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12

Varel

Friebo 34/2017

Karl Schiller

Varel, Lange Straße 5

Telefon 0 44 51 / 58 07

Bestattungen

Sarglager

Überführungen

seit 1969

„Jeder ist ein Teil des Ganzen“

Wiki gGmbH-Beratungstelle für Menschen mit Behinderung hat für jeden Ratsuchenden ein offenes Ohr

Varel.

„Angenommen Ihre

lernbehinderte, 13-jährige Toch-

ter, die eine inklusive Schulklas-

se besucht, ist auf der Suche

nach einem Platz für ein zwei-

wöchiges Schülerpraktikum auf

dem ersten Arbeitsmarkt. Oder

Sie sind schwanger mit Zwil-

lingen, bei denen das Mädchen

gesund und der Junge schwer-

behindert und gehörlos zur Welt

kommt – bei solchen und allen

sich daraus ergebenden Fragen

können wir helfen“, veranschau-

licht Diplom Pädagogin Marion

Ahlers die Funktion der Wiki-

Beratungsstelle für Menschen

mit Behinderung und ihre Ange-

hörigen in Varel.

Bereits seit etwa einem Jahr

gibt es die Beratungsstelle der

Wiki gGmbH, die sich in die zwei

Standorte Varel und Wilhelms-

haven aufteilt. „Wir sind eine

unabhängige Beratungsstelle.

Wenn jemand zu uns kommt

und Hilfe braucht, bekommt er

sie auch – egal ob er etwas mit

der Wiki zu tun hat, oder nicht“,

berichtet Marion Ahlers.

Die Beratung der Wiki gG-

mbH ist kostenlos und barriere-

frei und soll Menschen mit Be-

hinderung helfen, ihre Bedarfe

zu erkennen und die entspre-

chenden Anträge zu stellen.

„Für behinderte Menschen

und ihre Familien ist es nicht im-

mer leicht, sich im Dickicht der

Sozialleistungen zurechtzufin-

den“, so die Diplom-Pädagogin.

Genau hier greift die Beratungs-

stelle: Marion Ahlers sucht ge-

meinsam mit den Betroffenen

einen Weg, ihre Vorstellungen

und Wünsche dem Alltagsleben

anzupassen. „Häufig reicht es,

den Kontakt zu der zuständigen

Stelle herzustellen und einen

entsprechenden Antrag zusam-

men auszufüllen. In Einzelfällen

begleiten wir den Betroffenen

auch mal zum Amt.“

Beratungsvielfalt

Das Beratungsangebot teilt

sich dabei in die mehr oder

weniger festen Themenge-

biete Leistungen nach den

Sozialgesetzbüchern,

allge-

meine

Gleichbehandlungsge-

setze, Leistungsanbieter und Ko-

stenträger, Eingliederungshilfe,

Pflege und Gesundheitswesen,

Barrierefreiheit und Organisation

von Rechtsvertretung im Wider-

spruchsverfahren, auf. Überdies

gehört die sogenannte Peer-

Beratung, das heißt die Beratung

durch einen Selbst-Betroffenen,

zum Repertoire.

„Wir aktivieren unsere Kon-

takte zu den Netzwerken, um die

vielfältigen Fragen rund um Ein-

gliederungshilfe, Pflege, Woh-

nen, Arbeiten, Kostenträger, Lei-

stungserbringer und rechtliche

Grundlagen zu beantworten –

die Netzwerkarbeit ist dabei ein

wichtiger Bestandteil unserer

täglichen Arbeit,“ erläutert Mari-

on Ahlers.

„Wir arbeiten landesübergrei-

fend. Wenn Ratsuchende nicht

mobil sind, sind auch Hausbe-

suche in näherer Umgebung

möglich – dann können wir uns

zudem ein deutlicheres Bild von

der Lage des Jeweiligen ma-

chen“, betont die Beraterin, die

schon so manchem Betroffenen

bei der Wiedereingliederung ins

gesellschaftliche Leben zur Seite

stand.

„Manch einer wiederum ist

schon sehr gut informiert, wenn

er zu uns kommt und will im

Zweifelsfall nur mal über seine

Situation reden – auch in diesem

Fall können wir im Beratungsge-

spräch neue Perspektiven auf-

zeigen“, erläutert sie.

Während Marion Ahlers in

Varel als Beraterin tätig ist, küm-

mert sich Sozialpädagogin An-

drea Pohlenga in Wilhelmshaven

um die Ratsuchenden. „Andrea

Pohlenga und ich arbeiten seit

etwa 15 Jahren in den Bereichen

Beratung und Unterstützung. Wir

sind vor etwa anderthalb Jahren

zur Wiki gekommen, um diese

Beratungsstelle mit aufzubau-

en“, so Marion Ahlers.

Zum Hintergrund

Entstanden ist die Beratungs-

stelle der Wiki gGmbH unter

anderem durch das Koopera-

tionsprojekt „Der Rechtsweg

ist nicht ausgeschlossen“ der

Vereine Bundesverbandes für

körper- und mehrfachbehinderte

Menschen (bvkm) und des Bun-

desverbandes Selbsthilfe Kör-

perbehinderter (BSK).

Ziel des durch die Stiftung

Deutsche Behindertenhilfe ge-

förderten Projektes ist der exem-

plarische Aufbau und die Etablie-

rung von Beratungsstellen, die

eine unabhängige Beratung über

Teilhabeleistungen und deren

Durchsetzung für Menschen mit

Behinderung eine größere Zahl

von Entscheidungsoptionen, die

wahrgenommen und umgesetzt

werden können.

Die Verbände bvkm und BSK

zeigen gemeinsam in Modell-

regionen auf, wie dauerhafte

Strukturen zur sozialen und so-

zialrechtlichen Beratung aufge-

baut werden und zur Durchset-

zung des Rechts zur gleichbe-

rechtigten Teilhabe beitragen

können.

Diese individuelle, kompetente

und anwaltschaftliche, also nur

dem Interesse der Ratsuchen-

den verpflichtete Beratung,

verstehen beide Verbände als

Ergänzung zu bestehenden Be-

ratungsmöglichkeiten. Sie geht

durch ihren lebensbegleitenden

Charakter aber auch weiter und

zielt auf die dauerhafte Stärkung

des Einzelnen durch Strategien

und Maßnahmen, die den Be-

troffenen ein (möglichst) selbst-

bestimmtes Leben ermöglichen.

Weitere Informationen unter

www.unabhängigeberatung.de.

Zur persönlichen Beratung

steht Marion Ahlers in der Men-

ckestraße 4 in Varel dienstags

und donnerstags von 9 bis 14Uhr,

sowie freitags von 8 bis 12 Uhr,

zur Verfügung. Telefonisch ist sie

unter

v

04451/95199722 oder

mobil unter

v

0176/45964831 zu

erreichen.

Andrea Pohlenga steht, in der

Mitscherlichstraße 22 in Wil-

helmshaven, montags und mitt-

wochs von 10 bis 15 Uhr, sowie

donnerstags von 10 bis 14 Uhr

für ein persönliches Gespräch

zur Verfügung. Errreichbar ist

sie unter

v

04421/9884280 oder

mobil unter

v

0176/57981354.

Ausführlichere

Informatio-

nen zum Angebot gibt es unter

www.wiki.de

.

(jg)

Marion Ahlers von der Wiki gGmbH Beratungsstelle aus Varel

will Menschen helfen wieder am gesellschaftlichen Leben

teilnehmen zu können.

Foto: Jaqueline Guthardt

Im Trauercafé Verständnis und Trost finden

Varel.

Am

Sonntag, 27. Au-

gust,

bietet das Trauercafé von

15 bis 17 Uhr die Möglichkeit in

einer geschützten Atmosphäre

Menschen in vergleichbaren

Situationen zu treffen.

In den Räumen der Hospiz-

bewegung Varel, Windallee

15, können sie sich über Ihre

Erfahrungen auf dem Trauer-

weg austauschen und in der

Gemeinschaft Verständnis und

Trost finden.

Eine Anmeldung ist nur er-

forderlich, wenn eine Kinder-

betreuung während der Ge-

sprächszeit übernommen wer-

den soll.

Interessierte können vor dem

ersten Besuch ein Einzelge-

spräch führen oder Informati-

onen unter

04451/804733

erhalten.

Weitere Informationen zu un-

serer Arbeit unter www.hospiz-

varel.de