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Varel

Friebo 44/2017

Postkomplex wird im nächsten Jahr abgerissen

Ausschuss gibt grünes Licht – Kosten von rund 200.000 Euro sind förderfähig – Zunächst wohl Parkfläche

Varel.

Der Waschbetonklotz

im Herzen der Stadt hat keine

Zukunft: Das alte Postgebäu-

de an der B 437 in Varel soll im

kommenden Jahr abgerissen

werden. Einstimmig sprach sich

zumindest unlängst der Bau-

ausschuss dafür aus, das Ge-

bäude dem Erdboden gleich zu

machen und die Fläche für, wie

es im Amtsdeutsch heißt, Ge-

meinbedarfszwecke zu nutzen.

Das könnte ein Parkplatz sein,

aber auch ein Park oder alles

andere, woraus niemand einen

konkreten wirtschaftlichen Nut-

zen ziehen kann. Sonst nämlich

wären die Fördermittel aus dem

Stadtsanierungsprogramm, die

von der Stadt beim Ankauf der

Immobilie eingesetzt werden

konnten, im Rahmen des soge-

nannten Wertausgleichs zu er-

statten.

Im Jahr 2012 hatte die Stadt

den 1969 von der damaligen

Bundespost errichteten Ge-

bäudekomplex

einschließlich

des Paketzustellstützpunktes,

für den nun im Logistikport ein

Ersatzbau geschaffen wird, mit

Mitteln aus der Städtebauförde-

rung gekauft. Der Kaufpreis lag

seinerzeit bei rund einer Million

Euro, davon waren zwei Drit-

tel aus Fördermitteln gedeckt.

Mehrfach hatte die Stadt ver-

sucht, einen Investor für die Ent-

wicklung des Geländes als „Tor

zur Innenstadt“ zu gewinnen –

ohne Erfolg. Insbesondere das

vorhandene, massive Bauwerk

wurde allseits als hinderlich be-

trachtet.

Das

Stadtsanierungspro-

gramm läuft Ende 2018 aus, bis

dahin muss der Abbruch erle-

digt sein, denn auch der ist für

die Stadt förderfähig. Insgesamt

werden für Abriss und Entsor-

gung des Gebäudes auf dem

rund 4.000 Quadratmetern Ko-

sten von etwa 200.000 Euro kal-

kuliert. Ob das nicht ein wenig

hoch gegriffen sei, fragte ein Zu-

hörer in der letzten Sitzung des

Bauausschusses – es brauche

doch nur einige Stunden am Ket-

tenbagger und den Abtransport

von Schutt, das könne unmög-

lich so viel Geld kosten. Eher zu

tief angesetzt sei die Schätzung,

erklärte daraufhin Bürgermeister

Wagner: Schließlich gebe es

auch ein Kellergeschoss und alle

Materialien müssten getrennt,

nach Möglichkeit aufbereitet

und ordnungsgemäß entsorgt

werden.

Weiterhin wies ein Zuhörer auf

das Relief rechts an der vorde-

ren Außenwand des Gebäudes

hin, das seinerzeit als kreatives

Element eingebracht worden

sei. Darin sind verschiedene Mo-

tive aus dem Bereich Post und

Telekommunikation dargestellt.

Wenngleich man gegenwärtig

darüber streiten könne, ob die-

ses Relief ein Schmuckstück

oder gar als künstlerisch wert-

voll zu betrachten sei, möge man

doch erwägen, es für die Nach-

welt zu erhalten – als Relikt, das

an die Geschichte von Grund-

stück und Bauwerk erinnern

könnte, „so wie es heute die al-

ten Mauern auf dem Schloßplatz

tun.“ Den Vorschlag nahm der

Ausschuss auf: „Darüber sollte

man in der Tat nachdenken“, so

der Bürgermeister.

Derzeit wird die Ausschrei-

bung für die Abbruch- und Ent-

sorgungsarbeiten vorbereitet,

bis zum Jahresende soll über

die Vergabe entschieden sein.

Im Februar könnte der Abriss

dann beginnen.

Im Planungsausschuss am

kommenden

Dienstag, 7. No-

vember,

soll eine vereinfachte

Änderung des Bebauungs-

planes auf den Weg gebracht

werden, der hier bis dato nur

die Nutzung „Post“ zulässt. Zu-

nächst soll es nach Vorschlag

der Verwaltung wohl bei der

Einrichtung eines unversiegelten

Parkplatzes bleiben. Das auch,

um in Zukunft ohne großen bau-

lichen Aufwand handlungsfähig

zu bleiben, was die Entwicklung

des Grundstückes betrifft.

(tz)

Dieses Relief an der Betonfassade des Komplexes könnte,

sofern mit vertretbarem Aufwand möglich, als „Erinnerungs-

stück“ an das 1969 errichtete Postgebäude erhalten werden,

so ein Vorschlag.

Foto: M. Tietz

Siemtje Möller berichtet aus Berlin

Hauptversammlung bei SPD Dangastermoor – Elfriede Ralle bleibt Vorsitzende

Varel.

Es liegen anstrengende

Wochen hinter den Wahlkämp-

fern aus den Ortsvereinen der

Parteien: Bei der Jahreshaupt-

versammlung des SPD-Ortsver-

eins Dangastermoor im Vereins-

heim des TuS standen jetzt noch

einmal die Bundes- und Land-

tagswahlen im Mittelpunkt. Die

im September direkt gewählte

SPD-Kandidatin und jetzt Bun-

destagsabgeordnete

Siemtje

Möller aus Varel berichtete den

Genossen dabei von den ersten

Eindrücken aus Berlin. Sie infor-

mierte auch von den ersten Sit-

zungen der neuen Bundestags-

fraktion.

Die Ortsvereinsvorsitzende El-

friede Ralle stellte ihren Jahres-

bericht vor. Bedingt durch die

Kommunalwahl lag der Schwer-

punkt im Jahr 2016 zwangsläufig

auf der Erarbeitung der Wahlbro-

schüre, des Wahlprogrammes

und der Kandidatenaufstellung.

Gewählt wurde an diesem

Abend auch, und zwar ein neuer

Vorstand. Elfriede Ralle wurde

dabei als Vorsitzende wiederge-

wählt, ihr zur Seite stehen künftig

Malte Kramer (stellv. Vorsitzen-

der), Sebastian Schmidt (Schrift-

führer), Georg Ralle (Kassierer)

und als Beisitzer Christian Dob-

berstein, Anja Schmidt, Rüdiger

Ehrlich, Heinz Boekhoff, Karin

und Holger Boomhuis sowie Ma-

ria und Herbert Wardzynski. Als

Gast wird weiterhin Rolf Fechter

vom Vorstand eingeladen.

Weiter gab es Ehrungen von

langjährigen SPD-Mitgliedern,

die Ehrung von Rolf Fechter mit

der Willy-Brandt-Medaille für

seine über 40-jährige Vorstands-

arbeit und eine Beteiligung am

Hospizlauf.

Zudem hat sich der Ortsverein

mit großem Erfolg an der Ferien-

passaktion 2016/2017 der Stadt

Varel beteiligt. Es wurden von

den Genossen noch weitere lo-

kalpolitische Themen diskutiert:

Als Beispiele nannte Elfriede Ral-

le die neuen Pflegestufen, das

Parken auf dem Neumarktplatz,

der Bau einer Hähnchenmastan-

lage in Dangast, die Steuerung

gewerblicher Tierhaltungen, den

Haushalt für 2017, die Sanierung

der städtischen Wohnungen, die

Bereitstellung von günstigem

Wohnraum und den nunmehr

beschlossenen Abriss des alten

Postgebäudes.

Abgerundet wurde die Ver-

sammlung mit einem Ausblick

auf die zukünftige Arbeit im

Ortsverein Dangastermoor.

(fb)

SPD-Ortsverein Dangastermoor, von links: Christian Dob-

berstein, Holger Boomhuis, Karin Boomhuis, Malte Kramer,

Rüdiger Ehrlich, Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller, Ge-

org Ralle, Elfriede Ralle, Anja Schmidt, Rolf Fechter und Se-

bastian Schmidt. Nicht auf dem Foto: Heinz Boekhoff, Maria

Wardzynski und Herbert Wardzynski.

Foto: SPD