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Varel

Friebo 49/2017

Ein Buch von Kindern „aus Varel für die Welt“

Kinder und Jugendliche erarbeiten mit Heike Kickler ein Buch über einen Friedensweg

Varel.

Etwas über ein Jahr

lang hat es gedauert von der

Idee zum fertigen Produkt.

Als Heike Kickler im Mai letz-

ten Jahres von ihrer achtjähri-

gen Schülerin Mina ein gemaltes

Aikido-Bild geschenkt bekam,

reifte der Entschluss, ihre 25

Aikido-Schüler im Alter von acht

bis 18 Jahren zu fragen, ob sie

Lust hätten, mit ihr gemeinsam

ein Buch zu schreiben und zu

malen.

Die Kinder signalisierten so-

fort Interesse. Durch die Ver-

mittlung von Michael Hellbusch

(Kreisvolkshochschule)

fand

sich mit Andreas Reiberg ein

Grafiker der das Projekt liebe-

voll begleitete: „Das wird ein

Buch voll Poesie und Lebendig-

keit“ waren seine motivierenden

Worte. Die Begeisterung für die

Idee wuchs, aber die Frage, wie

das Projekt finanziert werden

kann, stand im Raum. Und es

kamen erste Zweifel, ob und

wie man die Idee mit Kindern

über einen längeren Zeitraum

durchtragen kann. Ein inten-

sives Gespräch mit der 16-jäh-

rigen Schülerin Sonja Prass war

Anlass, weiterzumachen: „Die

Idee ist so gut, lass es uns ver-

suchen!“

In den Herbstferien 2016 fand

die erste Schreib- und Malwerk-

statt statt. Unterstützungen

durch die Firma Heinen und die

Barthel-Stiftung waren ein sehr

motivierendes Signal für alle

Beteiligten. Heike Kickler: „Die

kreativen Werkstätten liefen auf

Hochtouren, jeder Schritt wurde

mit den Kindern und Jugend-

lichen diskutiert.“

Ungern sollte das Buch ir-

gendwo digital im „Nirgendwo“

gedrucht werden. Gemeinsam

mit Andreas Reiberg entschied

sie sich für die Druckerei Kas-

pers in Jever. Die Mitarbeiter

dort waren selbst begeistert von

dem Projekt und gaben den Kin-

dern einen Einblick in die Dru-

ckerei. Direkt vor Ort konnten

einige der jungen Künstler die

letzte Fertigstellung des Buches

mit verfolgen und die ersten

druckfrischen Exemplare ein

Jahr nach Beginn des Projektes

in Empfang nehmen.

Heike Kickler hat aus vielen

einzelnen individuellen Bildern

und Gedichten ein zusammen-

hängendes, lebendiges Buch

gemacht – nicht nur für Aikido-

Übende. Wie ein roter Faden

zieht sich die Frage durch das

ganze Buch: Wie können wir

den Geist des Friedens in uns

füttern? Dass Musik und Tanz,

Gebete und das Erleben der Na-

tur unsere Herzen öffnen kön-

nen, ist vielen verständlich, aber

Kampfkunst als Friedensweg?

Diese Frage wird beleuchtet und

ein Zusammenhang zwischen

der Entwicklung einer dank-

baren, respektvollen Grundhal-

tung und der Kampfkunst Aikido

verdeutlicht.

Heike Kickler ist sich sicher,

dass der Leser des Buches sich

manches Mal fragen wird: „Und

das haben Kinder und Jugendli-

che geschrieben oder gemalt?“

Sie selbst hat an den Texten und

Bildern der Kinder nichts verän-

dert und diese Texte und Bilder

sprechen für sich. Sie berühren

die Menschen.

Da ist zum Beispiel die Ge-

schichte der jungen Frau, bei der

als Kind eine schwere geistige

Behinderung diagnostiziert wur-

de. Schon beim Lesen dieser

persönlichen Lebensgeschichte

entwickelt der Leser Mitgefühl

und Respekt. Voraussetzungen

für Frieden.

„Was schreiben wir auf den

Buchdeckel?“ fragte Heike

Kickler schließlich die Kinder

und Jugendlichen. Meriet ant-

wortete: „Dieses ist ein Buch

von Kindern und Jugendlichen

aus Varel für die Welt“.

Im Rahmen einer kleinen

Feierstunde wurde das Buch

schließlich am vergangenen

Freitag öffentlich vorgestellt. Mit

dabei war auch Dorothee Evers

und sie beschrieb ihre Empfin-

dungen wie folgt: „Die konzen-

trierte, freie und respektvolle

Atmosphäre, die die Vorausset-

zung bei Heike Kicklers Arbeit

mit den Kindern ist, haben auch

die Zuhörer empfunden, als die

Kinder ihre eigenen Texte vorla-

sen. Jeder Beitrag wurde wert-

geschätzt und immer wieder

auch bewegt aufgenommen.“

Das Buch ist für 19,80 Euro

bei Heike Kickler unter

04451/7889 am Hafen 71 erhält-

lich. Ebenso kann man es unter

heike.kickler@aikido-in-varel-

friesland.de

bestellen.

(ak)

Aikido – Bewegungskunst des Herzens ist viel mehr als nur

ein Buch – es ist ein gemeinsames Werk von Kindern aus

varel, das ihre unverstellte Sicht unserer Zeit auf diese Frie-

denskunst widerspiegelt.

Oberschüler experimentieren: MINT im Wald

Varel.

Das Waldpädagogik-

Zentrum Weser-Ems (WPZ) hat

mit dem 7. Jahrgang der Ober-

schule Obenstrohe einen ab-

wechslungsrechen Vormittag

am Mühlenteich verbracht.

Rund um den Teich gab es

16 Stationen, die technische,

chemische und physikalische

Sachverhalte durch Ausprobie-

ren erklärten. Der Wald als Ort

des Geschehens weckte die

Aufmerksamkeit und regte die

Sinne an.

So wurden zum Beispiel

Lichtmessungen im schattigen

Bereich der Bäume und auf dem

hellen Waldweg miteinander

verglichen.

Das Prinzip des Flaschen-

zuges, welches in der Holzfäl-

lung Anwendung findet, wurde

experimentell von den Schüle-

rinnen und Schülern erarbeitet

und der Lotus-Effekt mithilfe

heimischer Pflanzen mit selbst-

reinigender Oberfläche veran-

schaulicht.

Weitere Themen wie Boden-

untersuchungen, Trittsiegel von

Tierarten bestimmen, pH-Wert-

Messungen,

Höhenmessung

über den Strahlensatz und die

Frage „Warum ist der Himmel

blau?“ waren Aufgabenstel-

lungen, die die Schülerinnen

und Schüler zum Mitmachen

und aktivem Lernen anregen.

Nach einer positiv gestimm-

ten Abschlussbesprechung und

großem Lob über das Auftreten

und Verhalten der Schülerinnen

und Schüler der Oberschule

Obenstrohe seitens der Mitar-

beiterinnen des WPZ ging es

wieder zur Schule zurück.

Die Schüler und Schülerinnen der 7a und 7b der Oberschule

Obenstrohe hatten viel Spaß am Mühlenteich.

Foto: Oberschule Obenstrohe