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Neuenburg

Friebo 25/2017

Neuenburg.

Für das Schloss

in Neuenburg soll ein zukunfts-

fähiges Konzept aufgestellt wer-

den. Darin könnten auch Vor-

schläge und Ideen von Bürgern

fließen. Der Rat stelle sich einen

öffentlichen Diskussionsprozess

vor, machte Bürgermeister Hei-

ner Lauxtermann kürzlich zu Be-

ginn des Planungsvortrages im

Vereenshuus Neuenburg deut-

lich.

Präsentiert wurde ein erstes

Vorkonzept für das historische

Gebäude von Uta Müller-Glaßl

und Frank Glaßl vom Land-

schaftsarchitekturbüro Müller-

Glaßl und Partner aus Bremen.

Dabei wurde deutlich, welche

Akribie und Recherche im Vorfeld

nötig gewesen war, um die Histo-

rie und Veränderung des Schlos-

ses über die Jahrhunderte zu do-

kumentieren und auszuwerten.

Ein besonderer Schwerpunkt

bildete dabei die Erfassung der

tatsächlichen, heute noch erhal-

tenen historischen Bestandteile.

Starke Veränderungen stellten

die Architekten im Gartenbereich

fest. So fanden sich Spuren des

ehemals außerhalb des Schlos-

ses gelegenen Renaissance-

Gartens ebenso wie Wegenetze

des vom Hofgärtner Christian

Ludwig Bosse 1806 angelegten

Bereichs rund um das Schloss.

Bei Probegrabungen habe sich

außerdem ergeben, dass diese

Wegestrukturen unter der Erde

größtenteils noch erhalten sind.

Auch an vielen anderen Stellen

sei die Arbeit Bosses noch erhal-

ten. Städtebaulich, künstlerisch

und denkmalhistorisch ergebe

sich daraus ein hoher Wert. Die

Architekten skizzierten in der

Vorplanung vier Bereiche. Darun-

ter fällt der historische Schloss-

park, das Museumsdorf, der

Park der historischen Technik mit

dem Bahnhofsgebäude und der

neue Lustgarten im Bereich des

Bienenlehrpfades.

Die Insellage des Gebäudes

stelle eine Stärke dar, sei jedoch

im östlichen und südlichen Be-

reich von Bebauung freizuhal-

ten, empfahlen die Planer. Dies

betreffe den Spielplatz am Was-

sergraben, ebenso würden die

Parkplätze direkt am Schloss

entfallen. Um die Exklusivität

des Gebäudes zu steigern, wäre

zu überlegen, die Brücke zum

Museumsareal abzubauen und

das Gebäude, wie auf histo-

rischen Fotos belegt, wieder mit

einem Zaun zu versehen. Die Ar-

chitekten regten zudem an, den

Schlossgang für Fahrzeuge zu

sperren. Zu verbessern wäre der

Aufgang zur Aussichtsplattform

am Schloss. Die derzeitige Trep-

pe sei nicht behindertengerecht

und biete keinen barrierefreien

Zugang.

Um den Charakter des Ge-

bäudes mit den umliegenden

Flächen näher an der Historie

anzugliedern, müsse dabei die

Vegetation in Betracht gezo-

gen werden. So versperre die

Hain-Struktur der Jungbäume

an den Seiten die Sicht auf das

Umland und andersherum. Eine

Entnahme von Bäumen oder

Büschen müsse jedoch in en-

ger Abstimmung mit der Unteren

Naturschutzbehörde erfolgen.

Dies gelte auch für eine etwai-

ge Verbreiterung der Gräben.

Die bisher eher eigenständigen

Areale sollten durch einen neuen

Weg zwischen Lustgarten und

Schloss verbunden werden.

„Sie haben hier einen Schatz

– das Juwel ist da, es muss nur

geschliffen werden“, konstatierte

Frank Glaßl zum Abschluss des

Vortrags. Allerdings sei eine

Konzeptlaufzeit von 20 bis 40

Jahren bei der Umgestaltung hi-

storischer Gärten einzurechnen.

„Wenn wir uns hier auf den Weg

machen wollen, bedeutet das

viel Veränderung – das geht nicht

von heute auf morgen“, betonte

Bürgermeister Heiner Lauxter-

mann. Die Umsetzung müsse

dabei vom Rat und der Bevöl-

kerung getragen werden: „Hier

ist politischer und Bürgerwille

gefragt.“

Von Seiten der Zuhörer wur-

de angeregt, bei der Entnahme

eines Baumes dafür zwei neue

zu pflanzen und vor der Abschaf-

fung der Parkfläche zunächst

eine neue auszuweisen. Einig

waren sich alle darin, dass die

bisherige Situation der „zweiten

Reihe“ mittels Neukonzeptionie-

rung aufgebrochen und verbes-

sert werden muss.

(ts)

Neues Schlosskonzept soll Besucher anziehen

Kleinod in zweiter Reihe: Das planerische Konzept für das Neuenburger Schloss sieht unter

anderem vor, das Gebäude stärker aus seiner Umgebung herauszuheben und damit für aus-

wärtige Besucher sichtbarer zu machen.

Foto: Thorsten Soltau

Alte Wegestrukturen von Christian Ludwig Bosse unter der Erde entdeckt – Lange Laufzeit bei Umsetzung

25 Klötze für „Grünes Klassenzimmer“

Astrid-Lindgren-Grundschule erhält Sitzklotzspende von Kaminholz Sternal aus Bockhorn

Neuenburg.

Um das „Grüne

Klassenzimmer“ der Astrid-Lind-

gren-Grundschule mit Sitzmög-

lichkeiten für Schüler und Lehrer

während des naturnahen „Drau-

ßen-Unterrichts“ zu erweitern,

spendeten Thorsten und Ines

Sternal von der Firma Kaminholz

Sternal 25 Sitzklötze. Die Klötze

sind 35 Zentimeter hoch und aus

Neuenburger Holz geschnitten.

Das „Grüne Klassenzimmer“ wird

von den Projektleiterinnen Sabi-

ne, Isy, Edith und Tatjana betreut

und soll im Herbst abgeschlos-

sen sein. Neben drei Hochbeeten

für saisonale Obst- und Gemüse-

sorten kommen eine Feuerstelle

sowie ein selbstgestaltetes Ein-

gangsschild dazu.

(jg)

Nicht nur die Schüler freuen sich über die neuen Sitzgelegenheiten im „Grünen Klassenzim-

mer“.

Foto: Jaqueline Guthardt