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3. Juni 2017

Varel

15

Gerhard Rieken ∙ Tischlermeister

Wiefelsteder Straße 188 ∙ 26316 Varel

Tel.: 0 44 56 / 94 83 20 ∙ Mobil: 01 72 / 1 80 86 05

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Fahrradstreifen: „Ein Versuch macht klug“

Schutzstreifen entlang des Schloßplatzes als Alternative zum klassischen Radweg

Varel.

Mehr Raum für Fahr-

radfahrer auf der Fahrbahn: Das

soll für mehr verständiges Mitei-

nander und somit auch für mehr

Sicherheit für Radfahrer sorgen.

In diesem Zusammenhang wird

von dem Bau von Radwegen als

Nebenanlagen neben der Fahr-

bahn inzwischen immer mehr

Abstand genommen. Stattdes-

sen sollen Fahrräder gleich-

berechtigt ihren Platz auf der

Fahrbahn bekommen.

So soll demnächst auf einem

nur wenige hundert Meter lan-

gen Teilstück der Kreisstraße

109 in Varel, auf der Windallee

ab Kreuzung B 437 über den

Schloßplatz bis zur Düstern-

straße (sowie in umgekehr-

ter Richtung) ein sogenannter

Schutzstreifen für Radfahrer auf

der Fahrbahn markiert werden.

Das sieht der jüngste Entwurf

des Landkreises Friesland als

Straßenbaulastträger vor.

Thorsten Hinrichs, Fachbe-

reichsleiter Straßen und Verkehr

bei der Kreisverwaltung, schil-

derte jetzt im städtischen Stra-

ßenausschuss die Hintergründe

zu den Überlegungen: „Wir be-

schäftigen uns schon seit ei-

nigen Jahren mit einer Lösung

für die Radfahrer in diesem Be-

reich“, zunächst habe man da-

bei an einen klassischen, kom-

binierten Geh- und Radweg ge-

dacht. „Wir haben hier einigen

Druck, die K 109 stand inzwi-

schen auf Platz 1 der Prioritä-

tenliste, was den Bau von Fahr-

radwegen betrifft. Wir haben an

der Stelle eine hohe Verkehrs-

dichte, eine unübersichtliche

Kurve, es handelt sich um einen

Schulweg.“ Was die Planung

eines zusätzlichen Radweges

anbelange, stoße man aber

buchstäblich an Grenzen – der

Raum steht schlicht nicht zur

Verfügung. „Die Planung war

nicht Fisch und nicht Fleisch,

zudem hat uns eine veränderte

Rechtsprechung eingeholt“, so

Hinrichs – und diese sieht eben

das eingangs beschriebene

Szenario vor.

Einen Radfahrer-Schutzstrei-

fen gebe es in dieser Form bis-

lang in Friesland nicht, so sei

das Vorhaben in Varel ein Pi-

lotprojekt, zunächst umgesetzt

auf nur wenigen hundert Metern

Länge. Aber: „Wir erhalten so

eine anerkannte und anderswo

bereits etablierte Lösung bei

nur geringem Aufwand.“

Ingenieur Arno Backer vom

Büro BK Projektmanagement in

Oldenburg führte dann aus, was

genau vorgesehen ist: Von der

Düsternstraße aus soll der 1,50

Meter breite Schutzstreifen, der

mit gestrichelter Linie am rech-

ten Fahrbahnrand abgetrennt

und mit Fahrradpiktogrammen

versehen wird, bis etwa 60 Me-

ter vor die Kreuzung an der B

437 geführt werden. Direkt an

der Kreuzung steht nicht die er-

forderliche Breite der Fahrbahn

zur Verfügung, es müsste dort

sonst eine Fahrspur aufgeho-

ben werden, was nicht in Frage

komme. Also wird der Schutz­

streifen zuvor auf die vorhan-

dene Nebenanlage gelenkt.

In der Gegenrichtung bleibt

der vorhandene kombinierte

Rad- und Fußweg an der

Windallee erhalten, erst Höhe

Schloßstraße wird der Radfah-

rer auf den neuen Schutzstrei-

fen geführt, der dann bis zur

Ecke Marktplatz verläuft. Wich-

tig dabei sei, dass zwischen

den Schutzstreifen eine Fahr-

gasse für Kraftfahrzeuge von

min. 5,50 Metern verbleibe, das

sei in diesem Bereich gerade

gegeben.

Kraftfahrer sollen zwar jen-

seits des Schutzstreifens fa-

hren, dürfen diesen aber in Aus-

nahmefällen überfahren, etwa

zum Ausweichen oder beim

Abbiegen. Geparkt werden darf

auf den Fahrradstreifen grund-

sätzlich nicht.

Raimund Recksiedler (SPD)

war nicht überzeugt von der

Planung: „Der große Wurf ist

das nicht“, erklärte der stellver-

tretende Ausschussvorsitzen-

de, der auch Vorsitzender der

Verkehrswacht Varel ist. Zu kurz

sei der Abschnitt, zu verwirrend

die Verkehrsführung. „Als Pilot-

projekt kann man das aber viel-

leicht mal so machen“, räumte

Recksiedler ein.

Bürgermeister Wagner hinge-

gen lobte das Konzept: „Versuch

macht klug, und es wurden gute

Kompromisse gefunden. Auto-

wie Fahrradfahrer werden sich

schon darauf einstellen.“

Man wolle den besagten Ab-

schnitt kurzfristig umsetzen,

dann etwa ein Jahr lang Erfah-

rungen sammeln, bevor man

sich dem weiteren Verlauf der K

109, der Mühlenstraße in Rich-

tung Hafen, zuwende, so Thor-

sten Hinrichs. In diesem Ab-

schnitt werde das dann deutlich

kniffliger, weil die Straße enger

ist. Hier wird dann entweder

Grunderwerb oder das Finden

anderer Lösungen nötig sein.

(tz)

Höhe Schloßstraße führt der vorhandene Radweg auf die

Fahrbahn der Windallee. Hier soll künftig ein Radfahrerstrei-

fen auf der Fahrbahn markiert werden.

Foto: Tietz