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Das „schwächste Glied“ ist zehn Kilometer lang

Küstenschutz: Erhöhung des Deichs ab Varel in Richtung Osten geht nur schleppend voran

Dangast/Wapelersiel.

Fries-

lands Landrat Sven Ambrosy

formulierte es noch ein wenig

kryptisch, als er bei der halb-

jährlichen Deichschau des II.

Oldenburgischen Deichbandes

unlängst erklärte: „Die Baumaß-

nahmen am Deich in Friesland

und in der Wesermarsch sollten

ein wenig gestaucht werden.“

Jochen Meier, stellvertretender

Leiter des Fachbereichs Um-

welt beim Landkreis Friesland,

kam da schon genauer zum

Punkt: „Wir sprechen über ei-

nen Unterbestick von mehr als

einem Meter. Das ist schon

eine Hausnummer.“ Was wie

ein Begriff aus dem Nähkurs

klingt, bezeichnet die Differenz

zwischen der tatsächlichen und

der als notwendig erachteten

Höhe des Deiches. Und dieser

gute Meter also fehlt an Fries-

lands Küste – auf einer Länge

von rund zehn Kilometern.

Eigentlich sollte die Lücke

schon in diesem Jahr geschlos-

sen werden. Nun aber, so Mei-

er, sei mit einer Fertigstellung

in den Jahren 2020 bis 2025 zu

rechnen. Der Grund sei, dass

der NLWKN (Niedersächsische

Landesbetrieb für Landwirt-

schaft, Küsten- und Natur-

schutz) nicht ausreichend mit

Ingenieuren ausgestattet ist.

Das versuche man zwar durch

die Beauftragung von Fremdfir-

men zu kompensieren. Tatsäch-

lich aber hinkt man im Zeitplan

deutlich hinterher.

„Man ist für die derzeitigen

Anforderungen, die auch durch

das Niedersächsische Deich-

gesetz (NDG) vorgegeben sind,

nicht gewappnet“, spricht Mei-

er weiter Klartext. Das Gesetz

nämlich schreibt vor, schon ab

einem Unterbestick von 20 Zen-

timetern tätig zu werden. Es gibt

also viel zu tun.

Wieviel, zeigen Zahlen, die

Jochen Meier hinzufügte. Dem-

zufolge besteht mit Blick auf den

Küstenschutz inzwischen ein In-

vestitions-Stau in Höhe von 400

Millionen Euro. Setzt man dem

das Budget gegenüber, das

vom Land bereitgestellt wird –

63 Millionen Euro jährlich – dann

wird das Dilemma deutlich. Die

400 durch 63 zu teilen, um den

Zeitraum bis zum Abtrag der an-

gestauten, notwendigen Inve-

stitionen zu errechnen, kommt

den berühmten Milchmädchen

zu. Denn schließlich stehen in

der Zwischenzeit neue Aufga-

ben an.

Zumal es in Forschung und

Wissenschaft keine gesicher-

ten Prognosen gibt, worauf

sich die Küstenländer mit Blick

auf die kommenden 80 Jahre

einzustellen haben. Bislang ori-

entiert man sich beim Küsten-

schutz der Zukunft an Zahlen

des Weltklimarates, der einen

Anstieg des Meeresspiegels

um bis zu 98 Zentimeter bis

Ende des Jahrhunderts pro-

gnostiziert. Im vergangenen

Mai aber warnte das Bundes-

amt für Seeschifffahrt und Hy-

drografie, dass ein Anstieg von

deutlich mehr als einem Meter

bis hin zu 1,70 Metern bis zum

Jahr 2100 nicht ausgeschlos-

sen werden könne.

Diesen Missstand hat der

Landkreis Friesland bereits vor

zwei Jahren in Form einer Reso-

lution an die sprichwörtliche Kir-

chentür genagelt und ein Jahr

später nochmal erneuert. Nun

kam die Antwort aus Hannover,

kurz: Das Geld reiche nicht.

Da kommt doch Freude auf,

wenngleich man den Deich von

Wapelersiel bis Dangast zu-

nächst mal als sicher bezeich-

nen kann. Auch ein Ergebnis

der Herbstdeichschau, und

das gilt zunächst mal für die

kommenden Monate. Auch die

Entwässerung des Raumes, für

den der II. Deichband zustän-

dig ist, läuft nach Plan. Ebenso

stellen die beiden Baustellen

am Mündungsschöpfwerk in

Wapelersiel und an der Vareler

Schleuse kein Problem für die

Deichsicherheit dar. Wie stell-

te Landrat Ambrosy bei seiner

Begrüßung zur Deichschau an

besagten Baustelle in Wapeler-

siel so treffend fest: „Eine Kette

bricht immer am schwächsten

Glied“.

(off)

Die moderate Wortwahl von Landrats Sven Ambrosy (2. v. l.)

täuschte nicht über seine Verärgerung hinweg. Die Deichver-

stärkung im Raum Friesland und Wesermarsch dauert (nicht

nur) ihm zu lange.

Foto: Albert Rohloff