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Zetel

Friebo 45/2017

Ein Ort des Friedens und der Ruhe

Stille Tage: Ein Rundgang über den evangelischen Friedhof an der Bohlenberger Straße

Zetel.

Viele Sitzgelegenheiten

säumen die langen Wegreihen,

kleinere Monumente wechseln

sich in der Übersicht mit Baum-

Inseln ab, über allem liegt trotz

der nahen Verkehrsstraße eine

angenehme Stille. „Es ist tat-

sächlich wie ein Park“, sagt

Detlef Kant und blickt über die

Areale.

20.701 Quadratmeter misst

der Friedhof an der Bohlen-

berger Straße. Wer ihn betritt,

verlangsamt seinen Schritt,

hält inne. 1864 neu angelegt,

besticht der Zeteler Friedhof

heute durch seine blühende Ge-

stalt. Detlef Kant, Vorsitzender

im Ausschuss für Friedhof und

Ländereien, kennt den Friedhof

genau. Und er weiß, wie sich die

Bestattungskultur in den letzten

Jahren gewandelt hat. „Famili-

engräber, die jahrzehntelang in

der Hand einer Familie bleiben,

sind stark rückläufig“, sagt Det-

lef Kant. Das sei der heutigen

Arbeitswelt geschuldet: der Sitz

der Familie verlagere sich oft,

Familien trennen sich räumlich

heute eher auf als früher.

Das klassische Reihengrab

– das gibt es weiterhin, „aber

es gibt einen Zuwachs an Feu-

erbestattungen.“ Urnengräber

sind pflegeleichter, die Fläche

ist deutlich geringer als bei einer

traditionellen Ruhestätte. Der

Rasen, in dem die quadratischen

Urnengedenksteine eingesetzt

werden, wird vom Friedhofsgärt-

ner gepflegt. „Das ist einkalku-

liert in die Liegegebühr“, erklärt

Detlef Kant. Das gestalterische

Element entfällt allerdings. Blu-

mensträuße dürfen nicht am Ur-

nengrab abgelegt werden. „Der

Friedhofsgärtner hat gar keine

Zeit, die Blumen wegzuneh-

men, den Rasen zu mähen und

alles wieder herzurichten“, fasst

der Ausschussvorsitzende zu-

sammen. Dafür gibt es auf dem

Friedhof Denkmäler, auf deren

herausgearbeiteten

Flächen

Blumen oder Erinnerungsstücke

abgelegt werden dürfen. Beim

Urnenreihengrab sind eigene

Gestaltungen dagegen möglich.

Dass Familiengräber nicht

mehr so stark nachgefragt wer-

den, sei überraschend gewesen,

berichtet Detlef Kant. Entspre-

chend habe man den Friedhof

2012 neugestaltet und der Ent-

wicklung Rechnung getragen.

So sind die Rasenfelder für Ur-

nen erweitert worden sowie eine

Urnengemeinschaftsanlage ge-

schaffen worden.

Zweimal im Jahr gehen die

Mitglieder des Friedhofsaus-

schusses über das weitläufige

Areal. „Wir prüfen auch, ob die

Steine fest stehen“, erläutert

Detlef Kant, „das gehört zur Ver-

kehrssicherungspflicht.“ Was ist

mit Gräbern, die augenschein-

lich lange von den Angehörigen

nicht gepflegt worden sind?

„Wir schreiben die Angehörigen

an und machen sie auf den Zu-

stand des Grabes aufmerksam“,

erklärt Detlef Kant. Oftmals

steckten verschiedene Gründe

dahinter, warum die Pflege aus-

bleibt: „Für uns ist das eine auf-

wendige Arbeit.“

Ein Stück weiter, bei den Grab-

feldern D und C, kann man nicht

nur an der Farbe des Grases er-

kennen, dass es sich um den er-

weiterten und damit neueren Teil

des Friedhofs handelt. Viele Ur-

nengräber sind hier zu finden, es

gibt Ruhezonen mit Bänken, die

in Buschreihen eingelassen sind

und damit ungestörtes Trauern

oder Nachdenken ermöglichen.

Hier steht der Lutherbaum, den

die Gemeindemitglieder letztes

Jahr gepflanzt haben. „Parallel

haben wir in Wittenberg als Kir-

chenkreis einen Apfelbaum ge-

setzt“, berichtet Detlef Kant.

In dem Areal befindet sich

auch die Urnengemeinschafts-

anlage. 100 dieser Behältnisse

finden in der gepflegten Beet­

anlage Platz, die Namen und

Lebensdaten der Verstorbenen

sind auf Plaketten an drei Stelen

verewigt. Die Anlage ist 2012

entstanden – auch ein Zuge-

ständnis an die moderne Be-

stattungskultur. „Man darf nicht

vergessen, ein Friedhof ist auch

immer ein Wirtschaftsbetrieb“,

betont der Ausschussvorsit-

zende. Außerdem bestehe eine

Konkurrenz zu anderen Ru-

hestätten: „Der ganze Betrieb

muss kostendeckend sein.“ Ent-

sprechend werde das Angebot

angepasst und erweitert.

Das Thema Bestattung werde

inzwischen anders wahrgenom-

men, sagt Detlef Kant und blickt

über die Gräberfelder. Viele

entschieden sich heute eher zu

Lebzeiten für die letzte Ruhe-

stätte, als diese Aufgabe nach

dem Ableben den Angehörigen

zu überlassen. Aufklärung sei

wichtig: „Wir bieten auch Füh-

rungen über den Friedhof an.“

Dabei geht es vor allem darum,

den Ort näher kennenzulernen

und entsprechend Vorbehalte

und Ängste abzubauen.

(ts)

bis zur Ruhestätte in der Urnengemeinschaftsanlage mit

Stelen-Plakette. In den vergangenen Jahren hat sich der Zu-

wachs an Feuerbestattungen stetig gesteigert.

Der Zeteler Friedhof an der Bohlenberger Straße bietet viel-

fältige Bestattungsmöglichkeiten. Vom klassischen Einzel-

grab

Fotos: Thorsten Soltau

Frühstück der Senioren-Union

Zetel/Jever.

Das nächste Po-

litische Frühstück der Senioren-

Union findet am

Dienstag,

14. November,

um 9 Uhr im

Schlosscafé in Jever statt. Zu-

dem hält Michael Drieling von der

LzO in Zetel einen Vortrag zum

Thema „Bankgeschäfte im Inter-

Rassegeflügelschau

Zetel.

Am

Samstag, 18., und

Sonntag, 19. November

, laden

der RGZV Zetel und Umgebung

und der RGZV Wilhelmshaven

ins Haus der Kleintierzüchter

Zetel-Osterende zur gemein-

samen Rassegeflügelschau an

beiden Tagen von 10 bis 17 Uhr

net“. Anmeldungen bis zum 12.

November werden erbeten bei

Marianne Werl (

04461/4360)

oder Wolfgang Fleischhauer (

04453/978744). Freunde und Be-

kannte, die die Senioren-Union

kennenlernen wollen, sind eben-

falls eingeladen.

ein. Sie präsentieren den Besu-

chern eine vielfältige Arten- und

Farbenvielfalt. Der Eintritt ist frei.

Die gemütliche Cafeteria ist

Treffpunkt zum Klönen und Ver-

weilen.

Bei der Tombola gibt es at-

traktive Preise zu gewinnen.