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Neuenburg

Friebo 30/2017

Ein Jahr im Land der Götter und heiligen Kühe

Talea Gerdes aus Astederfeld geht als Freiwillige nach Indien – Weihnachten im tropischen Klima

Astederfeld.

Die Welt berei-

sen, andere Kulturen kennen-

lernen, Freundschaften knüpfen

und Arbeitserfahrungen sam-

meln: viele Jugendliche ent-

scheiden sich heutzutage be-

wusst für ein Jahr im Ausland,

oftmals in Vorbereitung auf Stu-

dium oder Ausbildung.

Auch Talea Gerdes aus As-

tederfeld zieht es hinaus in die

Ferne – genauer nach Indien.

Sie nimmt am Jugendaus-

tauschprogramm der ICJA teil,

die weltweit Freiwilligendienste

vermittelt. „Ich möchte ein

bisschen von der Welt sehen

und wollte nicht gleich mit dem

Studium starten“, erklärt die

19-Jährige ihre Entscheidung

für die Reise in das rund 7000

Kilometer entfernte Land.

Für ein Jahr arbeitet Talea

Gerdes in einem Kinderheim in

Chamarajanagar, einer Stadt im

südindischen Bundesstaat Kar-

nataka. Vor Ort unterstützt sie

die Fachkräfte, unterrichtet und

plant Unternehmungen. Ein gro-

ßer Schritt für die 19-Jährige –

„meine Eltern waren erst etwas

verschreckt, als ich ihnen von

den Reiseplänen erzählt habe“,

sagt Talea Gerdes und lacht.

Ihr selbst habe die Vorbe-

reitungszeit viele Ängste ge-

nommen. Bei Schulungssemi-

naren habe sie bereits andere

Teilnehmer aus verschiedenen

Bereichen Deutschlands ken-

nengelernt. „Es ist wie eine Art

freiwilliges soziales Jahr“, er-

klärt die 19-Jährige. Nach der

Ankunft in Indien werden die

Teilnehmer in weiteren Kursen

geschult, während des Freiwil-

ligendienstes bleiben alle Teil-

nehmer in Kontakt mit der Or-

ganisation ICJA.

Über ihre Erlebnisse in In-

dien will Talea Gerdes in einem

Blog schreiben, sogar an der

indischen Sprache Hindi habe

sie sich im Vorfeld per Smart-

phone-App versucht. Über Sky-

pe bleibt sie mit der Familie in

Kontakt. Ihren Geburtstag und

ein Weihnachten feiert die As-

tederfelderin im tropischen Kli-

ma Indiens. „Weihnachten wird

etwas hart, weil dann die gan-

ze Familie zusammenkommt“,

vermutet die Astederfelderin,

die sich freut, dass aus Wester-

stede eine weitere Freiwillige im

Kinderheim in Chamarajanagar

arbeiten wird.

Wie es nach ihrer Rückkehr

weitergeht, davon hat Talea

Gerdes bereits recht klare Vor-

stellungen. Ein Studium soll es

sein – „Politikwissenschaften,

aber ich bin mir noch nicht si-

cher.“

(ts)

Talea Gerdes aus Astederfeld bereitet sich auf ihr Auslands-

jahr in Indien vor.

Foto: Thorsten Soltau

Jagdhornbläserkorps feiert 60-jähriges Bestehen

Große Jubiläumsfeier beim Backtag des Neuenburger Heimatvereins am Sonntag, 6. August

Friesische

Wehde/Wil-

helmshaven.

Das Jagdhorn-

bläserkorps

Friesland-Wil-

helmshaven blickt in diesem

Jahr auf sein 60-jähriges Be-

stehen zurück. Gustav Wohlt-

mann, ehemaliger Hegeringlei-

ter von Varel, gründete im Jahr

1957 das Bläserkorps. Mit ihm

bemühten sich sieben weitere

Jäger, Hermann Schmidt, Eck-

hard Kujas, Dieter Willers, Red-

mer Daun, Horst Ronnenberg,

Gerd Meinrenken und Jobst

Gerricke, das dafür nötige Kön-

nen zu erlernen.

Mittlerweile besteht das

Korps aus rund 60 aktiven und

passiven Mitgliedern. Die Pfle-

ge des jagdlichen Brauchtums

war Schwerpunkt von Wohlt-

manns Tätigkeit in der Gruppe,

das Bewahren dieser überlie-

ferten Traditionen setzt sein

Nachfolger Hans-Heinrich Wil-

ken bis heute fort. Das Fürst-

Pless-Horn und das Parforce-

Horn erklingen bei allen jagd-

lichen Ereignissen und ihr rauer

Ton mag dabei manchen Jäger

ermuntert haben, sich der Blä-

sergruppe anzuschließen.

Die Auftritte wurden für die

Jägerschaft schnell zu einem

wichtigen Bestandteil der Öf-

fentlichkeitsarbeit. Dr. Wolf-

gang Müller, seit 1981 musi-

kalischer Leiter, baute in den

kommenden

Jahren die

Le i s t ung s -

fähigkeit der

Bläsergrup-

pe

erfolg-

reich aus.

Die Nach-

wuchsarbeit

lag seit den

1980er Jah-

ren in den

Händen von Claus Mahnken. Er

führte eine Nachwuchsgruppe

auf einer alle zwei Jahre stattfin-

denden Landesmeisterschaft

zum Sieger in der Gruppe B

– der Lohn einer mehrjährigen

Ausbildung. Heute sind mit

Rolf Wessels und Onno Leiner-

Bruhn zwei musikalische Leiter

mit großem Eifer dabei, die Blä-

sergruppe musikalisch weiter

zu fördern. Dabei werden an

den wöchentlichen Übungsa-

benden neben Jagdleitsignalen

und Allgemeinen Signalen auch

viele Jagdfanfaren, Jägermär-

sche und Volkslieder eingeübt.

Eine Par-

force-Horn-

Bläsergrup-

pe, welche

vor dreißig

Jahren ihren

ersten Auftritt

hatte, pflegt

seither

die

ES-Horn Mu-

sik. Schwer-

punkte bilden

hierbei Musikstücke aus Frank-

reich, Österreich und Böhmen.

Die Hubertusmesse gehört

zum festen Repertoire dieser

Gruppe und wird jährlich in

einer Kirche in Friesland-Wil-

helmshaven und auch außer-

halb der Kreisgrenzen gefeiert.

Das Bläserkorps Friesland-

Wilhelmshaven hat seit vielen

Jahren einen wichtigen Teil der

Öffentlichkeitsarbeit der Jäger-

schaft mitgetragen.

Von Bedeutung waren hier-

bei auch die internationalen

Auftritte, wie bei der „Grünen

Woche“ in Berlin, der „Steu-

benparade“ in New York, beim

zweiten Internationalen Jagd-

hornbläser-Wettbewerb in Wien

oder bei der Ausstellung „Wild-

tier und Umwelt“ in Nürnberg

sowie zahlreichen Bläsertreffen

in den Niederlanden, Polen und

Dänemark.

Das Fest des 60-jährigen Be-

stehens wird mit befreundeten

Bläsergruppen am

Sonntag,

6. August,

in Neuenburg auf

dem Rauchkatengelände gefei-

ert. Bereits um 13 Uhr beginnt

der Backtag des Neuenburger

Heimatvereins, dessen Mitglie-

der die Bewirtung mit Tee und

Kuchen für die Gäste überneh-

men.