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Zetel

Friebo 37/2017

Jörg Mondorf wählt Hans-Werner Kammer,

Du auch?

Gemeindeverband

Zetel-Neuenburg

Erinnerungskultur als Bildungsangebot

Mahnmal des Kunstvereins „Bahner“ weiteres Thema im Sport-, Kultur- und Tourismusausschuss

Zetel/Neuenburg.

Gedenk-

und Hinweistafeln, eine groß-

angelegte

Internetdokumen-

tation, Schulmaterialien sowie

mobil abrufbare Erläuterungen

– so lautet die Konzeption des

Projekts „Erinnerungsorte in

Friesland“, das die Leiterin des

Schlossmuseums Jever, Prof.

Dr. Antje Sander, kürzlich in der

Sitzung des Sport-, Kultur- und

Tourismusausschuss vorstellte.

Konkret sollen dabei Orte

vorgestellt werden, an denen

jüdisches Leben stattgefunden

hat, nebst Plätzen, an denen es

zur Verfolgung und Unterdrü-

ckung von jüdischen Bürgern

während der nationalsozialis-

tischen Zeit kam. Die Geschichte

von Zwangsarbeitern und poli-

tisch Verfolgten ist ebenfalls Be-

standteil der Erinnerungsorte.

Die Museumsleiterin hob die

enge Zusammenarbeit mit loka-

len Einrichtungen und Arbeits-

kreisen hervor, die sich gänzlich

oder zum Teil für Erinnerungs-

und Zeitgeschichte einsetzen,

darunter das Gröschler-Haus in

Jever, der Heimatverein Gödens-

Sande, der Kunstverein „Bahner“

sowie der Arbeitskreis „Juden in

Varel“. Die aufbereiteten Infor-

mationen zu den Orten sollen als

große Internetpräsentation zu-

gänglich gemacht werden, von

einer möglichen Publikationsrei-

he.

Die Einrichtung von Informa-

tions- und Lehrwerkstätten sei

ebenfalls möglich, so Prof. Dr.

Antje Sander, ebenso der An-

schluss an das Knotenpunktsy-

stem für Randwanderer. „Das

Projekt würde eine empfindliche

Lücke in der Erinnerungskultur

schließen“, betonte die Muse-

umsleiterin, gleichzeitig biete

sich die Möglichkeit zur Reflek-

tion und dem Dialog, wodurch

Zu Beginn der Ausschusssitzung referierte die Leiterin des

Schlossmuseums Jever, Prof. Dr. Antje Sander, über das

Projekt „Erinnerungsorte in Friesland“. Kleines Bild: Das ge-

plante Erinnerungsmal.

Foto: Thorsten Soltau/“Bahner“

Mehr Fairness bitte!

Die Enttäuschung war den

anwesenden

„Bahner“-Mit-

gliedern nach der Sitzung des

Sport-, Kultur- und Tourismus-

ausschusses deutlich anzu-

merken. Statt einem festen

Bekenntnis seitens der Rats-

mitglieder zum geplanten Erin-

nerungsmal wurde das Thema

kurzerhand zurückgestellt.

Die für das Projekt zuge-

sagten Mittel aus dem Förder-

topf der Regionalstiftung der

Landessparkasse zu Olden-

burg laufen im November aus,

das ist in der Ausschusssitzung

deutlich betont worden. Für die

„Bahner“ bleiben je nach Ent-

scheidung dann knapp zwei

Wochen, die Mittel abzurufen.

Das alle anderen Institutionen

die angefragten Zuschüsse

zwischenzeitlich zugesagt ha-

ben, ist ein weiteres Detail, das

neben der Tatsache, dass vor

zwei Jahren das Projekt bereits

von den „Bahnern“ im Rat vor-

gestellt wurde, das Zaudern der

Gemeinde äußerst befremdlich

wirken lässt.

Prof. Dr. Antje Sander for-

derte zu Recht von der Politik

ein klares Signal, um Sicherheit

für die weitere Planung zu erlan-

gen. Ein klares „Ja“ oder „Nein“

wäre gegenüber den Antrag-

stellern deutlich fairer gewesen,

als das Herumlavieren um eine

eigentliche Antwort.

Thorsten Soltau

Kommentar

zahlreiche Vorteile in Bezug auf

die Bildung von Kindern, Ju-

gendlichen sowie Erwachsenen,

entstünden. Den nötigen finan-

ziellen Unterbau sollen unter

anderem Zuschüsse der Leader-

Region Nordsee-Marschen in

Höhe von 100.000 Euro, sowie

der Leader-Region Südliches

Friesland in Höhe von 10.000

Euro gewährleisten.

Ein weiteres Thema in der

Ausschusssitzung war das vom

Kunstverein „Bahner“ initiier-

te Erinnerungsmal im Rahmen

des Projekts „Ein Stück vom

Ganzen“. Mit dem Mahnmal soll

den Zwangsarbeitern gedacht

werden, die die heutige Bun-

desstraße 437 zwischen Bock-

horn und Neuenburg während

der NS-Herrschaft errichteten.

Direkten Bezug darauf nehmen

die im Erinnerungsmal verbauten

ursprünglichen Granitsteine, die

von den Zwangsarbeitern für die

ehemalige „Heerstraße“ verlegt

wurden.

Bei der Gemeinde Zetel war

dafür ein Zuschuss in Höhe von

4000 Euro beantragt worden. Die

Kosten für das Projekt belaufen

sich auf 11.500 Euro. Zuschüs-

se kommen dabei von der Ge-

meinde Bockhorn (1000 Euro),

vom Schlossmuseum Jever (800

Euro), der Regionalstiftung der

Landessparkasse zu Oldenburg

(2000 Euro), dem Gewerbeverein

Neuenburg (1000 Euro), sowie Ei-

genmitteln der „Bahner“ in Höhe

von 2000 Euro nebst 700 Euro an

privaten Sponsorengelder. „Die

Finanzierung steht, bis auf den

Zuschuss, den wir bei der Ge-

meinde Zetel angefragt haben“,

machte der „Bahner“-Vorsitzen-

de Wolfgang Andrée deutlich

und verwies auf den Ablauf des

Landessparkassen-Zuschusses

im November.

Ein Beschluss blieb jedoch

aus, das Thema wurde stattdes-

sen auf Anregung der SPD in die

Fraktionen zurückgegeben. Eine

abschließende

Entscheidung

soll im Verwaltungsausschuss

fallen. Ein deutliches Signal der

Politik, ob ein solches Erinne-

rungsmal gewollt sei oder nicht,

wünschte sich Prof. Dr. Antje

Sander: „Das ist nicht nur für die

Arbeit der Beteiligten wichtig,

sondern auch eine Sicherheit für

den Kunstverein.“

Auf spontane Zustimmung

stieß hingegen der Vorschlag

der Fraktion Bündnis 90/Die

Grünen, eine Skulptur für den

Zeteler Markt, die ganzjährig

an das Ereignis erinnert, zu

entwickeln. Als Ergebnis der

nachfolgenden Diskussion soll

Iko Chmielewski als Kulturko-

ordinator der Gemeinde ein

Konzept erstellen, welches im

nächsten Finanzausschuss vor-

gestellt werden soll.

(ts)

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