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Bockhorn

Friebo 43/2017

„Wir beauftragen unsere Gutachter selbst“

Bürgermeister Heiner Lauxtermann zum Bockhorner Einzelhandelskonzept

Bockhorn/Zetel.

In die Dis-

kussion um das Bockhorner

Einzelhandelskonzept,

(der Frie-

bo berichtete in Ausgabe 41)

,

hat sich nun auch die Zeteler

Gemeinde durch Bürgermeister

Heiner Lauxtermann zu Wort

gemeldet:

„Es hängt bei Gutachten oft

davon ab, wer sie beauftragt.

Die Gemeinde Zetel ist der Mei-

nung, dass sie grundsätzlich zu

solchen Themen keine fremdfi-

nanzierten Gutachten annimmt,

sondern dass sie immer selbst

die Gutachter beauftragt, um

so zu einer gutachtlichen Be-

urteilung zu kommen, die sich

in erster Linie mit der raumord-

nerischen und städtebaulichen

Einordnung von Planvorhaben

unbeeinflusst befasst. Außer-

dem sind sie davon überzeugt,

dass die Ergebnisse so objek-

tiver sind. Das ist gerade auch

wieder für die Gemeinde Zetel

geschehen. Allerdings etwas

geräuschloser und einvernehm-

lich. Und es kommt zum glei-

chen Ergebnis wie in Bockhorn,

dass nämlich die Gemeinden

Bockhorn und Zetel sehr verant-

wortlich mit der Beurteilung der

Funktionalität der Grundzentren

umgehen und dass es nur einen

begrenzten Spielraum für Erwei-

terungen im Bestand gibt.

Jede andere Entscheidung

nach mehr und was dann auch

noch genehmigt werden wür-

de, hätte einen Wettlauf der

Gemeinden zur Folge und wäre

kontraproduktiv. Das was Inve-

storen in Bockhorn an mehr Ver-

kaufsfläche und neuem Markt

für vertretbar halten, klopft auch

in der Nachbargemeinde seit

Jahren an die Tür.“

Laut Lauxtermann geht es in

Zetel um Standorte für Vollsor-

timenter in unmittelbarer Nähe

zu den vorhandenen Einzelhan-

delsmärkten: „Die Gemeinde

Zetel hält eine so massive Erwei-

terung der Verkaufsflächen für

raumordnerisch nicht sinnvoll

und ist damit auf einer Linie mit

dem Landkreis Friesland und

der IHK. Aufgrund der zentralen

Ausbildung des Ortskerns von

Zetel hätte eine erhebliche Aus-

weitung der Verkaufsflächen im

Ortskern natürlich auch starke

Auswirkungen auf die Nachbar-

gemeinden. Nur was dem Nach-

barn zugebilligt werden würde,

würde zwangsläufig einen sol-

chen Prozess einläuten.“

Verlieren würden dadurch

gute nachbarschaftliche und

auskömmliche Strukturen. „Wir

haben genug Markt und die

Märkte sollten behutsam weiter

entwickelt werden. Verdrängung

durch mehr Märkte brauchen

wir nicht und würde Strukturen

in den Kernlagen gefährden. Am

wenigstens allerdings in Zetel.“

Vortrag: Schutz

vor Einbrechern

Bockhorn.

Der Seniorenbei-

rat Bockhorn lädt am

Donners-

tag, 9. November,

um 15 Uhr,

bei Kaffee und Kuchen zu einem

Vortrag zum Thema „Einbruch-

schutz“ ins Bürgerhuus ein.

Alle

Interessierten

kön-

nen sich bis zum 2. Novem-

ber bei Melanda Stoffers un-

ter

04453/4839181 oder

bei Erika Wichnalek unter

04453/9863385 anmelden.

Preisskat

Bockhorn.

Der BV Bockhorn

lädt am

Freitag, 10. November,

um 19.30 Uhr alle Interessierten

zu einem Preisskat-Abend ins

Vereinsheim in die Hilgenholter

Straße ein.

Zu gewinnen gibt es Fleisch-

preise, das übrige Geld kommt

der Jugendkasse zugute.

Oft zu groß, zu breit und zu schwer für die Straße

Vortrag über Wirtschaftswege im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Bockhorn

Bockhorn.

Größer, schwerer

und schneller – im Bereich des

Lieferverkehrs und der Landwirt-

schaft hat sich die Transport-

technik in den vergangenen Jah-

ren immer rascher weiterentwi-

ckelt. Die Folge: Wege und Stra-

ßen, die wirtschaftlich befahren

werden, unterliegen stärkeren

Abnutzungserscheinungen.

Im jüngsten Bau-, Planungs-

und Umweltausschuss der Ge-

meinde Bockhorn zeigte Martin

Vaupel als Berater der Landwirt-

schaftskammer Probleme und

mögliche Lösungen auf – wenn

auch allgemein und nicht direkt

auf das Gemeindegebiet be-

zogen. Während in den 1960er

Jahren die Wege für die entspre-

chend deutlich kleineren Trecker

ausgelegt wurden, sind im Laufe

der Zeit lediglich die Maschinen

gewachsen.

„Das

Transportaufkommen

ist gestiegen, die Grenzen auch

in Bezug auf die Akzeptanz der

Bevölkerung erreicht“, resü-

mierte Vaupel, der anhand von

Berechnungstabellen aufrech-

nete, wie sich Achslast, Berei-

fung und Geschwindigkeit der

Fahrzeuge auf den Fahrbahn-

untergrund auswirken. Deutlich

schonender seien größere und

breitere Reifen für die Wege, so

der Experte. Wenn auch mit Ein-

schränkungen: „Große Ballonrei-

fen sind am besten auf geraden

Strecken, in der Kurve sorgen sie

für starke Reibung.“ Auch das

Bremsverhalten sei bei dieser

Bereifung anders.

Olaf Nack von der UWG stellte

heraus, dass nicht die Länge der

heutigen Gespanne das Problem

darstelle, sondern deren Breite.

Durch die damit einhergehende

Belastung der Bermen auf den

schmalen Wegen breche diese

irgendwann weg. „Das sind Sa-

chen, die der Gemeinde richtig

viel Geld kosten“, gab Olaf Nack

zu bedenken.

Die Möglichkeit, an entspre-

chenden Zuwegungen Durch-

fahrtsverbote mit ausschließ-

licher Freigabe für landwirt-

schaftlichen Verkehr aufzustel-

len oder freiwillige Geschwin-

digkeitsbegrenzungen einzu-

richten, stellte Martin Vaupel als

Lösungsansätze vor. Weitere

Maßnahmen wie zusätzliche

Ausweichbuchten,

Umlade-

punkte für LKW-Transporte so-

wie eine zeitweise eingerichtete

Einbahnstraßenführung trügen

ebenfalls zur Entlastung bei.

Kleinere

Wiederherstellungs-

maßnahmen wie das Hobeln des

Straßenprofils oder die Befesti-

gung von Seitenstreifen seien

darüber hinaus kostengünstiger

als das Auflegen einer neuen

Schwarzdecke aus Asphalt.

(ts)

Welche Abnutzungsfaktoren beeinflussen die Wege, auf denen vorrangig Landwirtschaft

und Versorgungsverkehr unterwegs sind? Darum ging es im Vortrag des Landwirtschafts-

kammer-Beraters Martin Vaupel im Bockhorner Ausschuss.

Symbolfoto: Thorsten Soltau