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3. Juni 2017

Wesermarsch

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„Der Klimawandel wird nicht auf uns warten“

Katrin Göring-Eckardt besucht Grünen-Landtagsfraktion bei Klausurtagung am Jadebusen

Sehestedt.

Einen Ausflug in

den Nationalpark Wattenmeer

machten am Dienstag letzter

Woche die Landtagsabgeord-

neten von Bündnis 90/Die Grü-

nen in Sehestedt. Im Rahmen

einer dreitägigen Fraktionsklau-

sur in der Wesermarsch waren

die Grünen-Politiker, darunter

auch die vier grünen Landes-

minister, in der Nationalpark-

Erlebnisstation bei Rüdiger von

Lemm zu Besuch. Begleitet

wurde die Fraktion dabei von

Katrin Göring-Eckardt, Vorsit-

zende der Grünen-Fraktion im

Bundestag und Spitzenkandi-

datin für die Bundestagswahl

im September. Sie war für einen

Kurzbesuch an die Küste ge-

kommen, um sich mit der Land-

tagsfraktion über Bundes- und

Landesthemen auszutauschen.

Bei der dreitägigen Klausur

im Seminarhotel in Seefeld hat-

ten sich die 20 Abgeordneten

mit der Frage beschäftigt, was

die Grünen in Niedersachsen

in den vergangenen vier Jah-

ren erreicht haben und wo es

noch etwas zu tun gibt, so die

Fraktionsvorsitzende Anja Piel.

Einige Anregungen habe man

dabei aus dem zurückliegenden

Wahlkampf in Schleswig-Hol-

stein mitnehmen können.

Das Eintreten für Minder-

heiten etwa sei ein Thema, dem

sich die Grünen in Niedersach-

sen fortan noch stärker widmen

wollen. Frauenrechte seien da-

bei ein Aspekt, aber auch die

Belange der vielen prekär Be-

schäftigten. Nicht zuletzt aber

müsse es für die Grünen darum

gehen, sich auf die klassischen

Kernkompetenzen der Partei

zu besinnen, so Anja Piel: „Den

Umwelt- und Klimaschutz“. In

diesem Zusammenhang stün-

den Land und Bund gleicherma-

ßen vor ebenso gewaltigen wie

vielfältigen Herausforderungen.

Dem pflichtete Katrin Göring-

Eckardt bei: „Wir werden span-

nende Debatten erleben. Der

Klimawandel wird nicht auf uns

warten, das Artensterben wird

weitergehen“, so die Grüne

Spitzenkandidatin. So pathe-

tisch das auch klingen möge:

„Es wird ganz entscheidend

sein, was wir jetzt in die Wege

leiten und ob es uns gelingt, die

Existenzfrage zum Thema zu

machen.“ Der enorme Verlust an

Biodiversität, die zunehmende

Vermüllung der Meere, die Gül-

leproblematik und die Folgen

der Massentierhaltung bis hin

zum Klimawandel als Flucht-

ursache: „Eins hängt mit dem

anderen zusammen und es geht

um nicht weniger als eine Rich-

tungsentscheidung“,

betonte

Katrin Göring-Eckardt vor der

Kulisse des Unesco-Weltnatur-

erbes Wattenmeer.

Wie eminent wichtig das

Eintreten für Klima- und Na-

turschutz und die Schonung

natürlicher Ressourcen ist, das

sei inzwischen von weiten Teilen

der Bevölkerung verinnerlicht

worden. „Wir müssen den Men-

schen nun deutlich machen,

dass man das auch wählen

kann“, so Göring-Eckardt.

Der Abgeordnete Hans-Joa-

chim Janßen, für den die Ta-

gung am Jadebusen ein Heim-

spiel war, erinnerte daran, dass

die jetzige Landtagsfraktion

bereits einiges erreicht habe:

„Die Schnäbel von Legehennen

bleiben dran, die Kita-Plätze

wurden ausgebaut, durch das

neue Düngerecht wird das Was-

ser geschont und der Einsatz

von Antibiotika ist um die Hälfte

reduziert worden.“ Niedersach-

sen habe enorme Fortschritte

beim Tierwohl erzielt und gel-

te bundesweit als Vorreiter, so

Janßen. „Ernährung ist eine Fra-

ge der Haltung und immer mehr

Verbraucher sehen genau hin.“

Genau hingesehen hat dann

die Grünen-Delegation auch,

als Rüdiger von Lemm die

Gruppe zu einer Wattwande-

rung in den Jadebusen führte

und auf die Besonderheiten

des einmaligen Ökosystems

Wattenmeer hinwies. „Das ist

meine erste Wattwanderung“,

gestand die aus Thüringen

stammende Katrin Göring-

Eckardt. Später teilte sie via

Twitter mit, sie habe durchaus

„Watt jelernt“ bei der span-

nenden Exkursion.

(tz)

Viel Spaß bei ihrem Ausflug ins Watt bei Sehestedt hatten un-

ter anderem Hanso Janßen, Anja Piel, Katrin Göring-Eckardt

und Stefan Wenzel (v. links).

Foto: M. Tietz

„Dreizehn Monate“: Zeitreise mit Kästner-Versen

Günter Gall erneut beim Kulturverein in Jaderaußendeich zu Gast

Jade.

Zum dritten Mal ist der

Musiker, Komödiant und Rezi-

tator Günter Gall auf Einladung

des Kulturvereins zu Gast auf

der kleinen Bühne bei Heinz

Walzcyk, Außendeicher Straße

17: Am

Freitag, 9. Juni,

wird er

sein Programm „Die dreizehn

Monate“ nach dem gleichna-

migen Gedichtzyklus von Erich

Kästner zu Gehör bringen.

Erich Kästner (1899–1974)

schrieb die „Dreizehn Monate“

1955 als ein „Großstädter für

Großstädter“, heißt es in der

Programmankündigung.

Er

beschreibt das Jahr in prallen

Versen voller Leben, aber auch

mit Melancholie und einem

Schuss Sarkasmus. Günter

Gall würzt das Monatsmenue

durch seine lebendige Lesung.

Die Lieder und Chansons – je

nach Jahreszeit mal melancho-

lisch oder heiter – stammen von

Kästner oder Zeitgenossen/in-

nen wie Mascha Kaléko. Auch

Volkslieder erklingen in moder-

nem Gewand. Schattenbilder

von Käthe Wolff runden als „Ka-

lenderblätter“ das Programm

mit heiter-romantischen Sche-

renschnitten ab.

Günter Gall, Jahrgang 1947, ist

seit den 1970er Jahren als Folk-

musiker erfolgreich, 1983 ge-

wann er mit dem Duo „Mulwerk“

den ersten Preis bei der WDR-

Stadtmusik in der Sparte Folk.

In den 90er-Jahren trat er mit

seiner Gruppe Düwelskermes

auf. Unter anderem stand er mit

demKabarettisten Hanns-Dieter

Hüsch auf der Bühne. Gall wid-

met sich auch den Werken ganz

unterschiedlicher Künstler wie

Mozart, Heinrich Heine, Remar-

que oder Kästner. Günter Gall ist

aufgewachsen am Niederrhein

und lebt in Osnabrück. Im Jahr

2017 feiert Gall sein 45-jähriges

Bühnenjubiläum.

Der Kästner-Abend beginnt

um 20 Uhr,

Karten gibt es un-

ter

04455/948625 oder

04455/999050 sowie an der

Abendkasse.

(tz)