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Varel

Friebo 22/2017

Zu Wasser, zu Lande – und dann in der Luft

Deharde Maschinenbau verschifft erste Rumpfschalen für Airbus Beluga XL nach Toulouse

Varel.

Der Vareler Hafen dient

seit dieser Woche wieder regel-

mäßig als Umschlagplatz für

Frachtgut, in diesem Fall sogar

Containerfracht: Das Unter-

nehmen Deharde Maschinen-

bau hat am Montag erstmals

Rumpfschalensegmente für das

Frachtflugzeug Airbus Beluga

XL vom betriebseigenen Anle-

geplatz per Schiff auf die Reise

geschickt.

Drei Bauteile verschifft

In zwei eigens für diesen

Zweck konstruierten Contai-

nern, jeweils zehn Meter lang

und knapp acht Meter breit,

wurden insgesamt drei Bauteile

per Autokran auf das Arbeits-

schiff „Krake“ des Unterneh-

mens Bohlen und Doyen aus

Wiesmoor verladen. Nachdem

es bereits Ende April einen Test-

lauf mit leeren Containern gege-

ben hatte, klappte auch diesmal

alles wie am sprichwörtlichen

Schnürchen: Das Übersetzen

der sperrigen Fracht auf das

38 Meter lange Schiff dauerte

bei optimalen Bedingungen nur

wenige Minuten. Auf Tiefladern

waren die Stahlboxen zuvor aus

der Werkshalle gefahren wor-

den, der überbreite Transport

brauchte bis zur Kaimauer nur

einmal die Straße zu überque-

ren. Die „Krake“, im Grunde ein

Ponton mit Antrieb, ist speziell

für Transporte und Arbeiten

im flachen Wasser des Wat-

tenmeeres konstruiert und wie

gemacht für diesen Transport

über den Jadebusen bis zur

Unterweser.

Ziel ist zunächst Nordenham,

dort werden die Rumpfschalen

dann auf ein anderes Schiff um-

geladen zur Weiterfahrt nach

Hamburg. Von dort aus geht

dann nach Pauillac, ein Hafen

bei Bordeaux, schließlich mit

dem Flussboot über die Ga-

ronne nach Langon und dann

noch etwa 230 Kilometer auf

der Straße bis ins Airbus-Werk

Toulouse. Etwa zehn Tage wird

die Reise insgesamt dauern, die

Container treten dann, auf Stan-

dardmaß zusammengeklappt,

via Lkw die Heimreise an.

Zwar wäre der Transport auf

dem Tieflader zumindest nach

Nordenham deutlich schneller

gegangen und weniger kosten-

intensiv gewesen, doch auf-

grund der Überbreite von fast

acht Metern habe man sich für

den „schonenden“ Seeweg

entschieden, erklärte Marco

Henk, Versandleiter bei Dehar-

de, am Montag. Die strategisch

günstige Lage direkt am Hafen

lasse sich so optimal nutzen.

Auch Deharde-Geschäftsführer

Marc Brestrich beobachtete die

Verladung der Supercontainer,

er sprach von einem „bedeut-

samen Tag“, auf den die Be-

legschaft lange hingearbeitet

habe.

Die „Beluga XL“ bildet die

nächste Generation des Groß-

raumfrachtflugzeuges, das Air-

bus in erster Linie für eigene

Zwecke baut: Mit der „Beluga“

transportiert der Jethersteller

größte Flugzeugbauteile, etwa

Tragflächen der A 350, zwi-

schen den einzelnen Montage-

standorten in ganz Europa. Die

neue „Beluga XL“ basiert auf der

A 330, der Erstflug des 63 Me-

ter langen und knapp 19 Meter

hohen Fliegers ist für Mitte 2018

vorgesehen, ab 2019 soll dann

die „XL“ die seit 1995 in Dienst

stehende Beluga ablösen.

Deharde Maschinenbau lie-

fert für jede der Maschinen eine

Rumpfsektion, die jeweils aus

drei Schalen, zwei Seitenscha-

len und einer sogenannten „Top

Shell“, besteht. Diese Schalen

aus Aluminium sind vollstän-

dig bei Deharde entwickelt und

konstruiert worden, auch die

Vorrichtungen für die Bauteil-

montage wurden in Eigenar-

beit hergestellt. Im Juni 2016

war der erste Aluminium-Spant

für das Transportflugzeug ge-

fräst worden. Die Beteiligung

am Beluga-XL-Projekt ist für

das Vareler Unternehmen ein

bedeutsamer Auftrag, für den

eigens eine neue Montagehalle

am Hafen errichtet worden war.

Die nächste Lieferung für

das Programm „Beluga XL“ aus

Varel soll im Juli auf den Weg

gehen, künftig werden jähr-

lich drei Sektionen, also neun

Rumpfschalen, gefertigt. Von

der „Beluga XL“ sollen in den

kommenden acht Jahren ins-

gesamt fünf Exemplare gebaut

werden.

(tz)

Exaktes Manövrieren war gefragt bei der Verladung der zwei eigens für diesen Zweck an-

gefertigten Supercontainer. Die „Krake“ brachte die Ladung am Dienstag zunächst nach

Nordenham, von dort aus geht es weiter nach Hamburg und schließlich nach Frankreich.

Foto: M. Tietz

„Wir helfen gerne!“

TuS Obenstrohe: Ü-50 spendet für die Hospizbewegung

Ein herzliches „Dankeschön“ richteten Anke Kück und Jür-

gen Büppelmann im Namen der Hospizbewegung Varel an die

Ü-50 Mannschaft des TuS Obenstrohe: Aus den Erlösen des

„Tanz in den Mai“ wurden 300 Euro gespendet – eine tolle

Aktion der Sportler, die die Summe auch noch aus eigener

Tasche aufgerundet hatten.

Der TuS Obenstrohe hatte schon beim Hospiztag in Varel

engagiert mitgeholfen und die Sportler versprachen gerne:

„Wenn Ihr Hilfe braucht meldet Euch.“ Ein tolles Engagement.

Foto: privat