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Varel

Friebo 50/2017

André Lambertus & Simone Schoon

Neumarktplatz 3 ∙ 26316 Varel

Telefon: 0 44 51 – 47 61

www.restaurant-schienfatt-varel.de

Verschenken Sie einen

unvergesslichen Abend

bei uns!

Wir wünschen allen eine

frohe Weihnachtszeit und

ein gesundes neues Jahr!

Zwei Tote und das Gasthaus an der Elbe

Plattdeutsche Krimi-Lesung mit Dr. Günter Ihmels zum Jahresabschluss beim Heimatverein

Varel.

Das ist schon Tradition:

Der letzte Vortrag im Veranstal-

tungsjahr des Vareler Heimat-

vereins wird auf Plattdeutsch

gehalten. In diesem Jahr gab

es dabei eine Besonderheit: Dr.

Günter Ihmels, gebürtiger Grab-

steder, las aus seinem Kriminal-

roman „Dat Gasthus an de Elw“.

Dr. Ihmels, der im Berufsleben

Lehrer für Mathematik und Phy-

sik war, lebt „an de güntsiet“ von

der Weser, in Beverstedt. Erst

seit fünf Jahren hat er sich der

„Schreiberei“ zugewandt und

gerade mit Erfolg seinen dritten

Kriminalroman verfasst. Beson-

ders ist auch, dass er sich nicht

mit nur jeweils einer Leiche be-

gnügt, nein es müssen wenig-

stens immer zwei sein.

So freute sich der erste Vorsit-

zende des Heimatvereins, Hans

Georg Buchtmann, den Gästen

einen spannenden Abend ver-

sprechen zu können. Dr. Ihmels

bedankte sich für einen freund-

lichen Empfang, dann nahm er

die Zuhörer mit, mittenrein in die

Geschichte:

Es ist ein besonders schöner

Maitag, beinah 20 Grad, da ver-

zichtet Günter doch gerne auf

den Mittagsschlaf. Er schwingt

sich lieber aufs Rad und fährt

zu seinem Schafstall. Später

beim Kaffee mit Ehefrau Renate

planen beide nach Feierabend

eine Radtour. Da bimmelt das

Telefon. Kommissar Wegner aus

Cuxhaven. Die beiden kennen

sich, waren schon einmal ge-

meinsam auf Neuwerk. Wegner

erzählt ihm, dass sie zwei schon

ziemlich „lädierte“ Leichen aus

der Oste geborgen haben und

fragt, ob er ein Paddelboot

habe? Ja klar, zwei sogar, aber in

diesem Jahr sind die noch nicht

zum Einsatz gekommen. Was,

das gefundene Boot ist gelb?

Unsere beiden auch.

Aufgeregt macht sich Günter

auf zum Campingplatz, um nach

seinen Booten zu sehen. Weit

und breit ist keine Menschen-

seele da, die Boote aber auch

nicht. Dabei waren diese doch

so gut gesichert! Und außerdem:

Wenn die Kripo nun eins der

Boote geborgen hat, wo ist das

andere? Da muss ja wohl Anzei-

ge erstattet werden! Also auf zur

Kripo nach Cuxhaven.

Hier identifiziert sich das vor-

handene Boot schnell als das

seinige. Bei den Leichen ist es

schwieriger. Die eine ist ihm

absolut unbekannt, bei der an-

deren glaubt er Oberamtmann

Dierksen von der Kreisverwal-

tung zu erkennen.

Wo aber ist sein zweites Boot?

Er berät sich mit seinem

Freund Kuddel. Dieser war frü-

her Fischer, befuhr danach einen

Ausflugsdampfer und arbeitete

dann auf einem Fährschiff.

Kuddel hat nicht nur große

Menschenkenntnis,

sondern

auch eine Spürnase für Unge-

reimtheiten. Sie beschließen,

die Oste mit einem Paddelboot

stromabwärts zu fahren um nach

Günters Eigentum zu suchen.

Jede kleine Bucht wird abge-

sucht, die bunten Ferienhäuser

liegen schmuck in der schönen

Natur, ein gelbes Boot finden sie

aber nicht. Sie nähern sich be-

reits der Einmündung in die Elbe,

als sie nahe am Ufer ein altes

Bauernhaus sichten. Es muss

wohl an die zweihundert Jahre

alt sein und wird jetzt als „Gas-

thus an de Elw“ betrieben. Da

die Suche auf der Oste im Prin-

zip abgeschlossen und ohnehin

Mittagszeit ist, legen sie an.

Die drei jungen Leute an der

Theke sprechen kein Wort, aber

Bratkartoffeln und Spiegelei

schmecken prima. Zwei Biere

treiben Günter zum „Schiethus“,

das sich, wie häufig bei so alten

Gebäuden, draußen befindet.

Auf dem Rückweg erspäht er

unter einer Plane, die sich im

Wind leicht anhebt, etwas Gel-

bes. Bei näherer Betrachtung

entpuppt es sich als sein Boot.

Bevor er Überlegungen anstellen

kann, wie er mit dieser unglaub-

lichen Entdeckung umgehen

soll, wird es dunkel um ihn.

Im Krankenhaus kommt er

wieder zu sich. Kuddel hatte ihn

blutüberströmt gefunden, Kran-

Spenden für das Hospiz

Die Unterstützung für das geplante Haus der Hospiz- und Pallia-

tivarbeit „Am Jadebusen“ ist enorm. Im Sommer nächsten Jahres

ist die Eröffnung geplant. Dennoch sind weitere Spenden willkom-

men und nötig. Hier das Spendenkonto für das Projekt:

OLB Varel: Konto DE42 2802 0050 9608 8091 01

Außerdem können noch Hospizbausteine gestiftet werden (Min-

destspende 25 Euro). Diese Namensklinker werden mit dem ge-

wünschten Schriftzug versehen und am Gebäude eingebaut. In-

formationen dazu und Online-Spendenmöglichkeiten unter hhp-

jadebusen.de.

Selbstverständlich können Spenden steuerlich

geltend gemacht werden. Weitere Infos unter

04451/804733.

kenwagen und Polizei verstän-

digt. Diese haben sofort Unter-

suchungen auf dem Gasthofge-

lände aufgenommen.

Günters Kopfwunde wird mit

vier Stichen geflickt, zuhause

wird er als Held empfangen.

Zu Kuddels Geburtstag fin-

det sich, wie immer, die ganze

Verwandtschaft ein. Hauptge-

sprächsthema ist natürlich der

mysteriöse Leichenfund nebst

Bootsklau und Überfall auf

Günter. Kuddels Cousine Gerda

kennt den toten Dierksen aus

der Kreisverwaltung. Sie weiß,

dass dieser sich wegen eines

Mannes von seiner Frau getrennt

hat, kennt den neuen Partner

aber nicht.

Darüber muss natürlich der

Kommissar Wegner informiert

werden, der allerdings nicht zu

erreichen ist.

Zwei Wochen später begibt

sich Günter mit Frau, Tochter

und Freundin erneut zum Gast-

hof an der Elbe, durchaus der

Gefahr bewusst. Um nicht gleich

erkannt zu werden, setzt er einen

großen Strohhut auf. Nach dem

Essen begeben sich die Mäd-

chen zum Austreten zur „Außen-

stelle“ und kommen mit Eiern

zurück, die sie in einem auf dem

Hof abgestellten Auto entdeckt

haben. Günter bittet die Mäd-

chen, die Eier zurückzubringen.

Jetzt ist der alte Kombi jedoch

verschlossen. Unter einer Plane

entdecken sie ein weiteres Auto,

aber ohne Kennzeichen. Im In-

neren findet sich tatsächlich ein

Eiernest. Viel interessanter ist

aber ein Dokument mit einem

Göttinger Autokennzeichen. Das

Auto des Toten? Auf alle Fälle

eine weitere Info für Wegner.

Kuddel will aber nicht abwar-

ten. Seine Spürnase „juckt“. Den

Frauen erzählen sie, dass sie

zum Fußballspiel nach Hamburg

fahren, begeben sich aber erneut

zum verdächtigen Wirtshaus. In

einer verstaubten Scheune ist

der Kombi abgestellt. Trotz der

undurchsichtigen Scheiben ma-

chen sie im Inneren eine Winsch

aus. Kuddel glaubt, das Fahr-

zeug schon einmal auf der Fähre

gesehen zu haben. Ist der Gast-

hof Dreh- und Angelpunkt eines

Verbrechens..?

Dr. Ihmels wusste während

der gesamten Lesung seine Zu-

hörer zu fesseln, beendete die-

se freilich, ohne die Aufklärung

preiszugeben. Wer die Lösung

zwar schon ahnte, aber es ge-

nau wissen wollte, konnte nun

das vorhandene Taschenbuch

direkt erwerben.

Im Auditorium war man sich

einig: ein besonders gelungener

Jahresabschluss für den Hei-

matverein!

Lieselotte Meyer