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Bockhorn.

Erweitern, neu-

bauen, ansiedeln – die Betreiber

des Aldi- und Combimarktes

sowie Investor Henning von

Harten, der den Neubau eines

Edeka-Marktes plant, haben

kürzlich im Ausschuss für Finan-

zen, Wirtschafts- und Touris-

musförderung ihre Pläne für den

Bockhorner Einzelhandel vorge-

stellt. Bereits im Vorfeld hatten

die geplanten Maßnahmen für

Diskussionen gesorgt. Entspre-

chend hatten die Ratsmitglieder,

ausgenommen die UWG, für

eine öffentliche Vorstellung der

Pläne votiert.

Einen Neubau plant die Un-

ternehmensgruppe Bünting für

den Combi-Markt an der Stein-

hauser Straße. Dafür muss der

alte Markt zunächst weichen.

„Wir sind nicht zeitgemäß aufge-

stellt, die Rahmenbedingungen

sind nicht mehr optimal. Die

Verkehrssituation ist unglück-

lich und wir haben aufgrund

der vielen Wohnhäuser eine

schlechte Sichtbarkeit. Außer-

dem ist der Markt energetisch

nicht mehr auf dem neuesten

Stand“, begründete Matthias

Adler von der Bünting-Gruppe.

Der derzeitige Markt habe eher

„die Wirkung eines zugestellten

Warenraumes“, ergänzte Matthi-

as Knopf vom Architektenbüro

Beyer, Freitag und Zeh. Dazu

komme, dass sich das Gebäude

von den Sichtachsen her ab-

wende.

Laut der Pläne soll der künf-

tige Markt auch vom Marktplatz

aus zu sehen sein. Dazu wird der

Combi-Markt im hinteren Be-

reich des jetzigen Parkplatzes

gebaut, die Gebäudefront vis-à-

vis zum Rathausplatz. Backshop

und Blumengeschäft bleiben er-

halten. Neu ist auch die Umlen-

kung des Kundenverkehrs, der

künftig über die Urwaldstraße

erfolgen soll. „Damit würde die

Verkehrssituation entzerrt wer-

den“, so Matthias Knopf. Vor-

raussichtlich 2019 soll der Bau

begonnen werden. „In der Zwi-

schenzeit würden wir auf eine

Bestandsimmobilie oder eine

Zeltlösung zurückgreifen“, er-

läuterte Matthias Adler.

Aldi plant ebenfalls einen Neu-

bau, und zwar auf dem Grund-

stück des ehemaligen Hol Ab.

Das leerstehende Gebäude wird

abgerissen, dafür zieht der Ge-

tränkehändler in den freiwer-

denden Aldi-Markt ein. Für den

Discounter bedeutet der Neubau

auch eine größere Nutzungs-

fläche, die rund 1.200 Quadrat-

meter umfasst. Die Parkplätze

werden mit einer jeweiligen

Breite von 2,80 Meter ebenfalls

an moderne Fahrzeugmaße an-

gepasst. Barrierefreiheit und ein

behindertengerechtes Kunden-

WC mit Wickelauflage sollen den

Markt künftig ergänzen, breitere

Gänge und eine Queraufteilung

für eine Entzerrung des Kunden-

flusses gehören ebenfalls zur

Neukonzeption, die Sebastian

Sobolewski von der Immobilien-

verwaltung des Discounters ge-

meinsam mit Bauingenieur Wil-

helm Schomaker vorstellte. „Wir

brauchen Platz für die Kunden“,

machte Sobolewski deutlich, der

ebenfalls mit einem Starttermin

in 2019 rechnete.

ImVorfeld hatte das Planungs-

büro „Stadt & Handel“ aufgrund

„absehbarer Risiken für das

Ortszentrum“ von der Ansiede-

lung eines Edeka-Marktes ab-

geraten. Das Büro hatte in der

Verträglichkeitsanalyse auf die

Gefahr hingewiesen, dass da-

durch der Combi-Markt seinen

Standort aufgeben müsste – für

die Fachleute ein städtebau-

lich schwerwiegendes Risiko.

„Wirtschaftlich macht es Sinn,

in Bockhorn mit Edeka wei-

terzumachen“, stellte Investor

Henning von Harten eingangs

heraus. Diese Haltung teilte

auch Volker Gruhne vom Edeka-

Expansionsbüro Nordwest: „Für

Bockhorn bedeutet das eine

Stärkung im interkommunalen

Wettbewerb.“ Für den Ort be-

deute der Schritt ein „Stück Zu-

kunft“, zumal sich mit der Ansie-

delung weitere Kaufkraft binden

lasse.

Entstehen soll der Markt an

der Langen Straße, zwischen

Post und Eisdiele. „Das würde

die Lange Straße aufwerten“, so

von Harten. Das dort befindliche

Gebäude würde dem Neubau

weichen. Im Plan sind die 105

Parkplätze zur Straße ausge-

richtet, während der Markt im

hinteren Grundstücksbereich re-

alisiert werden soll. „Die Grenz-

abstände sind mal direkt an den

Grundstücken, mal sehr nah

dran. Da muss Lärmschutz ein-

geplant werden“, erläuterte Vol-

ker Gruhne. Zum Markt gehört

ein 400 Quadratmeter großer

Drogeriebereich sowie ein Bä-

cker. Die Gesamtverkaufsfläche

liegt bei 1.500 Quadratmetern.

Volker Gruhne von Edeka kriti-

sierte das Gutachten. Die Kauf-

kraftbindung sei falsch ermittelt

worden, ebenso habe man den

positiven Anstieg der Einwoh-

nerzahlen nicht in die Berech-

nungen aufgenommen. „Für

Bockhorn wird außerdem ein zu

geringes Wettbewerbspotenzial

aufgezeigt“, bemängelte Volker

Gruhne. Zweifel bestehen auch

an der ermittelten Größe des

Combi-Marktes von 1.750 Qua-

dratmetern: „Combi ist mit 1.500

bis 1.550 Quadratmetern rund

200 Quadratmeter kleiner als von

,Stadt & Handel’ angenommen.“

Matthias Adler vom Bünting-

Unternehmen bekräftigte, dass

es sich um die korrekten Zahlen

handele. „Geben Sie uns und Ih-

rer Gemeinde noch etwas Zeit“,

empfahl Volker Gruhne. Die Ein-

schätzungen sollten durch einen

weiteren, kompetetenten Gut-

achter geprüft werden.

Rolf Neuhaus vom Landkreis

Friesland verwies auf die Not-

wendigkeit der Bauleitplanung

bei allen drei vorgestellten Um-

setzungen. Der Schutz der

Gemeindezentren und ausge-

glichene Strukturen seien das

Ziel. „Die landesplanerischen

Vorgaben müssen erfüllt wer-

den“, so der Landkreisvertreter.

Für Bockhorn sind maximal 600

Quadratmeter zusätzliche Ein-

zelhandelsfläche anzusetzen,

die beide Erweiterungen von

Combi und Aldi abdecken wür-

den. Ein 1.500 Quadratmeter

umfassender Edeka-Markt sei

damit nicht möglich.

Die Fraktionen beraten nun in-

tern über die vorgestellten Kon-

zepte. Sehr wahrscheinlich ist,

dass das Thema im öffentlichen

Finanzausschuss im November

nochmals behandelt wird, heißt

es von Seiten der Gemeindever-

waltung.

(ts)

14. Oktober 2017

Bockhorn

31

Friesländer Bote

Elisabethstr. 13 · 26316 Varel

Telefon 0 44 51 / 91 19 24

E-Mail:

jeannettegalda@friebo.de

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Investoren stellen Einzelhandelskonzepte vor

So könnte sich der Bockhorner Combi-Markt nach der Erweiterung präsentieren.

Visualisierung: Architektenbüro Beyer, Freitag und Zeh

Vorrangiger Neubau der bisherigen Märkte – Edeka äußert Kritik an Verträglichkeitsanalyse