Table of Contents Table of Contents
Previous Page  16 / 48 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 16 / 48 Next Page
Page Background

16

Varel

Friebo 26/2017

Freie Fahrt: Neuer Stadtteil nimmt Form an

Karl-Nieraad-Straße verbindet nun Panzerstraße und Sumpfweg – Demnächst Anschluss an Waldstraße

Varel.

Wo einst hinter Sta-

cheldrahtzaun

Panzer

und

Armeelastwagen rollten, fließt

jetzt ganz zivil der öffentliche

Straßenverkehr: Mit der Freiga-

be der Karl-Nieraad-Straße als

Verbindung zwischen Panzer-

straße und dem Kreisverkehr am

Sumpfweg ist die Erschließung

der einstigen Vareler Kaserne

einen weiteren, entscheidenden

Schritt vorangekommen.

Gut zehn Jahre ist es her,

dass die Bundeswehr die

Friesland-Kaserne aufgegeben

hat, nun kehrt Stück um Stück

neues Leben auf das einstmals

mehr als 34 Hektar große Ge-

lände ein. „Etwa 13 Monate hat

es gedauert vom Baubeginn bis

zur Freigabe dieser Strecke“,

erklärte Bürgermeister Gerd-

Christian Wagner bei der zere-

moniellen Freigabe der neuen

Route am Montag. Angescho-

ben worden sei das Projekt

bereits im Herbst 2015, als die

Überlegungen reiften, wie sich

der neue Stadtteil – das Vareler

Waldviertel – verkehrlich sinnvoll

anbinden lässt. Etwas mehr als

ein Kilometer lang ist die neue

Asphaltstraße, rund 1,12 Millio-

nen Euro hat der Bau gekostet.

Wagner zählte kurz auf, was

sich in unmittelbarer Nachbar-

schaft bereits tut und inKürze tun

wird: „Wir können den Bau des

Hospiz- und Palliativzentrums

erleben, hinzu kommt ein neuer

städtischer Kindergarten, der

neue Stadtbetrieb, ein Automo-

bilhandelsunternehmen sowie

der zusätzliche Logistikstandort

der Papier- und Kartonfabrik.“

Auf der anderen Seite haben

zudem bereits die Bauarbeiten

für das neue Vertriebszentrum

der Post begonnen, im Osten

des Geländes läuft der Abriss

der letzten Kasernengebäude

für ein neues Wohnbaugebiet,

das durch die LzO erschlossen

wird. Der Landkreis habe vor

Jahren mit dem Entschluss für

das neue Dienstleistungszen-

trum, das in einem der früheren

Kompanieblöcke

entstanden

ist, die Initialzündung für die so-

genannte Konversion, also die

Umnutzung von Militärgelände

zu zivilen und privaten Zwe-

cken, gegeben. „Und nun geht

hier ganz schön was ab“, stell-

te Wagner zufrieden fest, „das

Gelände wird schon bald kaum

mehr wieder zu erkennen sein.“

Der Durchstoß von der Karl-

Nieraad- bis an die Waldstraße

soll im nächsten Jahr erfolgen,

wenn auch das neue Wohnge-

biet erschlossen ist.

„Das ist hier durchaus ein

Ort mit Historie“, betonte Gerd-

Christian Wagner mit Blick auf

das Areal: So sei geplant, an

geeigneter Stelle eine Erinne-

rungstafel zu errichten, auf der

über die Geschichte der Vareler

Kaserne informiert wird.

Diese Geschichte hatte man

bereits bei der Benennung der

neuen Straße im Blick gehabt:

Sie heißt nach dem früheren

Bürgermeister Karl Nieraad

(1907 bis 1999), der bis zum

Ende der 60er Jahre eine Bür-

sten- und Pinselfabrik betrieben

hatte. Nieraad zählte zu den Mit-

gestaltern des demokratischen

Wiederaufbaus in Friesland

nach dem Zweiten Weltkrieg.

Von 1946 bis 1981 gehörte er

dem Rat der Stadt Varel an,

zwischen 1952 und 1961 war er

Bürgermeister der Stadt. Nier-

aad war seinerzeit maßgeblich

unter anderem an der Einrich-

tung der damaligen Realschu-

le Varel und eben auch an der

Stationierung der Bundeswehr

in der Vareler Kaserne im Jahr

1961 beteiligt. Im Jahr 1972 be-

kam Karl Nieraad das Bundes-

verdienstkreuz verliehen, 1988

erhielt er für sein vielfältiges eh-

renamtliches Engagement die

Friesland-Medaille.

(tz)

Da war der Weg dann auch ganz offiziell frei: Die Karl-Nieraad-Straße führt nun vom Kreisver-

kehr an der Hans-Schütte-Straße bis zur Panzerstraße. Den obligatorischen Scherenschnitt

vollzogen die Ratsvorsitzende Hannelore Schneider, Georg Ralle als Vorsitzender des Aus-

schusses für Bauen, Straßen und Verkehr, Bürgermeister Gerd-Christian Wagner sowie Rats-

herr Peter Nieraad, nach dessen Vater Karl die neue Straße benannt ist.

Foto: Tietz

Hilfe, wenn das eigene Leben aus den Fugen gerät

45 Jahre Anonyme Alkoholiker in Varel – ein Grund zum feiern

Varel.

Sie heißen Uta, Fried-

rich, Petra und Dieter um nur

Beispiele zu nennen, und haben

ein gemeinsames Schicksal: Sie

sind Alkoholiker. Zwar trinken

sie nicht mehr, doch Alkoholiker

bleiben sie ihr ganzes Leben.

Sie sind in der Gruppe der Ano-

nymen Alkoholiker in Varel aktiv

und verfolgen ein gemeinsames

Ziel: Dem noch leidenden Alko-

holiker zu helfen.

Seit 45 Jahren gibt es die

Vareler AA-Gruppe bereits, die

am

Samstag, 8. Juli,

mit Be-

troffenen, Angehörigen und

weiteren Interessierten im evan-

gelischen Gemeindehaus, Am

Schlossplatz 3 in Varel, gemein-

sam feiern möchte.

Die Veranstaltung beginnt um

11 Uhr mit den Grußworten des

Pfarrers Martin Kubatta und des

Bürgermeisters der Stadt Varel,

Gerd-Christian Wagner. Im An-

schluss werden eine Angehöri-

ge sowie zwei betroffene Alko-

holiker über ihre Lebens- und

Leidensgeschichte sprechen.

Nach einer Mittagspause

schließt sich der Vortrag einer

Suchtexpertin an, die in ih-

rer beruflichen Praxis sowohl

in der Karl-Jaspers-Klinik in

Wehnen, als auch in ihrer Pra-

xis in Rastede viel Erfahrung

mit Suchtabhängigen hat. Ab-

schluss dieser ganztägigen Ver-

anstaltung bildet ein Meeting

unter dem Motto „Trocken wer-

den, trocken bleiben und mitei-

nander auskommen“.

Die Anonymen Alkoholiker

verstehen sich als „eine Ge-

meinschaft von Männern und

Frauen, die Erfahrung, Kraft und

Hoffnung teilen, um ihr gemein-

sames Problem zu lösen und

anderen zur Genesung vom Al-

koholismus zu verhelfen“. Die

Vareler Gruppe trifft sich seit

Jahren wöchentlich im Gemein-

dehaus Varel und ist dadurch

auch ein selbstverständlicher

Teil des Gemeindebezirkes der

Schlosskirche.

Zweiradfachgeschäft Hegeler

Wir verkaufen nicht nur –

wir reparieren auch!

Gaststr. 17 ∙ 26316 Varel ∙ 04451-4710