Table of Contents Table of Contents
Previous Page  31 / 64 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 31 / 64 Next Page
Page Background

2. Dezember 2017

Musik & Szene

31

Selig im Interview: Ohne Computer ist viel geiler!

Bremen.

Vier Jahre haben

sie sich einfach mal Zeit ge-

nommen, Platten- und Ma-

nagementvertrag auslaufen und

Keyboarder Malte gehen lassen

– und starten nun entspannt in

eine neue Ära. Selig III., sozu-

sagen. Nach dem relativ Pop-

orientierten Vorgänger geben

sie sich auf „Kashmir Karma“

schnörkelloser, rauer und sper-

riger und gehen damit ein biss-

chen zurück zu ihren Anfängen.

Vor ihrem Konzert im Modernes

erklärten Bassist Lenard „Leo“

Schmidthals und Schlagzeuger

Stephan „Stoppel“ Eggert, wie

diese Entwicklung angefangen

hat.

Es war ja absehbar, dass es

weitergeht – worauf man bei

den ersten Alben ja nur hoffen

konnte – was war jetzt eure

Herausforderung?

Stoppel: „Naja, wir haben ja

eine kleine Pause hinter uns –

drei Jahre seit dem letzten Stu-

dioalbum, wir hatten also auch

eine Pause voneinander. 2016

haben wir uns dann wieder ge-

troffen und geguckt, ob wir ge-

meinsame Musik finden, die uns

allen gefällt. Das war das Haupt-

ziel, das wir hatten. Sind wir

eine Band, haben wir etwas zu

sagen, haben wir gemeinsame

Schnittmengen.“

Gab es denn Zweifel, dass

das so klappen könnte?

Leo: „Wir haben gehofft, dass

wir uns immer noch so nahe sind,

aber sicher war das nicht. Das

war wie ein großes weißes Blatt

Papier – und eine dritte Phase,

in die wir gestartet sind, als wir

uns letztes Jahr nach Schweden

aufgemacht haben. Wir waren ja,

wie gesagt ganz frei, wie am An-

fang, ohne irgendwelchen Druck

von außen, nur wir vier, und ha-

ben uns gesagt, wir fahren jetzt

mal in ein Haus, ganz weit weg,

und machen Musik – eine tolle

Erfahrung.

Wir kamen in eine Schnee-

landschaft und mussten erst-

mal den Kamin anmachen – so

kam sofort eine Stimmung von

Gemeinsamkeit auf – inklusive

Frühstück und Wanderung im

Schnee – da kam die Musik wie

von selbst.

Aber das war natürlich auch

ein Ergebnis der Tatsache, dass

wir Zeit füreinander hatten, alle

voll da waren und uns nicht ir-

gendwelche Tracks online hin

und her geschickt hat. Wir haben

gemeinsam Musik gemacht!“

Unsterblich“ ist ein kräf-

tiger Opener! Seid ihr noch die

Rocker, die ihr da zeigt?

Stoppel: „Ja, total. Das hat so

unglaublich Spaß gemacht, die-

ses Stück aufzunehmen – und

als wir das unseren Freunden

vorgespielt haben, war das auch

immer das Stück, bei dem alle

am meisten ausgeflippt sind.“

Leo: „‚Unsterblich‘ geht auch

auf eine Session zurück, von

denen wir da ja viele gemacht

haben. Deswegen war uns das

so wichtig, weil das einen dieser

Momente widerspiegelt, bei dem

die Band einfach swingt und wo

uns das so gut gelungen ist.“

Danach wird’s ja erstmal et-

was ruhiger…

Stoppel: „Ja, das war uns

auch wichtig. Wir haben uns

viele Gedanken über die Reihen-

folge gemacht und wollten diese

Dynamik. Man verlässt eine Welt

mit einem Song und kommt mit

dem nächsten in eine andere.“

Leo: „Das wichtige ist für uns,

dass Text und Musik eine Einheit

bilden. Bei ‚So wie du bist‘ geht

es eben etwas fröhlicher zu und

verlangt nach anderen Farben.

Jeder Song hat seine At-

mosphäre, wir benutzen auch

immer wieder verschiedene In-

strumente, so dass es nicht ann

Überraschungen mangelt. Aber

ich weiß, was du meinst, es ist

nicht durchgängig ein Rock-

Album.“

Stoppel: „Aber es bleibt schon

alles Selig! Ich meine, wir hatten

ja auch verschiedene Sachen

gemacht, ‚Hier‘ war ziemlich dü-

ster, ‚Magma‘ war eher poppig,

wir waren ja nie festgelegt auf

nur Stoner Rock oder nur 70s.“

Zwischendurch gab es ein

Akustikalbum plus Tournee

– ist das Kapitel abgeschlos-

sen, oder noch Teil eures Live-

Sets?

Leo: „Nee, das ist abge-

schlossen. Das war eine Über-

gangs-Sache, ein Experiment

zwischendurch und die Tournee

hat auch viel Spaß gemacht,

aber wir hatten eine interessante

Erfahrung, als unser Computer

abgerauscht ist und wir festge-

stellt haben: Ohne Computer ist

viel geiler! Also spielen wir jetzt

wieder Rock! Ohne Computer.“

Auch ohne Tasten?

Leo: „Dieses Mal geht es ohne

Tasten – und wir haben ja un-

seren fünften Mann am Misch-

pult, der die Leute immer wieder

in Ekstase versetzt mit seinem

Wahnsinnssound, den er uns

verpasst. Insofern brauchen wir

keine Tasten. Es fehlt nichts.“

(rk)

Night Of The Proms

Mit dem Besten aus 300 Jahren Musik

Bremen.

Immer wieder ein

Fest: Auch in diesem Jahr gibt

es die exklusive Kombination

aus Pop und Klassik, aus Rock-

band, Symphonieorchester und

Chor. Unter dem Motto: Das

Beste aus 300 Jahren populärer

Musik gibt es Klassik mit Effekt

und Pop mit Pomp.

Roger Hodgson, Peter Cetera,

Melanie C und Culcha Candela

werden hier ihre Lieder mit neu-

en Arrangements präsentieren,

„Music“-Man John Miles führt

durch das Programm.

Am

Sonntag, 3. Dezember,

ist die Show in der ÖVB Arena zu

sehen. Beginn ist um 18 Uhr.

(rk)

Kulturetage im Dezember

Oldenburg.

Mindestens ein-

mal pro Jahr gibt sie sich für ein

Gastspiel die Ehre. Im allersei-

tigen Interesse:

Die Restkarten für das Kon-

zert von

Inga Rumpf

am

Don-

nerstag, 7. Dezember,

sind

schon abgezählt… Außerdem in

dieser Woche:

Charlie Cunning-

ham

,

Montag, 4. Dezember

.

Der britische Singer/Songwriter

wird als eines der größten neuen

Talente Großbritanniens gehan-

delt. Nach Trio-Tour im Frühjahr

kommt er nun solo.

Am

Samstag, 9. Dezember,

kommt

Wende

– eine wahre Ge-

schichtenerzählerin mit berüh-

render Stimme.

Ob Chanson, Pop, Klassik –

auf Englisch, Französisch oder

Niederländisch: Ein mutiger und

berührender Stilmix.

(rk)

Kettcar – Ich vs. Wir

Zurück mit einem Highlight:

Mit der Essenz ihrer Weiterent-

wicklung, guten Songs, starken,

politischen Texten und Aussa-

gen und einer Extraportion En-

ergie! Das beste Kettcar-Album

bisher!

(Grand Hotel van Cleef)

Black Country Communion

– BCIV

Entsprechend der Herkunft

der Protagonisten: Klassischer

Rock zwischen Blues und Hea-

vy Rock, zwischen Lep Zeppe-

lin und Deep Purple, zwischen

epischer Größe und funkigem

Groove – mit genügend Pop, um

als keins der o.g. durchzugehen.

Tolles Ding!

(Mascot)

Tristesse und Elegie

„Klez.e“ am 8. Dezember live in der Lila Eule

Bremen.

Tobias Siebert hat-

te es geschafft, mit seinem im

Januar veröffentlichten Album

„Desintegration“ den kleinen

Bruder zum ´89er Meilenstein

„Disintegration“ von The Cure

zu erschaffen.

Songs und Stimmung stellten

quasi die deutsche Fortsetzung

des Albums dar – mit entspre-

chender Resonanz bei den Fans

und den Medien. Nach anschlie-

ßender Tournee folgt nun das

Live-Dokument

„November“,

bei dem auch ältere Stücke der

Band in unerhörten, neuen Ver-

sionen die gleiche Tristesse und

Elegie erfahren.

Am

Freitag, 8. Dezember,

ist

er damit im Rahmen seiner Tour-

Fortsetzung in der Lila Eule zu

sehen.

(rk)