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Neuenburg

Friebo 24/2017

Neuenburg.

Große und kleine

Künstler gleichermaßen zeigen

an diesem Wochenende wäh-

rend der Neuenburger Kunstwo-

che ihre Arbeiten. Denn während

die fünf eingeladenen Kunst-

schaffenden unterhalb der Wo-

che vor Ort an ihren Projekten

arbeiten, haben Schulklassen

unter der Anleitung von Diplom-

Designer Gerald Chmielewski

und Kunsttherapeut Karl-Heinz

Proll Hüte und kleine Bilder aus

dem Werkstoff Filz geschaffen.

„Die werden ebenfalls in der Ab-

schlusspräsentation zu sehen

sein“, erklärt Iko Chmielewski.

Samstag, 17. Juni,

ab 17.30

Uhr sowie

Sonntag, 18. Juni,

ab

14.30 Uhr, besteht somit im Ve-

reenshuus Neuenburg die Mög-

lichkeit, in die verschiedenen

Themen der ausstellenden

Künstlerinnen

einzutauchen

und in den Dialog zu treten. So

schlicht das Rohmaterial wirken

mag, so radikal unterschiedlich

sind die Herangehensweisen.

Für Andrea Noeske-Porada

ist das Projekt eines 20-seitigen

Kubus ein „Experiment“, wie

sie zugibt. So steht die präzise

Falzung der einzelnen Dreiecke

des Objekts dem natürlichen

Schrumpfprozess des Grund-

stoffs gegenüber – erst die letz-

ten Handgriffe zeigen, ob sich

die Form tatsächlich umsetzen

lässt.

Ricarda Aßmann konstruiert

dagegen ein Familienherz aus

Materialien, die sie sich von der

weltweit verstreut lebenden Fa-

milie zusenden ließ. Dabei flie-

ßen auch artfremde Stoffe, wie

Kaffeefilter oder Plastikmatten in

das Objekt hinein. Ähnlich per-

sönlich ist der Ansatz von Elke A.

Hennen, welche aus Industriefilz

und Heißkleber eine amorphe

Körperstruktur schafft, die sich

an den eigenen Körper anpasst

und während einer Performance

zum Leben erweckt wird.

Sandra

Struck-Germann’s

Porträts zeigen dagegen eine

erstaunliche Eigenschaft des

Filzmaterials auf, das sich mit-

tels Zupf- und Überlagerungs-

techniken und stundenlangem

Walken in fotorealistische Ab-

bilder bringen lässt. Ihr Projekt

„Lebensweg“ kombiniert Anfang

und Ende der Biografie in einem

Doppelporträt ihrer 11-jährigen

Tochter mit einer Aufnahme der

82 Jahre alten Schwiegermutter

als Sinnbild für sich überkreu-

zende Stationen im Leben.

Konni Sswat-Mollwitz setzt

in ihrem Projekt verschiedene

Filzsorten, teils von gefährdeten

Schafsrassen, in Beziehung. Da-

bei nimmt ihre Arbeit gleichzeitig

Bezug auf die Moorschäferei –

so nutzt sie unter anderem ein

von Moorschäfer Peter Schein

zur Verfügung gestelltes und

vom Heimatverein aufbereitetes

Moorschafvlies für ihre Instal-

lation, die auch Materialien aus

dem Urwald mit einschließt.

Die musikalische Begrüßung

am Samstag übernimmt um

17.30 Uhr die Gruppe „In The

Sticks“, die Präsentationen und

Performances beginnen um 18

Uhr. Der Sonntag wird um 14.30

Uhr von dem Duo „Pearl Diver“

eröffnet, die Abschlusspräsen-

tation beginnt um 15 Uhr und

endet um 16.30 Uhr.

(ts)

Klare Kanten und fließende Körperstrukturen

Geometrisch-mathematisch

geprägt ist die Arbeitsweise

von Andrea Noeske-Porada.

Abschlusspräsentationen der 34. Neuenburger Kunstwoche „Filz“ am 17. und 18. Juni

An einer amorphen Filzstruk-

tur, die sich sogar anziehen

lässt, arbeitet Elke A. Hennen.

Sandra Struck-Germann

s Projekt „Lebensweg“ setzt fotore-

alistische Abbilder in Filz um.

Fotos: Thorsten Soltau

„Licht in der Ortsmitte“ soll Optik aufwerten

Neuenburger Gewerbeverein stellt am kommenden Montag Projektplanung und -stand vor

Neuenburg.

Eine deutliche

optische Aufwertung Neuen-

burgs soll das Projekt „Licht in

der Ortsmitte“ mit sich bringen,

das der Gewerbeverein Neuen-

burg gemeinsam mit Planern und

der Oliver Christen Lichtplanung

erstellt hat. Dafür hat der Ge-

werbeverein acht Neuenburger

Bauten ausgewählt, die mittels

Lichtkonzept stärker im Ortsbild

betont werden sollen. Neben ei-

ner atmosphärischen und spezi-

ell zugeschnittenen Beleuchtung

soll das Projekt gleichzeitig die

Sicherheit erhöhen und Neuen-

burg ein weiteres Alleinstellungs-

merkmal verleihen.

Das Kostenvolumen des Pro-

jekts liegt bei 47.000 Euro, der

Hauptanteil wird durch Rückla-

gen des Gewerbevereins getra-

gen. „Material, Licht und Erdar-

beiten sind finanziell bereits ge-

sichert“, erklärt der Vorstand des

Gewerbevereins, Arnim Penning.

Besonders erfreut ist der Gewer-

beverein, dass mit dem Projekt

für das Thema Straßenbeleuch-

tung gleichzeitig „ein Stein ins

Rollen“ gebracht wurde. Um den

Einwohnern Neuenburgs und po-

litischen Gremien der Gemeinde

das Projekt näher zu bringen und

darüber hinaus zu erläutern, was

sich bezüglich der Straßenbe-

leuchtung ergeben hat, lädt der

Gewerbeverein zu einer öffentli-

chen Informationsveranstaltung

für

Montag, 19. Juni,

20 Uhr, in

den Neuenburger Hof ein.

Oliver Christen von Oliver

Christen Lichtplanung wird The-

men zu funktionaler und atmo-

sphärischer Beleuchtung aufgrei-

fen sowie den aktuellen Projekt-

stand nebst geplantem Verlauf

erläutern. Im Anschluss besteht

die Möglichkeit, Fragen zu stellen

und sich auszutauschen.

Der Gewerbeverein hofft, dass

viele Neuenburger den Termin

wahrnehmen und sich in den

Austausch einbringen.

(ts)

Erste Ideen: So könnte das Harms-Hus mit dem neuen Licht-

konzept künftig wirken.

Grafik: OC|Lichtplanung