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Varel

Friebo 39/2017

Enno Martens

0 44 51 . 96 11 873

Drostenstraße 4 · 26316 Varel

daskleineweinhaus@gmail.com

• Essig & Öle & Spirituosen –

auch zum Abfüllen

• Feinkost • Weine

• Geschenkartikel

Jeden 1. Freitag

„Afterwork“

Wein & Bier ab 18 Uhr

Erntedankgottesdienst und Gemeindetreffen

Varel.

Das Erntedankfest ge-

hört sicherlich zu den ältesten

Festen der Menschheit.

In allen Kulturen und Religi-

onen drücken die Menschen auf

unterschiedliche Art und Weise

aus, dass ausreichende oder

gute Ernteerträge nicht aus-

schließlich durch menschliche

Arbeitskraft und Fleiß zustan-

de kommen. Sie erinnern sich,

dass Kräfte mit am Werk sind,

die nicht von uns Menschen

bestimmt oder dirigiert werden

können.

Diese Erkenntnis drückt sich

Henning Scherf und Dr. Annelie Keil in Varel

Vortrag: Für eine Kultur der Menschlichkeit am Ende des Lebens

Varel.

Am

Montag, 9. Okto-

ber 2017,

findet um 19 Uhr im

Lothar-Meyer-Gymnasium eine

Lesung mit Dr. Annelie Keil und

Henning Scherf aus Bremen

statt. Sie lesen aus ihrem neuen

Buch „Das letzte Tabu“ – Über

das Sterben reden und den Ab-

schied leben lernen.

Die Veranstaltung wird von der

Gleichstellungsbeauftragten der

Stadt Varel, Brigitte Kückens in

Zusammenarbeit mit der Hospiz-

bewegung Varel organisiert.

Beide Autoren waren schon

mehrmals in Varel zu Gast und

haben zu Gesundheitsthemen

und zur Demographie referiert.

Zum aktuellen Thema nehmen

beide wie folgt Stellung:

„Wir leben in einer Leistungs-

gesellschaft, in einer industri-

alisierten Gesellschaft, in der

jeder eine Rolle zu erfüllen hat.

Wir sterben, angeschlossen an

Schläuche auf der Intensivsta-

tion eines Krankenhauses und

wenn wir Glück haben, ist je-

mand da, der unsere Hand hält.

Wir diskutieren sogar in un-

serem Parlament die Möglichkeit

der Sterbehilfe, weil viele von

uns dies wollen, weil unsere eu-

ropäischen Nachbarn dies zum

Teil schon praktizieren, weil wir

den Tod nicht in Demut erwarten

können, sondern im Griff haben

wollen, weil wir Angst vor der

Einsamkeit am Ende haben.

Wir lassen uns anonym be-

statten, weil ohnehin niemand

da wäre, der unser Grab pflegt.

Wir verdrängen unsere Trauer

und machen so weiter wie bis-

her, weil unsere Funktionsgesell-

schaft das so von uns erwartet.

Das alles sind Trends unserer

Zeit.

Doch es gibt auch die Gegen-

bewegung. Es gibt ehrenamt-

liche Hospizhelfer, die Familien

unterstützen, wenn einer ihrer

Angehörigen sterben muss da-

mit ein Sterben zuhause möglich

ist.

Es gibt Hospize, die Ster-

bende liebevoll aufnehmen, die

niemanden zuhause hätten, der

ihnen beistehen könnte. In Varel

ist die Vareler Hospizbewegung

seit 17 Jahren aktiv und es wird

aktuell ein stationäres Hospiz

auf dem ehemaligen Kasernen-

gelände in Varel gebaut.

Es gibt neue Formen der Be-

erdigung, die aus einem verkru-

Henning Scherf wirbt ge-

meinsam mit Dr. Annelie Keil

für eine Kursänderung bei der

Begegnung mit Abschied und

Sterben.

Foto: Anke Kück

steten und Angst einflößenden

Ritual einen persönlichen Ab-

schied zu machen versuchen.

Wir erleben also gerade so etwas

wie eine gesellschaftliche Kurs-

änderung, noch nicht konsistent,

noch nicht in allen Bereichen,

noch nicht von allen vollzogen,

aber ein Anfang ist gemacht.“

Diesen Anfang betrachten und

erörtern Henning Scherf und An-

nelie Keil in ihrem neuen Buch,

aus dem sie an diesem Abend

berichten. Beide, die als Kinder

das Sterben im Krieg und auf der

Flucht erleben mussten, wie so

viele ihrer Generation, die ihre

Freunde beim Sterben begleitet

haben, beschreiben ihre ganz

persönlichen Erfahrungen mit

dem Tod – bittere wie tröstliche –

und verbinden diese Erfahrungen

mit der gesellschaftlichen Frage

danach, wie wir heute sterben

wollen.

Ein Buch und ein Abend, die

Mut machen, dem Tod gemein-

sam ins Auge zu sehen, um er-

träglicher zu machen, was wir

alle durchleben müssen.

(eb)

in vielfältigen Formen, Ritualen

und Erntedanktraditionen aus:

in Liedern, Tänzen, Erzählungen,

Prozessionen, Gottesdiensten

und Feiern, um nur Einiges zu

nennen.

Die katholische St. Bonifati-

usgemeinde möchte ihren Ern-

tedank auch in diesem Jahr mit

einem lebendigen, bunten und

musikalisch vielfältigen Famili-

engottesdienst ausdrücken.

Beginn ist am

Sonntag, 1.

Oktober

, um 9.30 Uhr. Im An-

schluss an die Messfeier findet

ein Gemeindetreffen in der Alten

Kirche, Osterstraße, statt, zu

dem alle Gemeindemitglieder,

Gäste und Interessierten herz-

lich eingeladen sind.