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Varel

Friebo 49/2017

Für Baumarkt muss der Plan geändert werden

Antrag auf Nachnutzung von Aldi-Immobilie an Rodenkirchener Straße

Varel.

Seit knapp einem Jahr

steht der frühere Aldimarkt an

der Rodenkirchener Straße in

Varel leer – hier könnte im kom-

menden Sommer ein weiterer

Baumarkt einziehen, sofern es

in den politischen Gremien aus-

reichend Begeisterung für diese

Überlegung gibt.

Bislang war unklar, was mit

dem Marktgebäude unmittelbar

an der Südender Leke gesche-

hen soll: Einzelhandelsketten

hatten bereits Interesse an dem

Standort bekundet, doch Aldi

hat die Hand auf der Immobi-

lie und kein Interesse daran,

hier Konkurrenten für das eige-

ne Geschäft anzusiedeln. Der

Discounter hatte den Standort

bekanntlich Anfang 2017 aufge-

geben, nachdem die neue Filiale

neben dem Familazentrum er-

öffnet worden war.

Nun also liegt der Vorschlag

auf dem Tisch, hier einen Bau-

markt einzurichten. Zugleich soll

der noch im Gebäude ansässige

Getränkemarkt vergrößert wer-

den. Das Problem: Derzeit lässt

der – eben vorhabenbezogene –

Bebauungsplan auf dem Grund-

stück explizit nur die Nutzung als

„Verbrauchermarkt“ mit bis zu

750 Quadratmetern Verkaufs-

fläche und „Getränkemarkt“ mit

maximal 420 Quadratmetern

zu. Für die beabsichtigte Um-

nutzung und die Erweiterung

des Getränkemarktes um rund

150 Quadratmeter ist also eine

Änderung des Bebauungsplans

erforderlich. Der Baumarkt soll

innerhalb des Gebäudebe-

standes eingerichtet werden,

hinzukommen soll hier lediglich

eine Außenverkaufsfläche von

125 Quadratmetern ganz am

Ende des heutigen Parkplatzes.

Der Getränkemarkt soll laut Pla-

nung um gut vier Meter nach

Südosten ausgedehnt werden,

dafür würden einige Parkplätze

entfallen müssen.

Im Planungsausschuss stell-

te Stadtplaner Olaf Freitag das

Ansinnen des Investors vor, der

die Immobilie von Aldi über-

nehmen würde, sofern das Vor-

haben grünes Licht bekommt.

Zunächst gehe es um einen

Einleitungsbeschluss, betonte

Freitag, Details würden im fol-

genden Bauleitverfahren noch

geklärt. Dabei muss unter ande-

rem geprüft werden, ob die Pla-

nung mit dem Einzelhandelsent-

wicklungskonzept der Stadt in

Einklang zu bringen ist. Außer-

dem sei ein neues Lärmemis-

sionsgutachten beizubringen,

erklärte Freitag.

Gerade die Frage nach der

Verträglichkeit der Sortimente

bietet immer wieder Zündstoff,

seitdem es seinerzeit eine recht

erbitterte Auseinandersetzung

um die Famila-Erweiterung auf

der Schützenwiese gegeben

hatte. Zweimal ist das Einzel-

handelsentwicklungskonzept,

das seinerzeit im Zuge der Fa-

milaexpansion erstellt worden

war, schon angepasst worden:

für die Aldi-Umsiedlung auf die

Schützenwiese und für den an

der Panzerstraße geplanten

Raiffeisen-Warenmarkt.

So hält sich die Begeiste-

rung darüber, das Konzept er-

neut zu ändern, Kritiker sagen

gar „aufweichen“ zu müssen,

in Grenzen. Sigrid Busch von

den Grünen forderte daher zu-

nächst, den Punkt noch einmal

zur Beratung in die Fraktionen

zu verweisen. Es gebe noch ei-

nige Fragen, die zu klären seien,

bevor man sich diesem Ansin-

nen stelle, so Busch.

Axel Neugebauer (Zukunft

Varel) erklärte, dass eine Nach-

nutzung des leeren Marktes

wünschenswert sei. Er erinnerte

daran, dass sich mit demUmzug

von Aldi die Nahversorgungssi-

tuation für den Raum Streek und

Büppel verschlechtert habe,

daran werde allerdings auch ein

Baumarkt nichts ändern.

Vom Wunsch auf Vertagung

des Punktes offenkundig über-

rascht, betonte Olaf Freitag,

dass es zunächst um einen Auf-

stellungsbeschluss zu Einstieg

in das Planänderungsverfahren

gehe, in dessen Verlauf dann

Antworten auf die – mutmaß-

lichen – offenen Fragen geliefert

würden. Der Antragsteller werde

erst entsprechende Gutachten

beauftragen, wenn die Stadt

ihre grundsätzliche Bereitschaft

signalisiere, den Überlegungen

nahezutreten. Dennoch blieb

der Ausschuss bei der Gepflo-

genheit, dem Wunsch auf Verta-

gung zu entsprechen.

Das wiederum sorgte für Ver-

druss insbesondere bei Bürger-

meister Gerd-Christian Wagner:

Er wies darauf hin, dass zum

dritten Mal innerhalb kurzer Zeit

ein Tagesordnungspunkt in die

Fraktionen verwiesen worden

sei, was nicht eben dazu diene,

die Arbeit der Gremien effizi-

ent zu halten. Zudem ziehe das

weitere Sitzungstermine nach

sich, was Zeit und Geld koste.

Wagner appellierte an die Aus-

schussmitglieder, sich im Vor-

feld der Sitzungen kundig zu

machen, damit Ausschüsse und

in der Folge auch die Verwaltung

effektiv arbeiten könnten.

Am kommenden

Dienstag,

12. Dezember,

17 Uhr, wird der

Planungsausschuss nun erneut

über die gewünschte Änderung

des Bebauungsplans beraten.

Außerdem geht es um eine klei-

ne Änderung imZusammenhang

mit einem Gewerbegrundstück

am Tennisplatz Varel sowie um

den Antrag für Einleitung eines

Bürgerdialogs zum Thema „Per-

spektiven einer fortschrittlichen

Verkehrsführung in der Stadt

Varel“ sowie die Konstituierung

einer Planungsgruppe zu die-

sem Thema.

(tz)

Schlichter Zweckbau: Die große Halle – einst Aldi – steht seit fast einem Jahr leer. Nun gibt es

den Wunsch, hier einen Baumarkt unterzubringen. Der Getränkemarkt links soll in dem Zuge

um etwa ein Drittel vergrößert werden.

Foto: M. Tietz

Joschi Bektas verlässt ZV

SPD nun stärkste Fraktion im Stadtrat

Varel.

Wie dem

Friebo

kurz

vor Redaktionsschluss bekannt

wurde, hat Joschi Bektas die

Fraktion Zukunft Varel (ZV) ver-

lassen.

Er wird sein Ratsmandat

nicht zurückgeben und künf-

tig als Einzelmitglied im Vareler

Stadtrat vertreten sein. Damit

verfügt Zukunft Varel nun noch

über acht Mandate und damit

über eines weniger als die SPD.

Die Sozialdemokraten sind nun

die stärkste Fraktion im Rat der

Stadt Varel. Durch den Austritt

werden Umbesetzungen in den

Ausschüssen erforderlich sein.

Joschi Bektas steht mit seinem

Grundmandat das Rederecht in

allen Ausschüssen zu.

(ak)

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