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27. Mai 2017

Varel

13

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Leserbrief zum Bericht „Ge-

flügelmast“, Friebo 20/2017:

„Wer sich gegen Massentier-

haltung wendet, wird nur allzu

leicht als Gegner der Landwirt-

schaft abgestempelt. Eine fa-

brikmäßige Produktion findet

immer weniger Zustimmung.

Der größte Teil der Gesellschaft

akzeptiert und respektiert eine

Landwirtschaft, die von klei-

neren und mittleren Betrieben

geprägt ist. Das ist leider ein

unwiederbringlich

verlorener

Traum. Denn das fortwährende

Sterben genau dieser Betriebe

ist die unausweichliche Kon-

sequenz der Lobbyarbeit zur

Landwirtschaftspolitik der letz-

ten Jahre.

Fakt ist, dass in den deut-

schen Mastbetrieben kaum für

den deutschen Verbraucher

produziert wird. Deutschland

gehört zu den größten Fleisch-

exporteuren der Welt. Para-

doxerweise ist Deutschland je-

doch auch ein großer Importeur

von Bio-Fleisch.

Die Zusammenhänge liegen

auf der Hand. Wir Verbraucher

in Deutschland können, auch

wenn es uns immer wieder

eingeredet wird, nur sehr we-

nig Einfluss auf die Preise von

Fleisch-Tierprodukten nehmen.

Die Preise werden auf dem

Weltmarkt gemacht. Dieses

Preisgefüge nutzen die Lebens-

mittelketten für den Ein- und

Verkauf zu Dumpingpreisen.

Auf den Punkt gebracht be-

deutet das, auch für die geplante

Anlage in Dangast: Das Fleisch

wird ins Ausland zu Weltmarkt-

preisen verkauft, die Gülle bleibt

in Friesland.

Wer sich auch nur ein wenig

mit dieser Problematik beschäf-

tigt, dem kann nur der Kragen

platzen. Die Tourismusindustrie

für Gülle boomt. Das sehen wir

täglich auf unseren Straßen

Mehrere 10.000 Tonnen Gülle

werden jährlich aus Deutschland

und den Niederlanden – diese

wird durch den Wasserentzug

für den Transport auch noch

komprimiert – nach Friesland

verbracht. Das alles geschieht

durchaus auch mit Subventi-

onen aus Steuergeldern. (...).

Die einzige Möglichkeit für

Verbraucher, kleinere Betriebe

zu unterstützen, ist der regionale

Einkauf direkt beim Hofladen.

Als Kommunalpolitiker einer

benachbarten Gemeinde steht

es mir nicht zu, Rat und Verwal-

tung der Stadt Varel Ratschläge

zu geben. Als Tierschützer und

Friesländer Bürger wünsche

ich mir jedoch, dass alles getan

wird, um diesen geplanten Bau

zu verhindern. Das darf nicht die

Zukunft von Varel oder gar Dan-

gast sein.“

Rolf Scherer, Bockhorn

Im Dialog: Leserbriefe

„Darf nicht die Zukunft sein“

Leserbriefe geben ausschließlich die Meinung des Verfassers wieder.

Die Veröffentlichung sowie die sinnwahrende Kürzung von Leserbrie-

fen behält sich die Redaktion vor. Bei allen Zuschriften, auch via E-Mail,

bitte stets die vollständige Adresse und Telefonnummer angeben.

SPD lehnt Mastställe rund um Dangast klar ab

Tourismus sowie Landschafts- und Vogelschutz müssten Vorrang haben: „Unzumutbare Beeinträchtigung“

Varel.

Der Vareler SPD-

Stadtverband hat sich in einer

Stellungnahme klar gegen die

Pläne zum Bau von Hähnchen-

mastställen nahe Dangast aus-

gesprochen.

„Der Ort Dangast soll sich mit

dem Tourismus, dem Schutz

des Weltnaturerbes, des Erle-

bens von Kunst und Kultur und

der nachhaltigen bäuerlichen

Landwirtschaft in einem guten

Verhältnis zueinander weiterent-

wickeln“, heißt es in einer Mittei-

lung des Stadtverbandsvorsit-

zenden Uwe Brennecke.

Bereits im vergangenen Jahr

habe sich die SPD gegen wei-

tere Geflügelmastanlagen aus-

gesprochen. „Massentierhaltung

mit bis zu 29.900 Hähnchen, wie

in dem Bauantrag eines Danga-

ster Landwirtes beantragt, lehnt

die SPD Varel an dieser Stelle

ab.“ Den Aspekten des Land-

schafts- und Vogelschutzes so-

wie dem Schutz des Kur- und

Erholungsortes Dangast müsse

unbedingt Vorrang eingeräumt

werden. „Wir fordern die Ver-

waltung und den Rat unserer

Stadt auf, für diese zukünftige

unzumutbare Beeinträchtigung

eine Lösung zu finden, damit

diese Anlage in und um Dangast

verhindert wird“, so Uwe Brenne-

cke. Die SPD begrüße daher den

Weg von Politik und Verwaltung,

Neubauten zur gewerblichen

Tierhaltung entsprechend der im

Baugesetzbuch eingeräumten

Möglichkeiten zu steuern.

Kein Verständnis haben die

Genossen für die Position der

Fraktion Zukunft Varel, die un-

längst im Planungsausschuss

darauf gedrungen habe, trotz

großer Bedenken und ableh-

nender Haltung der vielen Zu-

hörer den Antrag des Dangaster

Landwirts zu genehmigen. Das

von Zukunft Varel dargestellte

Szenario, dass nämlich bei Aus-

weisung von Sondergebieten für

Tiermastbetriebe eine Motiva-

tion für die Ansiedlung von Ge-

flügelzuchtkonzernen mit noch

deutlich größeren Mastställen

geschaffen werden könnte,

werde seitens der SPD als „po-

pulistische Angstmacherei und

Einschüchterung“ verstanden.

Im Ausschuss hatte Stadtpla-

ner Olaf Freitag dazu erklärt,

dass sich an der Situation für

Antragsteller mit Schaffung von

Sondergebieten nichts ändern

würde – auch jetzt, ohne diese

„Konzentrationszonen“, stünden

Tür und Tor für entsprechende

Anträge grundsätzlich offen.

Dafür sorge die Privilegerung

von Bauvorhaben im ländlichen

Außenbereich.

Eben diese „nicht mehr zeit-

gemäßen Vorschriften und Mög-

lichkeiten der baurechtlichen

Privilegierung“ sei dringend zu

überprüfen und von den poli-

tisch Verantwortlichen in Bund

und Land zu verändern, so die

Haltung der SPD Varel.

Am Dienstag informierte

Agraringenieur Renko Eilts von

der Landwirtschaftskammer im

Planungsausschuss über Mög-

lichkeiten zur Steuerung von

Tiermastanlagen. Eine Möglich-

keit könnte die Ausweisung von

„Touristischen Schwerpunktzo-

nen“ im Flächennutzungsplan

sein. Diesen – langwierigen –

Weg hatte einst die Gemeinde

Wangerland beschritten, um

Konflikte zwischen Landwirt-

schaft und Tourismus in den

Fremdenverkehrszentren Horu-

mersiel und Hooksiel zu regeln.

Fast drei Stunden dauerte die

Sitzung, in deren Rahmen auch

den Zuhörern die Möglichkeit

gegeben wurde, Statements zu

der Dangaster Planung abzuge-

ben und Fragen zu stellen. Im-

mer wieder ging es dabei auch

um grundsätzliche Aspekte der

Intensivtierhaltung, wenngleich

der

Ausschussvorsitzende

Sascha Biebricher daran erin-

nerte, dass „wir in Varel wenig

Einfluss auf Bundesgesetzge-

bung und grundsätzliche, ethi-

sche Fragen nehmen können.“

>> Ein ausführlicher Bericht zur

Sitzung vom 23. Mai im näch-

sten

Friebo

.

(tz)