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Varel

Friebo 28/2017

Schulpartnerschaften mit Nepal oder Sierra Leone

Ketaaketi unterstützt Kinder und ihre Familien – Neue Projekte in Sierra Leone geplant

Varel.

„Wir möchten Schulen

die Möglichkeiten bieten, Part-

nerschaften einzugehen und so

einen direkten Austausch mit

Menschen in Nepal oder auch

Sierra Leone zu pflegen“, sagt

Anneli Räcker.

Schon seit über zehn Jahren

engagiert sie sich im Verein

Ketaaketi. Ziel ist es die Grund-

Schul-Bildung bedürftiger Kin-

der und den Aufbau eigener

Familien-Existenzen möglich zu

machen. „Das ist eine wichtige

Präventionsarbeit, damit die

Landflucht gestoppt wird und

Menschen nicht gezwungen

sind ihr Land zu verlassen. Wir

wollen eine Zukunft in der Hei-

mat schaffen.“

Lernen dürfen

Lernen dürfen, das größte

Glück – so steht es in der In-

fobroschüre zum 10-jährigen

Bestehen von Ketaaketi. Was für

Kinder hier vielleicht etwas be-

fremdlich klingt, ist in Ländern

wie Nepal oder Sierra Leone tat-

sächlich ein sehnlicher Wunsch.

Slumkinder in Tassoh Island/Freetown/Sierra Leone. Das

erste Schul- und Microfinanzierungsprojekt mit dem neuen

Projektleiter Usman Conteh. Damit startet Ketaaketi seine

Pionnierarbeit in einem der fünf ärmsten Länder der Welt

Fotos: Ketaaketi

In den extrem armen Nordregionen von Sierra Leone mit vie-

len Ebola-Waisen startet Ketaaketi erste Schulprojekte mit

dorfbezogener Microfinanzierung mit dem zweiten neuen

Projektleiter Yembeh Mansarai.

Kinder lachen, auch wenn der Hunger quält und sie sich nach

Schule sehnen.

Öffnungszeiten

Schwimmbäder

Hallenbad Varel

geschlossen bis 17. September 2017

Freibad Am Bäker

Sa./So:

10–19 Uhr

Mo.–Fr:

10–19 Uhr

DanGastQuellbad

Sa./So:

10–20 Uhr

Mo.–Fr:

10–20 Uhr

Watt‘n Sauna

Di.:

14–18 Uhr (Gemeinschaft)

18–22 Uhr (Damen)

Mi.:

14–21 Uhr (Gemeinschaft)

Do./Fr.:

14–22 Uhr (Gemeinschaft)

Sa.:

12–22 Uhr (Gemeinschaft)

So.:

10–20 Uhr (Gemeinschaft)

Erlebnisbad Bockhorn

Mo.–Fr:

10.30–20 Uhr

Sa./So:

10–19 Uhr

Naturbadepark Zetel

Sa./So:

10–20 Uhr

Mo.–Fr:

10–20 Uhr

(Abweichungen aufgrund der Wet-

terlage sind möglich)

Für hiesige Schulen kann

diese Partnerschaft eine große

Chance sein, im direkten Aus-

tausch viel über andere Län-

der, Religionen und Kulturen zu

erfahren. Möglich ist auch ein

finanzielles Engagement zum

Beispiel durch Sponsorenläufe

oder andere Aktionen, zumal

schon mit geringen Beträgen

eine Menge erreicht werden

kann: Etwa 10.000 Jahresschul-

plätze wurden bereits in Nepal

geschaffen. Ein Euro pro Kind

finanziert im dortigen Ketaake-

ti Modell einen Monat lag den

Schulbesuch. Schon 100 Euro

Einmalspende ermöglichen die

Existenzgründung einer Schü-

lerfamilie durch Mikrofinan-

zierung (Finanzierung von Exi-

stenzgründungen mit kleinsten

Beträgen, die nach einem Jahr

an die nächste Familie weiterge-

geben werden).

Unterstützung als Kontaktver-

mittler hat auch bereits Bürger-

meister Gerd-Christian Wagner

zugesagt und die Bildungsregi-

on Friesland signalisiert eben-

falls Interesse an der Aktion.

Lag das Engagement bisher

ausschließlich in Nepal, und hier

wird der Schwerpunkt für die

Vareler Gruppe auch bleiben,

weitet der Verein dieses nun

aus.

„Im November werden wir

nach Sierra Leone reisen und

dort weitere Projekte initiieren“,

erklärt die Vereinsvorsitzende.

Was in Nepal schon seit zehn

Jahren auf fruchtbaren Boden

fällt, soll nun auch auf das afri-

kanische Land übertragen wer-

den. Es geht um Partnerschaft,

um das Teilen, um Selbstbe-

stimmung und die Förderung

von Eigenständigkeit: „Unsere

Idee ist, dieses Modell auch

auf anderen Kulturen und Reli-

gionen zu übertragen“, erläutert

Anneli Räcker. Wichtig sei, dass

Korruption und auch das Gieß-

kannenprinzip bisheriger Ent-

wicklungshilfe ausgeschlossen

werden.

Sierra Leone ist das fünft

ärmste Land der Welt. Es ist so

groß wie Bayern, hat acht Milli-

onen Einwohner und 75 Prozent

der Menschen sind Muslime.

Nur 32 Prozent der ländlichen

Bevölkerung haben Zugang zur

Trinkwasserversorgung

und

43 Prozent sind Analphabeten.

„Das Land ist wirklich humani-

tär durchgeschüttelt worden, ich

denke da nur an die Ebola Kata-

strophe und den schrecklichen

Bürgerkrieg“, sagt Anneli Räcker.

We don‘t pay – we help

Durch die Vermittlung über

eine Kinderarzt aus Sierra Le-

one, der derzeit in der Lünebur-

ger Heide arbeitet, entstand der

Kontakt nach Afrika. „Die Ver-

bindung zu Menschen vor Ort ist

der Schlüssel und dann geht es

darum von der derzeitigen Men-

talität des Spendenempfanges

wegzukommen. Unsere Kern-

aussage dazu lautet: We don‘t

pay, we help. Die Menschen vor

Ort sollen keine Bettler sein,

sondern Wertschätzung und

Förderung erfahren.“

Ein erstes konkretes Projekt

ist eine Slum-Schule in Tassoh

Island, in der Nähe der Haupt-

stadt Freetown.

30 Kindern sollen dabei die

Chance bekommen, regelmä-

ßig zur Schule zu gehen. „Zu-

dem soll 15 Müttern eine Exi-

stenzgründung mittels Mikro-

finanzierung ermöglicht wer-

den“, sagt Räcker. Der Aufwand

dafür: 100 Euro pro Familie und

fünf Euro pro Kind im Monat.

Finanziert wird alles aus Spen-

den, die zu hundert Prozent vor

Ort ankommen, wie Anneli Rä-

cker betont.

Wer die Arbeit von Ketaaketi

unterstützen möchte erhält wei-

tere Informationen bei Friederike

Menke, die ebenfalls schon seit

Längerem im Verein engagiert

ist, per E-Mail unter f-menke@

gmx.de

(Stichwort Ketaaketi).

Hier können sich auch interes-

sierte Schulen für einen ersten

Kontakt melden.

(ak)