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4. November 2017

Neuenburg

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Flinke Vierbeiner mit klarer Botschaft

Der Verein „Galgo Info“ klärt über das Schicksal von Windhunden in Spanien auf

Neuenburg.

Angefangen hat

alles mit dem Wunsch nach

einem Hund. „Wir haben uns

gesagt, wenn wir einen nehmen,

dann aus dem Tierschutz“, be-

richtet Thomas Coldewey aus

Neuenburgerfeld. Die Suche in

lokalen Tierheimen bleibt ohne

Erfolg. Im Internet stößt der

Tischler auf Onlinegruppen, die

sich mit dem Leid der Galgos in

Spanien auseinandersetzen. Ab

da steht für Thomas Coldewey

und seine Frau Martina fest: die-

ser Hund soll es sein.

Heute bereichern Asali (sua-

heli für „Süßer Honig“) und Ni-

sha (indisch für „Die Schöne“)

ihren Alltag. Die beiden quirligen

Tiere sitzen mit auf dem Sofa,

bekommen Streicheleinheiten

und schlafen in großen, weich

ausstaffierten Hundekörben. Ein

glückliches Hundeleben – was

sehr vielen ihrer Artgenossen

verwehrt bleibt. Die vom We-

senszug eher sanft-gutmütigen

Tiere verfügen nämlich über

einen gut ausgeprägten Jagd-

trieb – ein Umstand, den sich

die Galgueros, die spanischen

Jäger, für ihre Zwecke und ohne

Rücksicht auf die Hunde zu ei-

gen machen.

Thomas Coldewey legt einen

Ordner auf den Tisch. Darin: Bil-

der von Hunden, die angeleint

einem fahrenden Auto hinter-

herlaufen müssen, ausgemer-

gelte Galgos, geschundene

Pfoten. Die Bilder stammen von

Tierschutzorganisationen, die

sich vor Ort für die Hunde ein-

setzen. „50.000 Galgos werden

pro Jahr getötet“, sagt Thomas

Coldewey. Bei den Jägern zählt

nur die Schnelligkeit der Tiere,

die sie mit brutalen Methoden

steigern. Wer zu alt oder zu

langsam ist, wird ausgemustert,

in der Einöde angepflockt und

sich selbst überlassen oder an

einem Baum soweit aufgehängt,

dass die hinteren Pfotenspitzen

gerade noch den Boden berüh-

ren. „Klavierspielen“ nennt sich

diese Methode, die im Todes-

kampf der Tiere die Handan-

schläge eines Pianisten imitiert.

„In Spanien hält sich der Aber-

glaube, dass der nächste Hund

umso schneller ist, je mehr sein

Vorgänger gelitten hat“, sagt

Thomas Coldewey.

Auf diese Lebensumstände

macht seit einem Jahr der von

Marie Tenbusch und Thomas

Coldewey gegründete Verein

„Galgo Info“ aufmerksam: „Wir

leisten Aufklärung, vermitteln

jedoch keine Tiere.“ Mittels

Spenden unterstützen sie die

spanischen Tierschutzorgani-

sationen, die sich für die Wind-

hunde einsetzen, bezahlen Me-

dikamente, Heimkosten oder

notwendige Apparaturen, um

die Tiere wieder aufzupäppeln.

Ein gesunder Galgo im Tierheim

kostet rund 120 Euro im Mo-

nat, oftmals sind 500 Tiere in

einem Heim untergebracht. Die

Geschichte ihrer Hunde haben

Thomas und Martina Coldewey

teilweise in Erfahrung bringen

können. „Asali hat bei Zigeu-

nern gelebt und war trächtig, al-

lerdings nicht von einem Galgo.

Das wäre ihr Todesurteil gewe-

sen“, berichtet Thomas Colde-

wey. „Nisha haben wir vor acht

Jahren auf einem Foto zum er-

sten Mal gesehen. Sie hatte ein

Gesicht, damit hätte sie keiner

genommen.“

Ihr Temperament haben die

beiden Galgos der Familie Col-

dewey bewahrt. „Die Tiere brau-

chen Beschäftigung“, sagt Tho-

mas Coldewey. Den Hund eben

draußen laufen lassen – das geht

nicht. Ein Vogel, oder eine Kat-

ze reicht schon, um den Hund

über alle Berge laufen zu lassen:

„Wenn man Glück hat, kommt

der Hund irgendwann wieder.“

Allerdings lauern draußen zahl-

reiche Gefahren für die flinken

Vierbeiner, die nicht selten von

Autos angefahren werden. Die

Leine ist stets dabei – nebst Si-

cherung am Menschen. „Galgos

sind keine Tiere für Jedermann,

man muss sich schon sehr mit

den Rassemerkmalen ausein-

andersetzen“, betont Thomas

Coldewey.

Im Verein kommt den Galgos

eine wichtige Rolle zu. Sie sind

„Botschafter mit langen Nasen“,

die auch aufgrund ihrer grazilen

Erscheinung für Aufmerksam-

keit sorgen. „Die Tiere sind Hin-

gucker, die Menschen kommen

auf uns zu und sprechen uns an

und fragen nach“, freut sich der

Neuenburgerfelder. Im vergan-

genen Jahr haben die Colde-

weys am Galgomarsch in Berlin

teilgenommen. Mit 600 Galgos

ging es durch das Brandenbur-

ger Tor und das Regierungsvier-

tel. „Das war eine tolle Tour, wo

ich heute noch Gänsehaut be-

komme, wenn ich daran denke“,

sagt Thomas Coldewey. Im Juni

2017 folgte schließlich ein „Gre-

at Global Greyhound Walk“ für

britische und spanische Wind-

hunde in Dangast, initiiert vom

Verein „Galgo Info“. Ebenfalls

macht der Verein mit besonde-

ren Aktionen auf seine Arbeit

aufmerksam. In der Vorweih-

nachtszeit läuft unter anderem

eine „Galgo im Sack“-Advents-

kalenderaktion, wo es möglich

ist, Taschen, Bilder und Kunst-

handwerk, für den guten Zweck

zu ersteigern. Hergestellt wer-

den die Sachen in Handarbeit

vom Ehepaar Coldewey sowie

von Marie Tenbusch. Der Erlös

fließt in den Tierschutz.

Für „Galgo Info“ gibt es auch

künftig einiges zu tun, denn die

Bedingungen, in denen die Gal-

gos in Spanien leben, verändern

sich nur langsam. „Es gibt in-

zwischen ein Umdenken, dass

einige Jäger ihre Tiere nicht

mehr töten, aber die Tradition

ist nachwievor noch vielerorts

vorhanden“, berichtet Thomas

Coldewey.

Wer die Arbeit von „Galgo-

Info“ unterstützen möchte, fin-

det auf der Internetseite www.

galgo-info.de

weitere Informati-

onen.

(ts)

Thomas Coldewey mit Asali (l.) und Nisha. Trotz ihres ausge-

prägten Jagdcharakters sind die beiden Galgos anhängliche

und verschmuste Familienmitglieder.

Fotos: Thorsten Soltau

Galgo-Mischlinge teilen sich

mit reinrassigen Vorbildern

den athletischen Körperbau.

Zusatztermine

Neuenburg.

Für das The-

aterstück „Honnig in’n Kopp“

gibt es aufgrund der großen

Nachfrage nochmals zwei wei-

tere Zusatztermine für das er-

folgreiche Bühnenstück.

Diese sind am

Mittwoch, 8.

November

, und

Freitag, 10.

November

, um jeweils 20 Uhr.

Kartenbestellungen sind ab so-

fort möglich, und zwar im Büh-

nenbüro in der Urwaldstraße

37, 26340 Neuenburg, per E-

Mail unter mail@ndt-neeborg.

de sowie über das Internetfor-

mular unter www.ndt-neeborg.

de.