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Varel

Friebo 26/2017

2500 Musiker

54 Vereine

4 Nationen

INTERNATIONALE

RASTEDER

MUSIKTAGE

Über die Kunst kommen die Menschen ins Gespräch

Ausstellung „Demokratie“ im KunstRaum am Hafen – Zu sehen noch bis zum 30. Juli

Varel.

An einem warmen

Sommerabend diskutierten im

Zollamt am Hafen am Freitag

letzter Woche rund vierzig Inte-

ressierte zwischen Mitte 20 und

Mitte 60 angeregt über Politik:

Beim Kunstraum Varel wurde die

Ausstellung „Demokratie“ nicht,

wie sonst durchaus üblich, mit

einem Einführungsvortrag eröff-

net, sondern mit einem offenen

Gespräch zwischen Gästen und

Künstlern.

Nachdem die Besucher ei-

nen ersten Rundgang durch die

Räume gemacht hatten, stellte

Helmut Wahmhoff die anwe-

senden Künstler kurz vor und

ordnete sie ihren Werken zu.

Mit einem Hinweis darauf, wie

schwierig es zunächst für die

Kunstschaffenden gewesen sei,

zum Thema „Demokratie“ nicht

nur kritische Ansätze zu finden,

leitete Kunstraum-Vorsitzender

Johannes Hemmen direkt zum

Gespräch über. Dabei wurde

dann von den Anwesenden ein

weiter Bogen geschlagen von

der „Stimmungsdemokratie“,

die politisches Verhalten abhän-

gig macht von Befindlichkeiten,

über Überlegungen zur Rolle

der Massenmedien und Eliten

bis hin zu Autokratien und deren

Bedeutung. Deutlich wurde in

der lebendigen Diskussion vor

allem, wie wichtig Aufmerksam-

keit und aktive gesellschaftliche

Beteiligung sind, wenn Demo-

kratie gepflegt werden soll. Die

Rolle von Kunst und Kultur im

Allgemeinen sei dabei nicht zu

unterschätzen; sie sollten we-

sentlich dazu beitragen, dass

Menschen miteinander ins Ge-

spräch kämen. Eben dafür war

dieser Abend ein gelungenes

Beispiel.

Wer sich in den nächsten Wo-

chen ebenfalls anregen lassen

möchte, etwa von dem in der

Ausstellung gezeigten demokra-

TISCHen Mittelpunkt unseres

Alltagslebens, von aus ihrem

Kontext gelösten Wahlslogans

oder von einer Installation auf

der Basis des Grundgesetzes,

der hat dazu noch an jedem

Wochenende

bis zum 30. Juli

Gelegenheit. Der Kunstraum

Varel im Zollamt am Hafen ist

samstags und sonntags jeweils

von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

(eb)

Nicht nur am DemokraTISCH kamen die Besucher während

der Eröffnung der neuenAusstellung des KunstRaums in der

Zollamt-Galerie ins Gespräch.

Foto: privat

Waldwirtschafts-Erklärer

Erste Förster-Radtour im Herrenneuen

Varel.

Zwölf interessierte Be-

sucher waren trotz möglicher

Regenschauer zur Radtour mit

Revierförster Tobias Gebers in

den Herrenneuen gekommen.

Hauptthema war der Waldum-

bau seit 2009 von den Kiefern-

Erstaufforstungswäldern

hin

zu gemischtem Wald mit deut-

lichem Laubbaumanteil.

„Die 130- bis 150-jährigen

Kiefern sind erntereif. Wir haben

die stärksten Bäume geerntet

aber einen schützenden Schirm

für den Baumnachwuchs ge-

lassen“, so Gebers, der den

Herrenneuen seit drei Jahren

betreut. Neben den unter die

Altbäume gepflanzten Buchen

und Douglasien waren jede

Menge natürlich angesamter

Lärchen, Kiefern, Birken – aber

auch Vogelbeeren und Tannen

zu entdecken. „Für den künfti-

gen Mischwald eine reiche Aus-

wahl“, erläuterte Gebers weiter

und wies auf die dafür getätig-

ten hohen Investitionen für die

Pflanzungen hin. Dazu kämen

die künftig notwendige Pfle-

ge der Pflanzkulturen und die

Bejagung des Rehwildes. Wie

Gebers zeigen konnte, werden

besonders die Douglasien zahl-

reich von den Rehböcken ge-

fegt. Aber auch Gefahren durch

Rindenfraß des Rüsselkäfers für

die kleinen Bäume waren zu ent-

decken.

Die meisten Fragen der inte-

ressierten Teilnehmer an dieser

ersten Radtour durch den Her-

renneuen, wie zumBeispiel nach

den verschiedenen Farbmarkie-

rungen an den Bäumen, konnte

Gebers kundig beantworten.

Die Bitte, im Herrenneuen und

am Waldsee einige Ruhebänke

aufzustellen bzw. zu erneuern,

will er an das Forstamt Neuen-

burg zur positiven Entscheidung

weiterleiten.

(eb)

Foto: Nds. Landesforsten