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„Deharde spielt in der Championsleague“

Ministerpräsident Stephan Weil besucht das expandierende Unternehmen am Vareler Hafen

Varel.

Er ist für seine Fußball-

leidenschaft bekannt und so ist

dieses Lob wohl auch ganz be-

sonders zu bewerten: „Sie spie-

len mit ihrem Unternehmen in der

Championsleague“, sagte Mini-

sterpräsident Stephan Weil bei

seinem Besuch des Unterneh-

mens Deharde Maschinenbau.

Am Montag war er mit Mini-

ster Olaf Lies und der gerade

gewählten

Bundestagsabge-

ordneten Siemtje Möller sowie

SPD-Vertretern zum Vareler Ha-

fen gekommen, um sich ein Bild

von diesem Unternehmen zu

machen, das seinen Fokus auf

die Luftfahrt ausgerichtet hat.

Etwa 70 Prozent des Umsatzes

wird mit der Airbusgruppe ge-

macht und im laufenden Jahr

wird ein Gesamtumsatz von 50

Millionen Euro erwartet: „...das

ist der größte Anstieg in der Fir-

mengeschichte“, freute sich Ge-

sellschafter Marc Brestrich.

Er erläuterte weitere Zahlen:

Von 2010 bis 2019 werden bei

Deharde etwa 35 Millionen Euro

investiert. „Hier geht mein Dank

auch an die Familie Hoffmann,

die noch nie Geld aus dem Un-

ternehmen gezogen hat.“

Gesellschafter Holger Hoff-

mann betonte, dass sich das

Unternehmen nach einer langen

Zeit in Familienhand nun neu

aufgestellt habe: „Wir sind froh,

dass unsere Partner sehr kon-

servativ agieren und wir die glei-

chen Werte teilen.“

Seit 2011 wurden bei Dehar-

de 200 zusätzliche Arbeitskräfte

eingestellt. Insgesamt liegt die

Zahl bei knapp 400 und davon

sind über 30 Auszubildende.

Ausgebildet werden zum Bei-

spiel Zerspaner, Ingenieure oder

Baugruppenmonteure. Minister-

präsident Weil fragte nach, ob

ausreichend Fachkräfte zu fin-

den seien und Marc Brestrich

antwortete mit einem gedehnten

„ja“: „...unsere Mitarbeiter kom-

men auch aus der erweiterten

Region und glücklicherweise

haben wir kaum Fluktuation.“

Ein Hafen für Flugzeugteile

Eine spannende Entwicklung

bei Deharde ist auch die Nut-

zung des Vareler Hafens als Lo-

gistikzentrum: „Eigentlich haben

wir einen Flughafen für die Ver-

ladung der acht mal acht Meter

großen Bauteile der Beluga ge-

sucht. Schließlich sind wir auf

die Idee gekommen, dass wir

das auch über den Vareler Ha-

fen versuchen könnten. Das war

ein echtes Pfund für uns und hier

sehen wir strategisch eine sehr

positive Zukunft. “

Für diese Zukunft hat das Un-

ternehmen Deharde Visionen,

wie der Leiter der Luftfahrtspar-

te, Bernd Beschorner, erklärte:

„Man will auch oberste Bauteile

für Rumpf, Flügel oder Höhen-

und Seitenruder herstellen.“

Profitiert habe man beim Aus-

bau der Geschäftsbeziehungen

davon, dass man bei Schwierig-

keiten schnell und flexibel rea-

gieren konnte: „So sind wir bei

Airbus und anderen Unterneh-

men ins Geschäft gekommen.

Wir wollen uns aus dem Ni-

schenmarkt weiter in den Main-

streammarkt entwickeln.“ Weil

dazu: „Das ist natürlich ein Aus-

druck von Vertrauen.“ Aktuell

gebe es bei der Weiterentwick-

lung leider formale Probleme

mit dem Luftfahrtbundesamt in

Berlin. Sowohl Olaf Lies als auch

Siemtje Möller versprachen, sich

hier einzusetzen: „Das nehmen

wir nochmal mit.“

Ministerpräsident Weil fragte

abschließend: „Wenn ich in fünf

Jahren wieder zu Ihnen komme,

was ist dann aus Deharde ge-

worden?“ Marc Brestrich ant-

wortete spontan: „Dann sind

wir noch breiter aufgestellt und

hoffen, dass wir erste Schritte

zu einem großen Arbeitspaket

für Luftfahrtindustrie geschafft

haben.“ Ministerpräsident Weil

bedankte sich nach einem aus-

giebigen Rundgang durch die

Hallen herzlich und stellte fest:

„Es macht wirklich Spaß, das

hier zu sehen, das ist schon eine

tolle Entwicklung, die Sie hier in

Varel haben und eine Freude so

ein Unternehmen im Aufwind zu

erleben.“

(ak)

Marc Brestrich, Minister Olaf Lies und Ministerpräsident Ste-

phan Weil beim Rundgang durch die Deharde Hallen.

Fotos: Anke Kück