Table of Contents Table of Contents
Previous Page  27 / 40 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 27 / 40 Next Page
Page Background

15. Juli 2017

Neuenburg

27

Neuenburg.

Vielseitig ist sie

im Spiel, sanft schimmernd

dringen die Töne der Neuen-

burger Kapellen-Orgel in den

Innenraum, klar erkennbar und

dynamisch zeigen sich Harmo-

nien und Melodieläufe, je nach

Registerwechsel leicht vibrie-

rend oder fühlbar tief. Das 1875

vom Orgelbauer Johann Claus-

sen Schmid gebaute Instrument

klingt nahezu wieder so, wie

ihr Erbauer es angelegt hat –

viel Arbeit für Orgelbaumeister

Harm Kirschner aus Weener.

Rund 65.000 Euro hat die Sa-

nierung gekostet.

Dreimal wurde das Instrument

baulich verändert, 1950 kam

ein zweites Manual zum Spie-

len der Orgel hinzu. Einschnei-

dende Änderungen haben auch

die Pfeifen erfahren, die in den

1950er Jahren gekürzt wurden.

„Auf diese Weise hat man ei-

nen schärferen Klang erzielt“,

erläutert der Orgelbaumeister.

Für seine Arbeit haben Harm

Kirschner und seine Mitarbeiter

Orgelbaumeisterin Ingrid No-

ack-Kirschner, Orgelbauer Chri-

stian Besel und Auszubildende

Ann-Sophie Rebert unter ande-

rem auf historische Notizen von

Sachverständigen zurückgegrif-

fen, um den Originalzustand des

Instruments wiederherzustellen.

Für die Generalreinigung wur-

de das Innenleben der Orgel

komplett zerlegt und die Pfeifen

gereinigt. Beim Austausch oder

Neueinbau von Teilen finden Na-

turhölzer ebenso Verwendung

wie Filz, Leder und Knochenleim

für Verbindungen. „Die größte

Herausforderung war die Wind-

lade“, erläutert Harm Kirschner.

Die Windlade verteilt den vom

Balg ausgegebenen Luftstrom

auf die auf die Lade aufgesetz-

ten Pfeifen. Ist diese undicht,

werden die Pfeifen nur unzurei-

chend mit Luft versorgt.

Während sich altersbedingte

Abnutzungen ersetzen las-

sen, bleibt Feuchtigkeit ein

andauerndes Problem für das

empfindliche Instrument – ent-

sprechend der Umgebungsluft

kommt eine große Bedeutung

zu. „Durch das Raumklima be-

dingtes Trocknen oder Quellen

führt zu Rissen im Holz“, weiß

der Orgelbaumeister. Ausgewo-

genes Lüften und Heizen beugt

entsprechend Schäden vor.

Auch wenn das Neuenburger

Instrument imVergleich zu ande-

ren Kirchenorgeln klein ausfällt,

deckt sie klanglich ein großes

Spektrum an Stimmungen und

Harmoniebögen ab, was Nata-

lia Gvozdkova, Orgelsachver-

ständige des evangelisch-lu-

therischen Oberkirchenrats Ol-

denburg eindrucksvoll mit einer

musikalischen Demonstration

unter Beweis stellte.

Komplettiert wird das neue

Hörerlebnis im Januar 2018.

Dann wird anhand von drei Pfei-

fen ein ganzes Orgelregister mit

54 Pfeifen rekonstruiert. Neu

entdecken dürften Kapellenbe-

sucher das Instrument jedoch

bereits jetzt.

(ts)

Kapellen-Orgel erhält eine neue Seele

Sanierung des Neuenburger Instruments abgeschlossen – Ursprüngliches Klangbild wiederhergestellt

Die neue Akustik der Neuenburger Schlosskapellen-Orgel demonstrierte Natalia Gvozdkova

mit Variationen des Komponisten Christian Heinrich Rinck (1770-1846).

Fotos: Thorsten Soltau

Im Orgelgehäuse lässt sich

der Alterungsprozess gut er-

kennen: links die erneuerten

Holzpfeifen, rechts der alte

Bestand.

Die ehemals gekürzten Orgel-

pfeifen wurden wiederherge-

stellt. Die Zusammensetzung

von Blei und Zinn ist bei bei-

den Teilen identisch.

Wandergruppen pausieren

Neuenburg.

Der TV Neuen-

burg gibt bekannt, dass beide

Wandergruppen derzeit Som-

merpause machen.

Am

Samstag, 12. August,

treffen sich die Wanderer dann

wieder, wie gewohnt, um 14 Uhr

beim „Senfpott“ auf dem Markt-

platz in Neuenburg zur nächsten

Wanderung.

Es wird dann wieder turnusge-

mäß alle 14-tägig am Samstag-

nachmittag ab 14 Uhr gewan-

dert. Angeboten werden Stre-

cken über 5 Kilometer und über

10 Kilometer durch die schöne

Friesische Wehde. Alle Neuein-

steiger, Interessierte und Gäste

sind dann herzlich willkommen.

Die letzte Wanderung im Jahr

2017 wird am 4. November

stattfinden.

Neuenburg.

Am

Donners-

tag, 20. Juli

, eröffnen um

19.30 Uhr die Tänzer von „Rund

ümto“ mit ihren Volkstänzen

den zweiten Teeabend in der

historischen Rauchkate Neu-

enburg.

Wetterunabhängig, bei hei-

ßem Tee und Stuten, bietet der

Kur-und Verkehrsverein Neu-

enburg danach ein Unterhal-

tungsprogramm bestehend aus

Sketchen des Niederdeutschen

Theaters Neuenburg, Akkorde-

onspiel mit Gesang und platt-

deutschem Schnack.

Die Eintrittskosten für Er-

wachsene betragen vier Euro,

für Kinder ab 14 Jahren zwei

Euro.

Der nächste Teeabend findet

am 10. August statt.

Zweiter Teeabend des Jahres