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Varel

Friebo 39/2017

Niedersachsen: Nächste Wahl in zwei Wochen

Landtagswahl am 15. Oktober – Sechs Kandidaten im Wahlkreis Friesland

Niedersachsen.

Drei Wop-

chen nach der Bundestagswahl

dürfen die Niedersachsen er-

neut abstimmen: am Sonntag,

15. Oktober, geht es dabei um

die Neubesetzung des Land-

tages in Hannover. Nachdem die

bisherige Regierungskoalition

aus SPD und Grünen nach dem

Übertritt einer Abgeordneten

von den Grünen zur CDU ihre

Mehrheit im Parlament verloren

hatte, stimmten die Abgeordne-

ten am 21. August einstimmig

für die vorzeitige Auflösung des

Landtages und eine vorgezo-

gene Wahl, die sonst im Januar

2018 stattgefunden hätte.

Nach Auskunft des Landes-

wahlleiters sind rund 6,07 Mil-

lionen Wahlberechtigte aufge-

fordert, den neuen Landtag zu

wählen. Der Landeswahlaus-

schuss hat insgesamt 22 Par-

teien zugelassen: Neben CDU,

SPD, GRÜNE, FDP und DIE

LINKE hat der Landeswahlaus-

schuss 17 weitere Vereinigungen

als Parteien anerkannt.

Im Landkreis Friesland dür-

fen am Sonntag insgesamt gut

80.000 Wahlberechtigte an der

Landtagswahl teilnehmen, in der

Stadt Varel sind es wohl knapp

20.000. Im Wahlkreis 70 – bei

der letzten Landtagswahl noch

deckungsgleich mit dem Land-

kreis Friesland – lag die Wahlbe-

teiligung im Januar 2013 bei 59,2

Prozent, das entsprach recht

genau auch dem Landesdurch-

schnitt (59,4 Prozent).

Das Prozedere am Wahltag

entspricht dem bei der Bun-

destagswahl: Die Wahllokale

sind am 15. Oktober von 8 bis

18 Uhr geöffnet. Jeder Wähler

hat zwei Stimmen: Mit der Erst-

oder Personenstimme kann man

einen der Direktkandidaten im

jeweiligen Wahlkreis wählen, mit

der Partei. Nach abgeschlos-

senem Wahlvorgang sollten

auf dem Stimmzettel im Ideal-

fall zwei Kreuze zu finden sein,

auch Wahlscheine mit nur einem

Kreuz sind aber gültig.

Die sechs Kandidaten

in Friesland-Jade

Im Wahlkreis 70, der die Flä-

che des Landkreises Friesland

sowie die Gemeinde Jade um-

fasst, stehen wieder sechs Kan-

didaten für die Erststimme zur

Wahl:

Jens Damm,

Landwirt, geb.

1965, Wangerland (CDU)

Olaf Lies,

Diplom-Ingenieur,

geb. 1967, Sande (SPD)

Heike Kliegelhöfer,

Kranken-

schwester, geb. 1975, Varel

(Grüne)

Jost Etzold,

Diplom-Volkswirt,

geb. 1949, Varel (FDP)

Stephan Möller,

Student, geb.

1988, Schortens (Die Linke)

Ronald Harms,

Bauunterneh-

mer, geb. 1960, Sande (AFD).

Jens Damm (CDU) und Jost

Etzold (FDP) waren auch bei

der letzten Landtagswahl ange-

treten, für Olaf Lies ist es heu-

er schon die dritte Kandidatur.

Bei den Wahlen 2008 und 2013

hatte der SPD-Kandidat jeweils

mit den meisten Stimmen das

Direktmandat gewonnen.

Briefwahl ab Montag

Vom 2. bis zum 13. Okto-

ber 2017

werden im Rathaus

der Stadt Varel, Windallee 4,

1. Etage, Zimmer 121, bei Be-

darf und gegen Vorlage der

Wahlbenachrichtigungskarte

die Briefwahlunterlagen für die

Landtagswahl an die Wahlbe-

rechtigten ausgegeben. Die

Briefwahl kann dann auch direkt

vor Ort abgewickelt werden.

Außerdem können die Brief-

wahlunterlagen online via www.

varel.de

beantragt werden. Die

Zusendung der Briefwahlunter-

lagen wird allerdings ebenfalls

erst ab dem 2. Oktober möglich

sein, da die amtlichen Stimm-

zettel vorher nicht zur Verfügung

stehen.

Wahlergebnisse online

Infos zum Ausgang der Wahl

gibt es noch am Wahlabend

unter anderem unter www.land-

tag-niedersachsen.de/landtags-

wahl, für Friesland und die Stadt

Varel außerdem über die jewei-

ligen Webseiten, www.friesland.

de und

www.varel.de

. (tz)

Siemtje Möller zieht direkt in Bundestag ein

SPD-Kandidatin gewinnt im Wahlkreis 26 – Hans-Werner Kammer gehört Parlament nicht wieder an

Friesland/Varel.

Gegen den

bundesweiten Trend gestemmt

haben sich die Wähler in der

Region Friesland am vergange-

nen Sonntag: SPD-Kandidatin

Siemtje Möller hat den Wahlkreis

26, zu demneben Friesland auch

Wittmund und Wilhelmshaven

gehören, souverän gewonnen

und ist mit dem Direktmandat in

den 19. Deutschen Bundestag

eingezogen – zum 16. Mal seit

1949 ging das Direktmandat

an die SPD. Damit verteidigte

Siemtje Möller den Wahlkreis als

SPD-Bastion, trotz der für die

Sozialdemokraten insgesamt

zu bilanzierenden krachenden

Wahlniederlage.

Schon früh am Wahlabend

zeichnete sich ab, dass die Kan-

didatin aus Varel die Nase vorn

haben würde, in der überwie-

genden Zahl der Wahlbezirke

holte die SPD-Frau die meisten

Stimmen. Wahlkreisweit kam

sie schließlich auf 39,7 Prozent,

CDU-Bewerber Hans-Werner

Kammer erreichte 32,4 Prozent.

Für Kammer war der Abend

quälend lang – erst am Montag-

morgen sollte feststehen, ob er

es erneut über die CDU-Lan-

desliste ins Parlament schaffen

würde. Schließlich die Enttäu-

schung: Hans-Werner Kammer

gehört dem Bundestag nicht

wieder an, am Dienstag nahm er

seinen Abschied aus Berlin.

Große Freude hingegen bei

Siemtje Möller: Die 34-jährige

Lehrerin war erst kurz vor ihrer

Ankündigung zur Kandidatur

nach Friesland gezogen, par-

teiintern hatte sie sich bei der

Kandidatenkür schließlich unter

anderem gegen Ulrike Schlieper

aus Sande durchgesetzt.

Siemtje Möller setzte sich

in fast ganz Friesland gegen

den CDU-Konkurrenten durch,

kreisweit kam sie auf knapp 41

Prozent, Kammer auf 32. Nur in

Wangerooge musste sich die

SPD-Kandidatin

geschlagen

geben, ebenso wie in der Ge-

meinde Friedeburg (Wittmund).

Ihr bestes Ergebnis holte sie hin-

gegen mit fast 48 Prozent in der

Samtgemeinde Holtriem.

Bei den Zweitstimmen hinge-

gen lag zumeist die CDU vorn,

wenngleich nicht so deutlich

wie die SPD-Kandidatin bei den

Erststimmen. Mit insgesamt

45.087 Stimmen brachte es die

CDU im Wahlkreis auf 32,77 %,

gefolgt von der SPD (42.224

Stimmen, 30,69 %). Grüne und

Linke kamen auf je rund sieben

Prozent, die FDP auf 9,4 und die

AfD bliebt mit rund 9 Prozent

deutlich hinter dem Bundeser-

gebnis zurück.

(tz)

Das Ergebnis im Wahlkreis bot Anlass zur Freude, das SPD-

Gesamtergebnis eher nicht: Die SPD-Kreisvorsitzende Elfrie-

de Ralle, die siegreiche Kandidatin Siemtje Möller und der

Landtagskandidat Olaf Lies am Wahlabend in Varel.

Foto: Anke Kück