky ist eben-

falls über die Jugendfeuerwehr

zum Team gekommen. Wie bei

vielen anderen war allerdings

oft eine „familiäre Vorbelastung“

vorhanden: „Mein Vater war hier

schon aktiv und da habe ich ge-

sehen, wie schön es ist, anderen

helfen zu können.“ Etwas Zeit

muss zwar investiert werden,

„aber das tun andere Menschen

ja auch für ihr Hobby.“

Längst sind nicht mehr Brän-

de die Haupteinsatzursachen:

Verkehrsunfälle,

technische

Hilfeleistungen, Sturmschäden

oder Ölspuren erfordern durch-

schnittlich jede Woche einen

Einsatz. Rinka Schimansky aber

ist am liebsten dort tätig, wo

auch ihre Zeit bei der Obenstro-

her Wehr begann: „Die Jugend-

feuerwehr zu betreuen – das

mache ich unglaublich gerne.“

Dass man nicht unbedingt

schon ganz früh einsteigenmuss

bestätigen Linda Zerner und Bo-

zena Rusniok: „Wir sind quasi

Quereinsteiger. Linda Zerner

ist 46 Jahre alt und erklärt: „Ich

hatte schon immer technisches

Interesse und bin hier sehr gut

aufgenommen worden.“ Auf

einem Lehrgang erhielt sie das

Handwerkszeug dazu, um auch

richtig und zuverlässig Hilfe lei-

sten und Einsätze begleiten zu

können.

Heute ist sie außerdem Schul-

klassenbetreuerin und vermittelt

schon Kindern wichtiges Wis-

sen um und über die Feuerwehr.

Gemeinsam helfen

Ein Unfall auf der Autobahn

führte dazu, dass Bozena Rus-

niok den Weg zur Feuerwehr

fand: „Das war das ‚Beste‘ was

mir passiert ist, das Wissen ge-

meinsam helfen zu können und

sich dabei aufeinander verlas-

sen zu können, das ist schon

ganz besonders.“ Zunächst hat-

te die Familie der 36-Jährigen

etwas Bedenken, dass nun so-

viel Zeit für dieses Engagement

aufgewendet werden müsse –

aber: „Heute sind alle unglaub-

lich stolz auf das was ich tue und

schon mein Vater war in Polen

bei der Feuerwehr.“

Dass man auch in Kontakt

und aktiv bleiben kann, wenn

man nicht mehr ständig vor Ort

ist beweist Maren Janßen (30):

„Ich bin inzwischen nur noch

am Wochenende hier, aber als

Schriftführerin bleibe ich da-

bei und natürlich wenn Not am

Mann – oder besser an der Frau

– ist. Für mich war es enorm

wichtig, weiter dazu zu gehö-

ren, die Kameradschaft hat mir

gefehlt: Ich habe meine Freunde

und die vielen guten Gespräche

vermisst.“

Ortsbrandmeister Marc Rö-

seler merkt man an, wie froh er

über die weibliche Verstärkung

ist und auch wie sehr diese ge-

braucht wird: „Wir haben dieses

Team über Jahre aufgebaut und

es ist wichtig, immer wieder

neue Menschen für unsere Ar-

beit zu begeistern.“ Auch wenn

Männer körperlich meist etwas

stärker als Frauen seien, im

Team lasse sich eigentlich al-

les bewältigen und: „Am Ende

gleicht sich alles aus, denn jeder

hat Stärken und jeder hat auch

Schwächen.“

Wer Interesse hat, ist zu einem

der Übungsabende eingeladen

– immer montags ab 20 Uhr im

Feuerwehrhaus Obenstrohe an

der Wiefelsteder Straße. (www.

feuerwehrobenstrohe.de)

. Vo-

raussetzungen muss man im

übrigen nicht erfüllen, Jede(r) ist

herzlich willkommen.

(ak)

Lehrgänge und Fortbildungen vermitteln das nötige Handwerkszeug um zuverlässig Hilfe zu

leisten und Einsätze zu begleiten. Gemeinsam im Team lassen sich auch schwierige Aufga-

ben bewältigen.

Foto: Anke Kück

Vanessa Brinkmann, Rinka Schimansky, Jessica Brinkmann

(vorne v.l.) und Linda Zerner, Bozena Rusniok, und Maren

Janßen (hinten v.l.) sind im Team der Obenstroher Feuerwehr

aktiv und fühlen sich dort sehr wohl.

Fotos: Anke Kück