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Bockhorn

Friebo 42/2017

Bockhorn/Grabstede.

Der

achte Beitrag der Reihe „Bäume

am Wegesrand“ legt den Fokus

auf ein besonderes Wegrand-

und Feldbaum-Alleefragment

mit Eichen in der Melkstraat

(Grabstede):

„Zum Ende des Sommers

waren wir bei der Suche nach

Alleen und Resten solcher

‚Baumgänge’ in Bockhorn an

der Melkstraat im Südwesten

von Grabstede angelangt und

hatten an diesem Feldweg einen

Abschnitt mit einer veritablen

Birkenallee gefunden.

Aber das ist nicht die einzige

Sehenswürdigkeit zu unserem

Thema an diesem ländlichen

Weg. Auch die in unserer Region

als Repräsentanten nationaler

Kultur angesehenen Eichen sind

auf einem längeren Abschnitt

dieses Weges in Reihe und Glied

angetreten. Wie ein Anwohner

an diesem Weg berichtete, sind

diese Bäume schon seit Beginn

des vergangenen Jahrhunderts

hier vorhanden. Er kennt sie

schon aus seiner Kindheit; sie

haben seine Kindheits- und Ju-

genderlebnisse begleitet.

Dieses Alleen-Spalier ist aller-

dings nur einseitig. Die gegen-

überliegende Seite am Feldrain

kann mit der ordentlichen For-

mation gleicher, gleichgroßer

und auch gleichalter Eichen-

stämme nicht konkurrieren. Hier

sind nur noch wenige stärkere

Eichen, aber auch Birken vor-

handen; ansonsten hoch aus-

gewachsenes

Strauchwerk,

sodass trotzdem der Eindruck

eines Allee-Tunnels mit ge-

schlossenem Blätterdach ent-

standen ist. Beiderseits hinter

diesem ‚Baumgang’ erstreckt

sich flaches bewirtschaftetes

Acker- und Wiesenland.

So erfüllen die Alleen und

Baumreihen entlang der Melk-

straat auch ihre Aufgabe als

Wegemarkierung im sonst we-

nig baumbestandenen Gebiet

südlich von Grabstede. Sie be-

gleiten uns zum südwestlichen

Ende dieses Ortes, ursprünglich

ein reines Bauern- und Land-

arbeiterdorf. Der Name verrät

seine ländliche Geschichte. Na-

mensforscher leiten den ersten

Namensbestandteil vom platt-

deutschen ‚Grape’ oder auch

‚Grüpp’ ab.“

Wegrand- & Feldbaum-Alleefragment mit Eichen

Klaus Böttcher präsentiert „Bäume am Wegesrand“ – Teil VIII

Grafik nach einer Aufnahme von 2012, Klaus Böttcher.

Blackbelt Artists sorgen für stehende Ovationen

Karate zu klassischen Klängen – Tournee mit zehn Stationen im Frühjahr 2018

Bockhorn.

Die Aktivitäten

der Karate-Abteilung des JV

Bockhorn sind vielfältig. Nun

auch schon nahezu spektakulär,

denn Jörg Auffarth gründete mit

Sportlern aus dem Verein und

weiteren Karateka die Blackbelt

Artists. Die Artisten machen

Karate zu klassischen Klängen.

Gemeinsam mit dem Berliner

Produzenten, Dirigenten und

Echo-Klassik Preisträger Chri-

stoph Hagel arbeitet die Gruppe

schon seit 2 Jahren in Berlin zu-

sammen. Hagel ist ein Vollprofi,

der bei Leonard Bernstein stu-

diert hat und mit den Produk-

tionen „Red Bull Flying Bach“

und „Breakin´Mozart“ nicht nur

in Deutschland Cross-Over-Ge-

schichte schrieb.

Jetzt hat er sich Carmina

Burana vorgenommen und

kürzlich Carl Orffs Meisterwerk

auf die Freilichtbühne in Berlin-

Marzahn anlässlich der Inter-

nationalen Gartenausstellung

zu einer gefeierten Aufführung

gebracht und auch selbst di-

rigiert. Die Blackbelt Artists

sind neben Ballett-Tänzern, Hip

Hoppern und Opern-Sängern

Teil der Aufführung und zeigten

zum ersten Mal ein völlig neues

Crossover Genre „Karate und

Klassik“. Die Berliner Sympho-

niker und der Ernst-Senff-Chor

spielten dazu live und insgesamt

fast 10.000 Zuschauer sahen

während der zwei Aufführungen

begeistert zu. Die Performance

der Blackbelt Artists lockte das

Publikum zum Szenen-Applaus

und Standing Ovations. Mit die-

sem grandiosen Erfolg haben

die Artisten gar nicht gerechnet.

Neben Jörg Auffarth gehören

die Bockhorner Karateka Silke

Auffarth, Malin Nebel und Mo-

ritz Roth sowie der Rostocker

Kenny Grafenhorst zu der Grup-

pe und reisten bereits eine Wo-

che zuvor zu den Proben nach

Berlin an. Alle teilnehmenden

Athleten sind erfahrene Kara-

teka, die in den Landeskadern

und teilweise als Mitglieder der

deutschen Nationalmannschaft

im Bundeskader trainieren oder

trainiert haben.

Unterstützung beim Training

gab es auch vom ehemaligen

Solo-Tänzer des Staats-Ballett

Berlin Martin Buczko und der

Theater-Regisseurin Mechthild

Hörsch.

Von Anfang an wurde das

Projekt „Blackbelt Artists“ auch

vom Deutschen Karateverband

unterstützt, der ebenfalls die

einmalige Chance sieht, Ka-

rate in einem neuen Umfeld

vor einem großen Publikum zu

präsentieren, zumal Karate bei

den Olympischen Spielen 2020

zwar in Tokyo olympisch ist,

aber noch weiter für die dau-

erhafte Aufnahme der Sportart

gekämpft werden muss.

Nach diesen erfolgreichen

Aufführungen geht es für die

Blackbelt Artists weiter. Schon

im kommenden Frühjahr steht

eine Tour mit zehn Auffüh-

rungen in Berlin, München und

Nürnberg an. Dafür sucht die

Gruppe noch weitere Karateka,

die neben den perfekten sport-

lichen Fertigkeiten, auch musi-

kalisches Verständnis haben.

Auf dem Foto v. rechts: Die Blackbelt-Artists Moritz Roth,

Malin Nebel, Jörg Auffarth, Silke Auffarth, sowie Artisten der

staatlichen Artistenschule Berlin während des Schluss-Ap-

plauses nach der Premiere.

Foto: Niklas Faralisch