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2. Dezember 2017

Varel

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„Schäden von Holland bis Dänemark“

Ausstellung „300 Jahre Weihnachtsflut“ erinnert an verheerende Sturmflut 1717

Dangast.

Es hatte wie immer

ein friedliches Weihnachtsfest

werden sollen, doch es kam

ganz anders, vor 300 Jahren: In

der Nacht vom 24. auf den 25.

Dezember 1717 ereignete sich

eine der schwersten Naturkata-

strophen im deutschen Raum,

die allein in Deutschland rund

9.000 Menschen das Leben ko-

stete. Die Sturmflut, die fortan

als „Weihnachtsflut“ in die Ge-

schichtsbücher einging, brachte

nicht nur Tod und Zerstörung

mit sich, sondern hatte für die

Menschen darüber hinaus noch

jahrelange Armut und Hungers-

nöte zur Folge.

Da sich diese Katastrophe in

diesem Jahr zum 300. Mal jährt,

präsentiert die Akademie Dan-

gast nun eine Ausstellung zum

Gedenken an die Weihnachts-

flut von 1717. Geleitet wird das

Projekt von den Kuratoren Mi-

chael Remmers, Michael Recke

und Klaas-Heinrich Peters. Das

Besondere an der Weihnachts-

flut war, dass sie im Gegensatz

zu anderen großen Fluten, deren

Wirkung oft regional begrenzt

waren, von Holland bis Däne-

mark fast überall gleich schlimm

wütete. Bereits nachmittags

kam die erste Flut. Als die Men-

schen sich dann in Sicherheit

wogen, ins Bett gingen und

dachten, dass sie das Schlimm-

ste überstanden hätten, brach

die eigentliche Katastrophe

über sie hinein.

DieWanderausstellungwird an

verschiendenen Orten in Fries-

land und Ostfriesland zu sehen

sein. Über die ganze Winterzeit

wird zudem ein umfangreiches

Rahmenprogramm im Kirchen-

kreis Friesland-Wilhelmshaven

vorbereitet. Eine Sonderrolle in

Klaas-Heinrich Peters, Michael Remmers, Michael Recke

und Frank Klimmeck (v.l.) sowie die weiteren Aktiven haben

die Gedenkveranstaltungen zur Weihnachtsflut ins Leben ge-

rufen.

Fotos: Pascal Fianke

Die Karte, die im Jahr 1718 entworfen wurde, dokumentiert

das Ausmaß der Katastrophe.

der Ausstellung nimmt die Chro-

nik von Pastor Johann Friedrich

Jansen aus Neuende ein, der

dort den Verlauf der drama-

tischen Nacht dokumentiert

hat. „Zu damaliger Zeit war die

Deichsituation desolat. Deswe-

gen werden wir auch auf die Be-

deutung der Deiche eingehen.

Damals haben die Ortspastoren

Hilfspakete verteilt und dafür

gesorgt, dass Hilfe organisiert

wurde. Außerdem ist es auffällig,

dass das Geschehen besonders

von Pastoren verbreitet wurde.

Aus diesem Grund war es uns

sehr wichtig, dass die Kirche

sich an diesem Projekt beteili-

gt“, erzählt der ehemalige Pastor

Frank Klimmeck.

So gibt es insgesamt 25 Ge-

denkveranstaltungen, die sich

mit Themen rund um die Weih-

nachtsflut und dessen Folgen

beschäftigt. „Wir freuen uns

sehr, dass ein so großes Netz-

werk entstanden ist, um an die

Weihnachtsflut von 1717 zu er-

innern“, so Pastor Tom Oliver

Brok aus Varel. Und Pastor

Jörg Zimmermann aus Sande

ergänzt: „Wenn Katastrophen

geschehen, fühlen sich die Men-

schen ohnmächtig und fragen

sich nach dem Warum. Damals

waren die Menschen ratlos und

fragten sich, warum die Flut

ausgerechnet zu Weihnachten

kam und versuchten Antworten

in ihrem Glauben zu finden, da

die Kirche ein Ort der Hoffnung

ist. Auch diese Punkte werden

wir in unseren Gottesdiensten

aufgreifen.“

Rund 20 Großposter präsen-

tieren den Ablauf der Flut, be-

schreiben die Zahlen der Opfer

und den Umfang der Schäden

in den einzelnen Regionen und

Orten entlang der Küste. Außer-

dem werden Briefe ausgestellt,

in denen Augenzeugen von der

Not der Bevölkerung berichten.

Eröffnet wird die Ausstellung

am

Dienstag, 5. Dezember

,

um 17.17 Uhr im Weltnaturerbe-

portal in Dangast, sie kann zu

den Öffnungszeiten des Weltna-

turerbeportals besucht werden.

Musikalisch untermalt wird die

Eröffnung von Gaby Menzel.

(pf)

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