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Varel

Friebo 35/2017

„Bücherhaus“ bringt Kinderaugen zum Strahlen

Varel.

Am 30. August wurde

an der Vareler Hafenschule das

neue „Bücherhaus“ eingeweiht.

Schulleiterin Regina Mattern-

Karth bedankte sich bei allen

Helfern und Mitwirkenden, die

zur Ausstattung und Gestaltung

des neuen Hauses beigetragen

haben. Neben dem Förderver-

ein der Schule hatte die Aktion

„Glückspfennig“ des Unterneh-

mens Premium Aerotec und die

Barthel-Stiftung das Projekt fi-

nanziell unterstützt. Auch das

„Go“ von der Stadt Varel war

wichtig, denn das Haus, welches

aus den sechziger Jahren

stammt, wurde früher als Wohn-

haus des Hausmeisters genutzt.

Zur Einweihungsfeier berei-

teten die Schüler so einiges vor:

Die Kinder der zweiten Klasse

sangen ganz getreu dem Mot-

to das altbekannte Lied „Alle

Kinder lernen lesen“. Die Viert-

klässler trugen ein Stück auf der

Blockflöte vor und die Drittkläss-

ler Gedichte. Darunter auch die

Geschichte „Das unachtsame

Känguru“, die beschreibt wie

dem Känguru alle Buchstaben

abhanden kommen, aber auf

beeindruckende Weise auch

wieder zurückkehren.

Ebenso war Bürgermeister

Gerd-Christian Wagner vor Ort,

um das neue Bücherhaus zu be-

gutachten: „Hier wurde ein Haus

mit tollem Charakter geschaffen,

welches allen gemeinsam zur

Verfügung steht“. Er betonte die

Wichtigkeit des Lesenlernens:

„Diese Schule ist ein Ort an dem

die Kinder die Buchstaben ken-

nenlernen“. Das neue Bücher-

haus würde sie ab sofort dabei

unterstüzen.

„Das Gefühl ein Buch in der

Hand zu halten, ist ein ganz

anderes als ein Text auf einem

Tablet zu lesen, das wollen wir

gerade in der heutigen Zeit be-

rücksichtigen“, betont Schullei-

terin Regina Mattern-Karth.

Des Weiteren erläuterte ein

Vertreter des Unternehmes

Premium Aerotec die Aktion

„Glückspfennig“: „Bei allen

Summen, die an uns überwie-

sen werden, geht die Nachkom-

mastelle auf das Glückspfennig-

Konto. Bei der Übergabe an den

Werksleiter, verdoppelt dieser

den Betrag. So können wir ge-

meinnützige Projekte verschie-

dener Institutionen unterstützen.

Eines dieser Projekte war das

neue Bücherhaus der Hafen-

schule“.

Einmal in der Woche soll eine

Lesestunde im Bücherhaus

stattfinden, in der die Schüler

von ehrenamtlichen Mitarbeitern

betreut werden. Auch haben die

Kinder dann die Möglichkeit Bü-

cher auszuleihen oder bereits

gelesene zurückzugeben.

Im Bücherhaus ist neben

einem Leseraum auch ein Com-

puterraum zu finden. Für die

Mitarbeiter ist eine Küche vor-

handen, an der auch eine kleine

Terrasse grenzt.

Die Schulleiterin berichtet,

dass zur Neueröffnung des

Hauses im Vorfeld ein Wettbe-

werb zur Namensgebung ge-

startet wurde. Drei Kinder, da-

runter auch Leandra und Salma

(Bild), machten dabei den Vor-

schlag „Bücherhaus“, der sich

durchsetzen konnte. So durften

die beiden Schülerinnen am Tag

der Eröffnung gemeinsam mit

Bürgermeister Gerd-Christian

Wagner und einem Mitarbeiter

von Premium Aerotec den neuen

Namen des Gebäudes enthüllen,

der auf einem Schild über der

Tür angebracht ist.

(jw)

Vareler Hafenschule freut sich über die neue Nutzung des alten Hausmeister-Hauses

Leandra und Salma freuen sich mit Schulleiterin Regina Mat-

tern-Karth und Bürgermeister Gerd-Christian Wagner über

den neuen Leseraum.

Foto: Jana Wehner

Haushaltsloch schrumpft weiter

Ergebnishaushalt 2017: Gewerbesteuer steigt von erwarteten sechs auf über zehn Millionen Euro

Varel.

Vollkommen überholt

sind die Zahlen des städtischen

Haushalts für das Jahr 2017:

Nach einem erneuten „Update“

für den Ergebnishaushalt sieht

es nach jetzigem Stand so aus,

als käme die Stadt in diesem

Jahr mit einem vergleichsweise

geringen Defizit durchs sprich-

wörtliche Loch – die Haushalts-

lage hat sich in den vergan-

genen zwei Monaten deutlich

entspannt.

Zur Erinnerung: Die Jahre

2015 und 2016 hatten der Stadt

noch Überschüsse in Millionen-

höhe beschert. In diesem Jahr

hingegen geht es für Kämmerer

Jens Neumann und seine Kolle-

gen im Fachbereich Finanzen in

erster Linie wieder darum, den

Mangel zu verwalten. Ein Fehl-

betrag im Ergebnishaushalt,

also im laufenden Geschäft der

Stadt, in Höhe von fast 5,8 Milli-

onen standen bei Jahresbeginn

zu Buche, bei der Haushaltsver-

abschiedung im April waren es

dann noch 5,3 Millionen Euro.

Insbesondere die Einnah-

men der Gewerbesteuer stei-

gen deutlich gegenüber der

Annahme zu Jahresbeginn:

Jeweils sechs Millionen Euro

waren für die Jahre 2017 und

folgende eingeplant worden.

Nach Stand per 31. Mai wur-

de bereits mit einem Aufkom-

men von 6,4 Millionen Euro in

diesem Jahr gerechnet, hinzu

kamen leichte Verbesserungen

bei der Grundsteuer, bei der

Einkommensteuer sowie bei

den

Schlüsselzuweisungen

vom Land. Alles in allem war

vor zwei Monaten eine Verbes-

serung um rund 970.000 Euro

gegenüber dem Haushaltsplan

errechnet worden – Ende Au-

gust ist auch diese Kalkulati-

on schon wieder Makulatur:

Von einer erneuten, diesmal

„deutlichen“ Verbesserung bei

den Gewerbesteuereinnahmen

wusste Jens Neumann nun zu

berichten, die Finanzbehörde

habe die Stadt über entspre-

chende

Nachveranlagungen

informiert. Statt 6 Millionen

werden es wohl nun gut 10,1

Millionen Euro sein, die der

Stadt in diesem Jahr zufließen.

Hinzu kommen Zuwächse bei

Grund- und Einkommensteu-

er sowie bei den Zuweisungen

vom Land: In der Summe ein

Plus von fast 5,1 Millionen Euro

gegenüber der usprünglichen

Haushaltsplanung. Allerdings

steigen parallel dazu auch die

Ausgaben, so dass der Aus-

gleich im Ergebnishaushalt

(noch) nicht ganz geschafft ist.

Die Aufwendungen steigen um

knapp 900.000 Euro, allein die

Gewerbesteuerumlage steigt

um 720.000 Euro.

Immerhin: Gegenüber dem

Haushaltsplan verbessert sich

das ordentliche Ergebnis um

rund 4,2 Millionen Euro, der zu

erwartende Fehlbetrag sinkt

auf 1,1 Millionen mit entspre-

chend mildernder Auswirkung

auf die Liquidität.

Die anhaltend positive Kon-

junktur spiegele sich in den

aktualisierten Zahlen wider, so

Neumann. Im Ausschuss nahm

man die Entwicklung mit Zu-

friedenheit zur Kenntnis: Es sei

eingetroffen, was man erhofft

habe, erklärte Jürgen Bruns

(SPD). In Erwartung sich ver-

bessernder Einnahmen habe

man auf Erhöhungen bei Steu-

ern und Gebühren bewusst

verzichtet. Lars Kühne (CDU)

zeigte ich erleichtert, dass die

in den Vorjahren aufgestauten

Überschüsse nun nicht gleich

wieder durch ein massives De-

fizit verzehrt würden, das si-

chere Handlungsspielraum.

(tz)