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Varel

Friebo 32/2017

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Saskia Klimkeit

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„Das ist normal denkenden Menschen nicht zu vermitteln“

Abgeordneter kritisiert Pläne zur Umgestaltung des Geländes Friedrichsfeld für A 20-Kompensation

Varel.

Zu einem Ortstermin

auf dem einstigen Truppen-

übungsplatz

Friedrichsfeld

war am Freitag letzter Woche

unter anderem der Grünen-

Bundestagsabgeordnete und

umweltpolitische

Sprecher

seiner Fraktion, Peter Meiwald

aus dem Ammerland gekom-

men. Der Grünen-Kreisverband

Friesland hatte zu einer öffent-

lichen Begehung des Geländes

eingeladen, um über den aktu-

ellen Sachstand zu informieren.

Begleitet wurde Meiwald unter

anderem vom Landtagsabge-

ordneten Hanso Janßen aus

Jade sowie von der Landtags-

kandidatin Heike Kliegelhöfer

aus Varel.

Schon vor zwei Jahren war

Meiwald in Friedrichsfeld ge-

wesen und war anschließend in

Berlin für den Erhalt der Fläche

in seiner heutigen Form einge-

treten. Denn bekanntlich plant

die Landesbehörde für Straßen-

bau und Verkehr, in Friedrichs-

feld mit Planierraupen und Ket-

tensägen anzurücken, um das

Gelände massiv umzugestalten.

Es soll als ökologische Ersatz-

fläche für die durch den Bau der

geplanten A 20 zerstörte Land-

schaft genutzt werden, wenn

diese tatsächlich einst realisiert

werden sollte.

In Friedrichsfeld hat sich nach

Aufgabe der militärischen Nut-

zung vor gut zehn Jahren be-

reits ein einzigartiger Verbund

zusammenhängender Biotope

auf einer Gesamtfläche von

etwa 250 Hektar entwickelt,

wie Naturschützer immer wie-

der betonen. Thomas Coldewey

vom BUND informierte nun die

Besucherdelegation der Grünen

über die Besonderheiten in Flo-

ra und Fauna, die sich auf dem

Gelände entwickeln konnte. So

gebe es dort mindestens sieben

verschiedene Fledermausarten,

die in den Bunkeranlagen leben

und seltene Schmetterlinge wie

den Großen Schillerfalter. Bei

Thomas Coldewey (re.) erläutert den Abgeordneten Peter

Meiwald und Hanso Janßen die Artenvielfalt auf dem ein-

stigen Übungsplatz Friedrichsfeld. Naturschützer haben

in den vergangenen Jahren über 100 geschützte Tier- und

Pflanzenarten auf dem Gelände entdeckt.

Foto: Grüne FRI

seinen aufwendigen Untersu-

chungen hat der örtliche BUND-

Verband nach eigenen Angaben

über 100 geschützte Tier- und

Pflanzenarten auf dem Gelände

entdeckt.

Die vom BUND zwischen-

zeitlich eingereichten Anträge

auf Anerkennung des Geländes

Friedrichsfeld als Nationales

Naturerbe oder zur Ausweisung

als Naturschutzgebiet liegen je-

doch wegen der Planungen der

Straßenbaubehörde auf Eis. Da

im Bauabschnitt der A 20 zwi-

schen Jaderberg und Wester-

stede Flächen für Wiesenbrüter,

unter anderem Kiebitze, verlo-

ren gehen würden, sollten die-

se hier in Friedrichsfeld wieder

angesiedelt werden. Zu diesem

Zweck müsste ein Großteil des

Baumbestandes, circa 160 ha

gerodet werden, so dass der

ursprüngliche Charakter der

mosaikartig verbundenen Bio-

tope verloren gehen würde, um

einem neu zu schaffenden Bio-

top zu weichen. Außerdem wäre

eine Kampfmittelräumung vor-

her unerlässlich und diese mit

erheblichen Kosten verbunden.

Nicht nur Naturschützer

halten das für Irrsinn – für die

Überlegungen, eine ökologisch

durchaus wertvolle Fläche radi-

kal umzubauen, um daraus wie-

derum eine ökologische Fläche

für andere „Zielarten“ zu ma-

chen, hatte es in der Region viel

Spott gegeben. „Es ist normal

denkenden Menschen nicht zu

vermitteln, dass man ein solch

einzigartiges, zusammenhän-

gendes Biotop umgestaltet,

um ein neues Biotop zu schaf-

fen, nur weil es eben schon im

Bundesbesitz ist. Sinnvoll wäre

die Nutzung einer weniger wert-

vollen Fläche, die darüber eine

Aufwertung erfährt“, erklärte

dazu der Abgeordnete Meiwald.

Er kritisierte die Fixierung auf

den Autobahnbau: „Das Auto

wird bei uns leider immer noch

behandelt wie eine heilige Kuh,

da wird in Deutschland häufig

das Gehirn abgeschaltet.“ Mit

diesen Worten versprach Mei-

wald, sich in Berlin weiter für

den Erhalt des Biotops Fried-

richsfeld in seiner jetzigen Form

einzusetzen.

Im Anschluss besuchte Peter

Meiwald außerdem den Bio-

landbetrieb Eekenhof von Klaus

Leiter in Büppel. Gemeinsam

mit dem örtlichen Bundestags-

kandidaten Alexander von Fin-

tel aus Wilhelmshaven erhielt

er eine Führung über die neu

angelegten

Bio-Gemüsean-

bauflächen. Seit Anfang des

Jahres werden ehemalige Wei-

deflächen des Biolandhofes zu

Acker- und Beetflächen umge-

staltet. Auch neue Gewächs-

und Kühlhäuser sind entstan-

den, die ersten Sorten werden

inzwischen geerntet. Zwischen

Kohlrabi und Salat wächst bei

Klaus Leiter ein Dschungel an

Tomaten gesäumt von Blüh-

streifen mit allerlei Sommer-

blumen, in denen sich Insekten

tummeln. Meiwald zeigte sich

begeistert von diesem Beispiel

an ökologischer Landwirtschaft

und kam bei einem Snack mit

regionalen Produkten mit den

Varelern ins Gespräch.

(fb)

Neue Geschäftsleitung

Amtsgericht: Dank an Birgit Blanke

Varel.

Die langjährige Ge-

schäftsleiterin des Amtsge-

richts Varel, Justizoberamtsrätin

Birgit Blanke, hat auf eigenen

Wunsch die Geschäftsleitung

abgegeben und widmet sich

nunmehr nach fast 18 Jahren

in der Geschäftsleitung wieder

„klassischen“ Rechtspflegertä-

tigkeiten.

Die Geschäftsleitung ist eine

wichtige Schaltstelle im Betrieb

des Amtsgerichts, da hier die

Tätigkeit des mittleren Dienstes

und des Wachtmeisterdienstes,

der Haushalt sowie die Bautä-

tigkeiten organisiert und koor-

diniert werden. „In die Amts-

zeit von Birgit Blanke fällt unter

anderem die sehr aufwendige

Restaurierung des großen Sit-

zungssaals nach historischem

Gepräge. Diese wie auch alle

anderen Aufgaben hat sie zum

Wohl des Amtsgerichts in der

ihr eigenen zupackenden Art

mit Bravour gemeistert“, dankt

der Direktor des Amtsgerichts

Jörg Duvenhorst und bedauert

gleichzeitig die Entscheidung

von Birgit Blanke.

Er ist aber sehr froh, dass

mit Sarah Leifeling eine junge

Rechtspflegerin das Amt über-

nommen hat, die ab sofort in

den genannten Gebieten als

kompetente Ansprechpartnerin

zur Verfügung steht und auch

auf die Erfahrungswerte von

Birgit Blanke noch weiter zu-

rückgreifen kann.

(ak)

www.facebook.com/frieslaenderbote