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Varel

Friebo 42/2017

Hospiz: „Meilenstein in der Entwicklung Varels“

Richtfest beim Haus der Hospiz- und Palliativarbeit – Eröffnung im Mai geplant

Varel.

Mit einer bunt ge-

schmückten Richtkrone, einem

launigen Richtspruch von Zim-

merermeister Dirk Brumund und

den besten Wünschen für das

Haus wurde am vergangenen

Dienstag Richtfest gefeiert beim

Neubau des Hauses „Am Jade-

busen“, dem künftigen Zentrum

für ambulante wie stationäre

Hospiz- und Palliativarbeit.

Mehr als 200 Gäste waren

zur Feier auf das Grundstück

im einstigen Kasernengelän-

de gekommen. Daniel de Vas-

concelos, der als Geschäfts-

führer der Gesellschaft Haus

der Hospiz- und Palliativarbeit

(HHP) die Bauherren vertrat,

begrüßte viele Vertreter aus der

regionalen Politik und der Wirt-

schaft, Handwerker, Nachbarn,

und, wie er sagte, „unzählige

Freunde, Helfer und Förderer

dieses Vorhabens“.

Kurz erinnerte de Vasconce-

los daran, dass nicht einmal vier

Monate zuvor erst der symbo-

lische Spatenstich erfolgt war –

es sei beeindruckend, was in

der Zwischenzeit geschafft wor-

den ist. Er dankte vor allem den

am Bau beteiligten Planern und

Handwerkern: „Jedes Mal, wenn

ich seit dem hier auf der Baustel-

le bin, sehe ich Menschen, die

hochmotiviert daran arbeiten,

dass unser Traum von einem

Ort, an dem bei uns in der Re-

gion ambulante und stationäre

Hospizarbeit unter einem Dach

vereint sind, Wirklichkeit wird.“

Das Haus der Hospiz- und

Palliativarbeit „Am Jadebusen“

wird gemeinschaftlich getragen

von der mission:lebenshaus

gGmbH, der Hospizbewegung

Varel und der Stadt Varel, die

auch das Grundstück zur Ver-

fügung stellte. Bürgermeister

Gerd-Christian Wagner: „Un-

ser gemeinsam geplantes Haus

nimmt immer mehr Form an.

Anfangs war es nur eine Vision.

Jetzt ist Stein auf Stein gesetzt

worden und wir können jetzt

schon sehen, was Großartiges

geschaffen wird. Dieser Bau und

dieses Projekt sind Meilensteine

in der Entwicklung Varels. Mein

Dank geht an alle, die daran mit-

gewirkt haben.“

„Ein würdevolles und

selbstbestimmtes Leben

ermöglichen“

Geschäftsführerin

der

mission:lebenshaus und somit

des Trägers des zukünftigen sta-

tionären Hospizes, dem „Hos-

piz am Wattenmeer“, ist Irene

Müller. Die mission:lebenshaus

betreibt bereits jeweils ein Er-

wachsenenhospiz in Jever und

im Landkreis Oldenburg sowie

das Kinder- und Jugendhospiz

in Wilhelmshaven. „Gemeinsam

möchten wir den uns anver-

trauten Menschen bis zuletzt ein

würdevolles und selbstbestimm-

tes Leben ermöglichen“, so Irene

Müller. In zahlreichen Gesprä-

chen mit ganz unterschiedlichen

Menschen merke sie immer wie-

der, wie dringend dieses Haus

gebraucht wird. Die Leitung des

Hospizes am Wattenmeer wird

Maria Bohndieck übernehmen.

Anke Kück, Vorsitzende der

Hospizbewegung Varel e. V.:

„Das Richtfest heute ist natürlich

ein besonders emotionaler Tag –

unser Traum wird Wirklichkeit.

Unser Haus, das so viele unter-

schiedliche Hilfen unter einem

Dach vereint, ist nun schon für

alle sichtbar.“

„Wir danken von Herzen“

Möglich geworden sei dies

durch die enorme Unterstützung

der Menschen in der ganzen Re-

gion: „Dafür danken wir von Her-

zen! Das, was wir in den letzten

Monaten und Jahren erfahren

haben, gibt uns viel Kraft und Si-

cherheit für die Zukunft.“

Seit mittlerweile vier Jahren

wird auf das Haus der Hospiz-

und Palliativarbeit „Am Jadebu-

sen“ hingearbeitet. Hier sollen

die ambulante Arbeit der Hos-

pizbewegung, das Palliativnetz

am Jadebusen sowie das statio-

näre Hospiz Platz finden und ge-

meinsam unheilbar erkrankten

Menschen eine wohnortnahe

Versorgung ermöglichen. Dies

gelingt durch ein multiprofes-

sionelles Team bestehend aus

Pflegefachkräften, Sozialpäda-

gogen, Seelsorgern, Ärzten und

Ehrenamtlichen.

Ein wesentlicher Teil der Inve-

stitionssumme von insgesamt

mehr als zwei Millionen Euro

ist durch Spenden aus der Be-

völkerung und Fördermitteln

zusammengetragen

worden.

Das Haus selbst wird auf einem

rund 4.300 Quadratmeter groß-

en Grundstück errichtet. Insge-

samt werden darin neun Gäste-

zimmer geschaffen, eines da-

von steht den Angehörigen zur

Verfügung. Die Eröffnung des

Hauses ist für das zweite Quar-

tal 2018 geplant.

Daniel de Vasconcelos be-

tonte, dass hier in gemein-

schaftlicher Anstrengung ein

Gebäude wachse, das den

Menschen dienen solle, die hier

künftig leben, arbeiten, trauern

und Trost spenden werden. Und

Zimmerer Dirk Brumund fasste

die Wünsche zusammen, die er

wohl stellvertretend für alle Gä-

ste ganz traditionell formulierte:

„Glück und Segen für dieses

Haus – und jeden, der hier geht

ein und aus.“

(tz/fb)

Aufs Dach gestiegen: Unter kritischer Beobachtung von

Handwerksmeister Dirk Brumund bemühte sich Geschäfts-

führer Daniel de Vasconcelos, den symbolischen letzten Na-

gel ins Gebälk zu treiben. Im kommenden Frühjahr soll der

Neubau bezugsfertig sein.

Foto: M. Tietz