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14. Oktober 2017

Wesermarsch

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Bessere Bedingungen für die Geflügelhaltung

Grüne: Das System beugt Krankheiten vor und bietet mehr Hygiene

Jade.

FIPS ist der kurze Name

für einen neuen Geflügelstall,

der Aufzucht, Mast und Haltung

in einem Baukastensystem er-

möglicht.

Landtagskandidatin

Heike

Kliegelhöfer und Landtagsmit-

glied Hans-Joachim Janßen,

beide von Bündnis 90/Die Grü-

nen, informierten sich bei einem

Ortstermin in Jade über diese

Form der Geflügelhaltung.

Fünf Jahre lang hat Falk Paulat

das System entwickelt, das bes-

sere Haltungsbedingungen für

Legehennen, Hähnchen, Puten,

Wachteln oder Perlhühner er-

möglicht. Gemeinsam mit Klaus

und Thorben Scholz wurden in-

zwischen erste Ställe hergestellt

und auch bereits verkauft.

Eingesetzt werden kann FIPS

sowohl in der Boden- als auch in

der Freilandhaltung. Falk Paulat

erklärte: „Der große Vorteil ist,

dass die Hygiene und die Krank-

heitsvorbeugung durch unser

System sehr erleichtert werden.

Verwendet wird ein staubfreies

Maisspindelgranulat, das stets

trocken und dadurch für das Ge-

flügel angenehm ist.

Füße und Gefieder bleiben so

gesund.“ Klaus Scholz ergänzte,

dass durch ein entsprechendes

Filtersystem der Stall komplett

geruchsfrei betrieben werden

könne. Ein Baukastensystem er-

mögliche die Haltung in kleinen

Einheiten, was insbesondere bei

der Bekämpfung der Geflügel-

pest vorteilhaft sei.

Wichtig sei auch, dass die Ein-

streu leicht zu wechseln sei, da

das Granulat auf einem Band lie-

ge und jederzeit ohne den Stall

zu betreten, ausgetauscht wer-

den könne.

Eine Infrarotheizung, be-

trieben durch ein Solarmodul,

sorgt energiesparend für eine

ansprechende Temperatur. An

dem Termin nahm auch Hans-

Heinrich Fiedler teil, der sich in

seinem Buch „... und herrschet

über das Vieh...“ intensiv mit

unserem derzeitigen Verhalten

gegenüber Nutztieren und des-

sen Folgen auseinandersetzt.

Als Grund für sein Engagement

nannte er: „Niemand soll sagen

können, er habe nicht gewusst,

was sogenannten ‚Nutz’-Tieren

und unserer Umwelt angetan

wird, weil Politik, Kirchen und

Verbraucher versagen.

Hans-Joachim Janßen und

Heike Kliegelhöfer waren sich

einig: „Dieses System optimiert

hygienische Aspekte und die

Krankheitsvorsorge. Es ist leicht

zu reinigen, kann mit einer Voliere

verbunden und so zur Freiland-

haltung genutzt werden.“

Für die Vertreter der Grünen ist

diese Form der Haltung eine Ver-

besserung. Allerdings ist noch

viel zu tun: „Die übliche Qual-

zucht überschwerer Masthähn-

chen lehnen wir ab und wir set-

zen uns massiv für mehr Platz pro

Tier bei der Geflügelhaltung ein.

Die maximale Besatzdichte von

bis zu 23 Tieren je Quadratmeter

am Ende der Mast bleibt für uns

eine tierquälerische Haltung.“

Hans-Joachim Janßen wies im

Übrigen darauf hin, dass mobile

Hühnerställe jetzt baugenehmi-

gungsfrei seien. „Damit erleich-

tern wir die mobile Freilandhal-

tung von Legehennen, eine Hal-

tungsform, die sehr gut auf die

Bedürfnisse der Tiere Rücksicht

nimmt und Boden und Wasser

vor Überdüngung schützt.

Alle Beteiligten waren sich ei-

nig, dass verbesserte Haltungs-

bedingungen auch die Akzep-

tanz der Verbraucher erfordern:

„Es wäre gut regionale Produkte

aus artgerechter Haltung zu be-

vorzugen und schließlich muss

man auch bereit sein, einen an-

gemessenen Preis dafür zu be-

zahlen.“

Informationen über FIPS auch

unter www.fips.bio.

(ak)

Klaus und Thorben Scholz, Falk Paulat, Hans-Joachim Jan-

ßen, Heike Kliegelhöfer und Hans-Heinrich Fiedler (v.l.) disku-

tierten in Jade über verbesserte Bedingungen zur Geflügel-

haltung.

Foto: Anke Kück

Jaderberg.

Bereits zum 25.

Mal startet der TuS Jaderberg

in 10 Etappen à zehn Kilometer

durch Jaderberg und um Jader-

berg umzu in die Winterlauf- und

Wandersaison.

Die Strecken sind durch Krei-

demarkierungen gekennzeich-

net und eignen sich zum Joggen,

Wandern oder Walken. Auch

das Fahrrad wird gerne genutzt

– es gibt da keine Vorgaben.

Gut geeignet sind die Termine

für diejenigen, die im Winter für

die nächste Saison trainieren

möchten. Der wichtigste Aspekt

ist der Spaß und die Bewegung

an der frischen Luft. Teilnehmen

kann jeder, eine Mitgliedschaft

im TuS ist nicht erforderlich.

Treffpunkt ist jeweils die

Sporthalle in Jaderberg an der

Jader Straße. Gestartet wird

von 9 bis 10.30 Uhr. Wichtig:

Es gibt keine Zeitvorgabe oder

Zeiterfassung. Es gibt auch kei-

nen gemeinsamen Start, jeder

beginnt so wie er möchte. Es ist

natürlich am schönsten in einer

Gruppe zu wandern oder zu lau-

fen. Also: Mitstreiter suchen.

Nach der mehr oder weniger

anstrengenden Bewegung be-

steht die Möglichkeit zum Du-

schen.

Die Startgebühr beträgt pro

Start einen Euro. Wer am Ende

einen Pokal im Empfang neh-

men möchte, bezahlt pro Start

2,50 Euro und sollte auch wirk-

lich alle Etappen absolvieren.

Am Ende des letzten Termins

(4. März 2018) gibt es ein ge-

mütliches Beisammensein in

Brunken‘s Fetenhalle mit Über-

gabe der Urkunden bzw. Pokale,

einigen Überraschungen und ei-

ner deftigen Erbsensuppe.

Der zuständige Übungslei-

ter Horst Müller und sein Team

freuen sich über eine rege Be-

teiligung, denn diese ist der be-

ste Lohn für das ehrenamtliche

Engagement!

Gelaufen wird an folgenden

Sonntagen: 22. Oktober; 5.

und 19. November; 3. und 17.

Dezember; 7. und 21. Januar

2018; 4. und 18. Februar sowie

am 4. März.

Baugebiet „Brands Quartier“

SPD fordert Nachbesserungen

Jade.

Am 17. Oktober soll eine

Anliegerversammlung zum Bau-

gebiet „Brands Quartier“ stattfin-

den. Die SPD Fraktion hat dazu

einen Anforderungskatalog zu-

sammengestellt: „Auf dem Gelän-

de des ehemaligen Bauernhofes

Brand in Jaderberg sind vom

Investor etwa 80 neue Wohnein-

heiten geplant. Dazu sollen die

vorhandenen Gebäude abgeris-

sen und das Gebiet neu überplant

werden. Die SPD in Jade bringt

dazu folgende zehn Punkte als

Anregungen und Bedenken vor:

Der Investor und die Gemein-

deverwaltung sollen eine Anhö-

rung durchführen.

Es soll nur eine kurze Baustel-

lenzufahrt über den Brandt,s Weg

und die ehemalige Hofeinfahrt

geben.

Für die Baustellenzufahrt

ein Beweissicherungsverfahren

durchzuführen, damit für mög-

liche Schäden ausschließlich der

Verursacher haftbar gemacht

werden kann. Es darf bei Repa-

raturkosten nicht zu einer He-

ranziehung der jetzigen Anlieger

kommen.

Die Geschwindigkeit für Bau-

fahrzeuge ist auf der Zufahrts-

straße auf 10 und im gesamten

Ort auf 30 kmh zu begrenzen.

Der Brandt,s Weg soll dauer-

haft Spielstraße bleiben.

Die Geschosshöhe soll auf

zwei Vollgeschosse und maximal

9,50 Meter beschränkt werden.

Der Abstand der Gebäude zum

Brandt,s Weg soll mindestens

gleich der Geschosshöhe sein.

Die Mehrfamilienhäuser sollen

jeweils maximal vier Wohnungen

und den Charakter von Stadtvil-

len haben.

Der gesamte Baumbestand

soll erfasst und ein selektiver

Baumschutz festgelegt werden.

Die negativen Erfahrungen wie

zum Beispiel die Abholzung des

wertvollen und erhaltenswerten

Baumbestandes sowie die Nicht-

einhaltung der Geschwindigkeits-

vorgaben und der Lastbeschrän-

kungen wie beim Baugebiet

„Stindt“ in Jaderberg dürfen sich

aus Sicht der SPD-Fraktion in Ja-

derberg nicht wiederholen.

(ak)

Winterlauf und Wanderserie

Spaß und Bewegung an der frischen Luft