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16. Dezember 2017

Wesermarsch

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Schwarze Zahlen im Gemeindehaushalt 2018

Ergebnishaushalt ausgeglichen, neue Kredite für Investitionen – Bedarfszuweisung vom Land in Aussicht

Jade.

Das hat es seit 18 Jah-

ren nicht gegeben: Die Gemein-

de Jade kann für das kommende

Jahr einen Ergebnishaushalt mit

schwarzen Zahlen vorlegen: Im

Haushaltsplan, den Kämmerer

Andreas Pöpken am Dienstag

im Finanzausschuss vorstellte,

übertreffen die erwarteten Ein-

nahmen im laufenden Verwal-

tungsgeschäft die Ausgaben um

etwa 3.300 Euro.

Zwar hatte es bereits in den

vergangenen Jahren immer wie-

der Überschüsse im Ergebnis-

haushalt gegeben, teils im deut-

lich sechsstelligen Bereich –

doch diese Entwicklung war

stets erst im Jahresverlauf ein-

getreten, weil Steuereinnahmen

die Prognosen weit übertroffen

hatten. Für 2018 nun aber ist es

gelungen, schon in der voraus-

blickenden Haushaltsplanung

Einnahmen und Ausgaben in

Einklang zu bringen.

Ganz aus eigener Kraft hat

die Gemeinde das zwar nicht

geschafft, doch Andreas Pöp-

ken betonte ausdrücklich, dass

die Bemühungen zur Konsoli-

dierung erheblich dazu beige-

tragen hätten. Das positive Er-

gebnis im Etat für 2018 ist nun

aber vor allem einer einmaligen

Sonderzahlung vom Landkreis

Wesermarsch zu verdanken, der

die Gemeinden an seinem eige-

nen Rekordergebnis, das für das

nächste Jahr erwartet wird, teil-

haben lässt. Drei Millionen Euro

werden an die Kommunen ver-

teilt, nach einem Schlüssel, der

Finanzkraft sowie Fläche und

Zahl der Kinder berücksichtigt.

Knapp 209.000 Euro entfallen

dabei auf die Gemeinde Jade.

Zusätzlich hat die Verwaltung,

um den Sprung in den Haus-

haltsausgleich zu schaffen, noch

einige kleinere Geschäftsauf-

wendungen eingekürzt.

Ausgaben wie Einnahmen be-

laufen sich nun im kommenden

Jahr auf knapp 8,9 Millionen

Euro, damit hat der Ergebnis-

haushalt ein neues Rekordvo-

lumen erreicht. Fast 75 Prozent

der Ausgaben entfallen allein auf

zwei Positionen: Die Kreisum-

lage von knapp 3,08 Millionen

Euro und die Personalkosten mit

nunmehr gut 2,9 Millionen Euro.

So zeigten sich sowohl An-

dreas Pöpken als auch Bürger-

meister Henning Kaars verhalten

optimistisch, was die Haushalts-

lage der Gemeinde betrifft. Lei-

der, so Kaars, habe man seitens

der Gemeinden den Landkreis

nicht überzeugen können, die

Kreisumlage zu senken, um so

dauerhaft die Belastung der

Kommunen zu reduzieren. Es

handelt sich also zunächst um

einen einmaligen Sondereffekt.

„Wir haben bei der Haushalts-

führung dennoch enorme Fort-

schritte gemacht“, betonte An-

dreas Pöpken als Finanzchef in

der Gemeindeverwaltung, „auch

ohne die Sonderzahlung hät-

te das Defizit mit rund 200.000

Euro deutlich unter den Werten

aus Vorjahren gelegen.“ Es ist

der Gemeinde gelungen, dank

der Überschüsse in den vergan-

genen Jahren den aufgelaufenen

Fehlbetrag im Ergebnishaushalt

deutlich zu reduzieren.

Ein Problem laste aber nach

wie vor auf der Gemeinde: „Die

langfristigen Schulden nehmen

weiter zu und wir sind momen-

tan nicht in der Lage, diese nen-

nenswert abzubauen“, betonte

Andreas Pöpken. So kommen

im nächsten Jahr neue Kredite

in Höhe von knapp 621.000 Euro

hinzu. Investiert werden soll in

den Bahnhaltepunkt, den Rat-

hausneubau und die neue Kin-

derkrippe in Schweiburg.

Wenngleich im Ergebnishaus-

halt für das kommende Jahr nun

ein leichtes Plus ausgewiesen

ist, steht nach wie vor ein auf-

geschobener Altfehlbetrag von

rund 2,1 Millionen Euro zu Bu-

che. Diesen gilt es weiter abzu-

bauen, diesbezüglich hat das

Land Niedersachsen Hilfe an-

geboten. Wie berichtet, steht für

die Gemeinde Jade eine kapitali-

sierte Bedarfszuweisung in Aus-

sicht, mit der 75 Prozent dieses

Altfehlbetrages abgelöst wer-

den können. Ein entsprechender

Antrag ist gestellt, nun wird auf

eine Antwort aus Hannover ge-

wartet. Insofern hofft man im Fi-

nanzausschuss inständig, dass

möglichst früh im Jahr 2018 die

Verabschiedung eines Nach-

tragshaushaltes nötig sein wird,

in dem dann ein Überschuss von

gut 1,5 Millionen Euro auszuwei-

sen wäre, wenn denn die volle

Summe bereits im kommenden

Jahr nach Jade fließt. Der Pfer-

defuß: Die Gemeinde muss sich

dazu einer Zielvereinbarung un-

terwerfen, in der sie aufzeigt,

wie der Restfehlbetrag nachhal-

tig getilgt werden kann. Zu den

Maßnahmen, das wurde bereits

betont, werden insbesondere

Steuererhöhungen gehören, da

die Möglichkeiten für weitere

Einsparungen erschöpft sind.

Ingesamt, so teilt Andreas

Pöpken mit, biete der aktuelle

Haushalt und vor allem die in

Aussicht stehende Bedarfszu-

weisung die Chance auf eine

nachhaltige Konsolidierung: Die

Gemeinde habe Licht am Ende

des Tunnels in Sicht, nun gelte

es Kurs zu halten um langfristig

die Handlungsfähigkeit aufrecht

zu erhalten.

Bürgermeister Henning Kaars

lobte in diesem Zusammen-

hang die Bemühungen des Ar-

beitskreises Haushaltskonso-

lidierung, auf den mit Blick auf

die demnächst folgenden Be-

ratungen zur Zielvereinbarung

weitere, schwere Aufgabe zu-

kommen würden.

(tz)

Baugrundstücke in Jaderberg

sind fast ausverkauft

Jaderberg.

Wie die sprich-

wörtlichen warmen Semmeln

sind die Baugrundstücke im

neuen Wohngebiet „Stindt-Flä-

chen“ in Jaderberg weggegan-

gen: Von insgesamt 46 Wohn-

baugrundstücken, die von der

Gemeinde Jade erschlossen

und zum Kauf angeboten wur-

den, sind 43 bereits verkauft,

wie Kämmerer Andreas Pöp-

ken am Dienstag im Finanzaus-

schuss mitteilte.

Schon nach Bekanntwerden

der Planung für ein neues Bau-

gebiet vor gut zwei Jahren hatte

es eine rege Nachfrage gege-

ben. Wegen des großen Inte-

resses hatte der Rat beschlos-

sen, Richtlinien zur Vergabe

der Bauplätze zu erlassen. Vor

allem Familien sollten zum Zuge

kommen. Auf dem Gelände

zwischen Georg- und Mozart-

straße wurden bei einer Netto-

baufläche von rund drei Hektar

46 Grundstücke zu Größen zwi-

schen 480 und 840 Quadratme-

ter geschaffen, hinzu kommen

einige privat errichtete Mehrfa-

milienhäuser.

Etwa die Hälfte der Bauplät-

ze, so schätzt Andreas Pöpken,

wurde an Käufer vergeben, die

zuvor nicht in Jade wohnten,

somit wird die Gemeinde an

Einwohnern wachsen. Und auch

die Gemeindekasse profitiert:

„Nach einer ersten Schätzung

generieren wir in dem neuen

Wohngebiet, wenn alle Grund-

stücke bebaut sind, bis zu

30.000 Euro an Grundsteuer“,

so der Kämmerer. Im Finanzaus-

schuss nahm man diese Nach-

richt erfreut zur Kenntnis.

(tz)

Das neue Wohnbaugebiet ist erschlossen, die ersten Häuser

sind im Bau. Schon nach gut einem Jahr sind 43 von 46 Bau-

grundstücken verkauft.

Foto: Tietz

Jaderberg.

Der Schulleiter

des Jade-Gymnasiums, Ober-

studiendirektor Christian Müller,

wird die Schule in Jaderberg

am Ende des laufenden Schul-

jahres im kommenden Sommer

verlassen. Das teilte Müller un-

längst unter anderem in einem

offenen Brief an die Eltern mit.

Müller hatte den Schulleiter-

posten im Sommer 2015 von

Günter Mertins übernommen.

Nun ziehe es ihn zurück in sei-

ne (ost-)friesische Heimat, wie

Müller erklärte. Dort habe er

sich um eine Schulleiterstelle an

einem Gymnasium beworben.

Ausdrücklich betont Christian

Müller, dass die Gründe für sei-

nen Wechsel allein in der pri-

vaten Lebensplanung lägen. Er

werde den Schulvorstand nach

Kräften dabei unterstützen,

eine/n Nachfolger/in zu finden.

Ferner wird der Schulleiter für

das anstehende Abitur wie ge-

habt den Vorsitz in der Prüfungs-

kommission übernehmen.

(tz)

Müller verlässt Jade-Gymnasium