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23. Dezember 2017

Varel

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Ratsmitglieder beschließen Jahr mit 75. Sitzung

Tagesordnung schnell abgearbeitet – Verabschiedung von Rolf Heeren – Haushaltsbeschluss im März

Varel.

Rasch abgearbeitet

hat der Vareler Stadtrat die Ta-

gesordnung der letzten Sitzung

im Jahr 2017 am 13. Dezember:

Nach gerade einmal 40 Minu-

ten konnte die Ratsvorsitzende

Hannelore Schneider (SPD) die

Sitzung schließen, nahezu alle

zwei Dutzend Tagesordnungs-

punkte wurden ohne weitere

Aussprache und überwiegend

einstimmig beschlossen.

Den größten Raum nahm an

diesem Abend ein Punkt ein, der

gar nicht auf der Tagesordnung

stand: Die Verabschiedung von

Rolf Heeren, Leiter des Fachbe-

reichs Zentrale Verwaltung und

damit so eine Art Innensenator

im Rathaus. Es sei ihm ein per-

sönliches Anliegen, so Bürger-

meister Gerd-Christian Wagner,

sich auch in diesem öffentlichen

Rahmen bei Rolf Heeren für

dessen jahrzehntelangen Ein-

satz zum Wohle der Stadt Varel

zu bedanken, wenngleich sich

der zu Verabschiedende einen

„möglichst geräuschlosen“ Aus-

stieg aus dem Dienstgeschäft

gewünscht habe: „Ganz ohne

Geräusch geht es aber nicht“,

betonte Wagner. Heeren, seit

1980 in Diensten der Stadt Varel

und seit 2009 Leiter des Fachbe-

reichs 1, hatte vor einigen Mona-

ten den Wunsch geäußert, in den

vorzeitigen Ruhestand wechseln

zu können. Dieser Wunsch sei

nachvollziehbar, für ihn dennoch

bedauerlich, betonte Wagner in

seiner kurzen, aber durchaus

emotionalen Abschiedsanspra-

che: „Wir hatten eine wunder-

bare Zeit, du hast dich stets

durch dein absolut loyales

Verhalten sowie deine immer

absolut korrekte und gerechte

Vorgehensweise ausgezeichnet.

Du warst stets eine Stütze und

ein väterlicher Freund, vor allem

aber ein herzensguter Mensch“,

richtete der Bürgermeister das

Wort an Rolf Heeren. Den Wor-

ten des Dankes schloss sich

auch die Ratsvorsitzende an:

Seit mehr als 30 Jahren wür-

de man sich nun kennen, sagte

Hannelore Schneider: „Jede

Ratsfrau und jeder Ratsherr hat

über die Jahre immer wieder

Ihre Dienste in Anspruch ge-

nommen – Sie werden uns feh-

len!“ Der Bürgermeister lud den

versammelten Rat schließlich

zu einem vorweihnachtlichen

Umtrunk im Anschluss an die

Sitzung ein, dabei bestehe Gele-

genheit, sich von Rolf Heeren zu

verabschieden. Zugleich bat er

um Verständnis, dass diese Ver-

abschiedung geradezu heimlich

habe vorbereitet werden müs-

sen: „Rolf wäre sonst nicht ge-

kommen heute Abend.“ Heeren

selbst, sichtlich bewegt, machte

es denkbar kurz: „Ich danke für

die wohltuenden Worte und bin

dann mal weg. Tschüs!“

Im weiteren Verlauf galt es

dann für den Rat vor allem ei-

nige formale Beschlüsse zu

fassen: Es wurde festgestellt,

dass Ratsherr Joschi Bektas

nicht mehr der Fraktion Zukunft

Varel, sondern dem Rat künftig

als einziges fraktionsloses Mit-

glied angehört. Bektas gehört

künftig als beratendes Mitglied

dem Ausschuss für Feuerwehr-,

Markt- und Ordnungsangele-

genheiten an.

Einstimmig beschlossen wur-

den sodann die geänderte Ver-

gnügungssteuersatzung,

die

Tanzveranstaltungen

künftig

von der Besteuerung ausnimmt,

sowie die Satzung für die Stra-

ßenreinigungsgebühren

und

die Fortschreibung des Ent-

wicklungsplans für die einstige

Friesland-Kaserne. Mehrheitlich

stimmte der Rat zudem der Än-

derung der Parkgebührenord-

nung zu, die Fraktion Zukunft

Varel votierte hier allerdings da-

gegen, ebenso wie bei der Ver-

abschiedung des Wirtschafts-

plans 2018 für den Eigenbetrieb

Kurverwaltung Dangast und die

Neufassung der Tourismusbei-

tragssatzung, an deren Erhe-

bung Zukunft Varel bereits im

Finanzausschuss Kritik geäu-

ßert hatte.

Einig war man sich dann

wieder über den neuen Hand-

lungsrahmen, der es Gewer-

betreibenden künftig deutlich

erschweren soll, Altkleidercon-

tainer im Stadtgebiet aufzustel-

len. Der Aufbau solcher Contai-

ner auf städtischen Flächen ist

fortan ausschließlich gemein-

nützigen Vereinen unentgeltlich

gestattet, im öffentlichen Stra-

ßenraum sind sie nun generell

verboten.

Schließlich war es an Bür-

germeister Wagner, noch einen

kurzen Rückblick auf das zu

Ende gehende Jahr zu werfen,

ein, wie er sagte, „insgesamt

schönes Jahr“: Man habe in

Varel „richtig was geschafft“,

etwa die Entwicklung auf dem

Kasernengelände: „Dort wurde

ein neuer Stadtteil zum Leben

erweckt“, stellte Wagner fest.

Im kommenden Jahr werde ein

neuer Kindergarten eröffnet und

der Stadtbetrieb an den neuen

Standort umziehen. Aber das

nächste Jahr warte mit neu-

en Herausforderungen auf, so

Wagner, etwa mit einem Dop-

pelhaushalt, den die Gremien

ab Januar auf den Weg bringen

sollen. Hinsichtlich der Gewer-

besteuereinnahmen habe man

schon neuerliche Hiobsbot-

schaften vernehmen können.

„Wir haben viele Sitzungen

hinter uns gebracht und viel

Mühe in Entscheidungen inve-

stiert“, bilanzierte der Bürger-

meister – „ich freue mich, wenn

wir im nächsten Jahr weiter ge-

meinsam konstruktiv zumWohle

der Stadt Varel agieren.“

Insgesamt 75 mal haben der

Stadtrat und seine neun Fach-

ausschüsse in den vergange-

nen zwölf Monaten getagt. Am

häufigsten der Ausschuss für

Stadtentwicklung, Planung und

Umweltschutz mit 19 Terminen.

Und der wird auch anno 2018

den Anfang machen, die erste

Sitzung ist für Dienstag, 9. Ja-

nuar, vorgesehen.

(tz)

Antrag für neue Stromleitung füllt 17 Ordner

380-kV-Linie Emden-Conneforde: Netzbetreiber hat Unterlagen zur Planfeststellung eingereicht

Friesland.

Der Übertragungs-

netzbetreiber TenneT hat den

Ersatzneubau der Stromleitung

von Emden nach Conneforde

nach eigenen Angaben nun of-

fiziell beantragt. Am vergange-

nen Mittwoch reichte TenneT die

Planfeststellungsunterlagen bei

der Stabsstelle Planfeststellung

der Niedersächsischen Lan-

desbehörde für Straßenbau und

Verkehr (NLStBV) in Hannover

ein. Die Genehmigungsbehörde

wird die 17 Ordner umfassenden

Unterlagen auf Vollständigkeit

prüfen und anschließend das

Planfeststellungsverfahren er-

öffnen. Damit sei ein wichtiger

Meilenstein im komplexen Ver-

fahren erreicht.

Voraussichtlich im kommen-

den Februar werden die Un-

terlagen entlang der geplanten

Trasse öffentlich ausgelegt.

Bürger sowie Träger öffentlicher

Belange wie Verbands- und Ge-

meindevertreter können Einwen-

dungen und Stellungnahmen zur

Planung abgeben. Parallel dazu

will TenneT auch wieder auf

mehreren Infomärkten über das

Projekt informieren, die Unterla-

gen erläutern und so den Dialog

in der Region fortsetzen.

Die neue Stromleitung soll

mit einer Spannung von 380 Ki-

lovolt (380 kV) vor allem Strom

aus erneuerbaren Energien zum

Verbraucher bringen. Sie führt

auf rund sechzig Kilometern

von Emden durch die Land-

kreise Aurich, Leer, Friesland

und Ammerland. Auf zwei Teil-

abschnitten, in Strackholt und

Bredehorn, ist die Leitung un-

terirdisch geplant.

Bereits im Juni 2015 war das

vorgeschaltete Raumordnungs-

verfahren für die neue Strom-

leitung beendet worden. Sollte

der Planfeststellungsbeschluss

plangemäß erteilt werden, rech-

net TenneT mit einem Baubeginn

in 2019. In der Baugenehmigung

ist festgelegt, wie und wo die

neue Trasse genau verläuft.

2021 soll die Leitung ans Netz

gehen, die bestehende 220-kV-

Leitung von Emden nach Con-

neforde wird abgebaut.

Das Umspannwerk Conne-

forde ist laut TenneT einer der

zentralen Knotenpunkte für die

regionale Stromversorgung im

nordwestlichen Niedersachsen

und spielt im Rahmen der En-

ergiewende eine wichtige Rolle.

Über die Anlage wird Strom aus

see- und landseitigen Wind-

kraftanlagen Richtung Süden

abtransportiert und die Verbin-

dung zu den regionalen Netzen

sichergestellt. Um die bestehen-

den Höchstspannungsleitungen

sowie die in der Planung be-

findlichen Leitungen von Emden

und Wilhelmshaven nach Con-

neforde sowie von Conneforde

nach Cloppenburg optimal für

die Herausforderungen der En-

ergiewende zu nutzen, wurde

das Umspannwerk in den ver-

gangenen Monaten bereits mo-

dernisiert und erweitert.

(fb)